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Zwischen Wünschen und Realität - Welche Wünsche soll man Kindern erfüllen?

Kinderhände schreiben Wunschliste
Entwicklung und Erziehung
© thingamajiggs - Fotolia.de
von Manon Sander

Natürlich wollen Eltern Ihrem Kind nur etwas Gutes tun. Dennoch sollten Sie Ihrem Kind nicht immer sofort jeden Wunsch erfüllen. Warum, das lesen Sie hier.

Lesedauer:
3 min

„Alle anderen haben das!“ – Wie Eltern mit Kinderwünschen gelassen umgehen

Wenn plötzlich hohe Erwartungen entstehen

Fast alle Eltern kennen den Satz:
„… und alle anderen Kinder in meiner Klasse haben das! Nur ich nicht!“
Oft kommt er völlig überraschend – gerade dann, wenn man sich als Eltern eigentlich sehr bemüht, vieles zu ermöglichen. Doch Wünsche gehören zum Aufwachsen dazu, und nicht jeder Wunsch lässt sich oder sollte sich sofort erfüllen.

Warum nicht jeder erfüllte Wunsch glücklich macht

Es ist leicht, mit viel Geld alle Wünsche eines Kindes zu erfüllen. Aber sinnvoll ist das nicht immer. Spätestens dann, wenn Kinder sich kaum über etwas freuen oder neue Dinge schnell uninteressant werden, ist ein Punkt erreicht, an dem Wünsche ihren Wert verlieren.

Wünsche und Träume sind wichtig – sie schaffen Vorfreude und Motivation. Sind jedoch alle sofort erfüllt, bleibt kaum etwas, worauf man sich wirklich freuen kann. Daher lohnt es, gemeinsam mit dem Kind über Wünsche zu sprechen und zu überlegen:

  • Wann ist ein guter Zeitpunkt dafür?
  • Zu welchem Anlass könnte das Geschenk passen?
  • Wie kann man gemeinsam darauf hinarbeiten?

Schon das gemeinsame Anschauen, Vergleichen oder Recherchieren macht Kindern Freude und zeigt ihnen, dass Wünsche Zeit brauchen dürfen.

Wunschverhalten im Alltag verstehen

Kleine Wünsche beim Einkaufen – klare Grenzen setzen

Was als Kleinigkeit zwischendurch erscheint, muss ins familiäre Budget passen. Kinder sollten früh lernen:

  • Schreien, Quengeln oder Trotzreaktionen verändern die Entscheidung nicht.
  • Ein NEIN bleibt ein NEIN.

Bleiben Eltern dabei ruhig und konsequent, verlieren Einkaufs‑Dramen mit der Zeit an Bedeutung.

Wünsche nach gemeinsamer Zeit

Nicht alle Wünsche sind materiell. Manche Kinder wünschen sich Ausflüge, Spiele oder Zeit mit den Eltern – und diese Wünsche sind oft wertvoller als jedes Spielzeug. Die Phase, in der Kinder aktiv Zeit mit ihren Eltern verbringen wollen, ist begrenzt. Eltern profitieren, wenn sie diese Zeit bewusst nutzen.

Kostenintensive Unternehmungen – realistisch bleiben

Bei teuren Aktivitäten wie Freizeitpark, Zoo‑Jahreskarte, Kino oder Bowling gilt:
Kinder dürfen lernen, dass nicht jede Unternehmung ständig möglich ist. Gemeinsam abzuwägen, schafft Verständnis. Oft helfen kindgerechte Entscheidungen:

„Heute Kino – oder lieber sparen und bald gemeinsam in den Zoo?“

Materielle Wünsche: was wirklich notwendig ist

Bedarf oder Luxus?

Große materielle Wünsche können schnell teuer werden. Eltern können gemeinsam mit dem Kind unterscheiden:

  • Notwendiges: Dinge für Schule oder Kita
  • Hobby‑Ausrüstung: Fußballschuhe, Reiterhelm, Instrumente
  • Luxuswünsche: Spielzeug, Elektronik, Extras

Nicht alles muss neu sein. Reparieren, tauschen oder gebraucht kaufen sind sinnvolle Alternativen – und vermitteln wichtige Alltagskompetenzen.

Hobby-Ausrüstung clever lösen

Bei teurer Ausstattung lohnt es sich, Alternativen zu prüfen:

  • Instrumente mieten statt kaufen
  • Reithelme oder Sportgeräte im Freundeskreis ausleihen
  • Gut erhaltene Gebrauchtware kaufen

Kinder lernen dabei, dass Nachhaltigkeit und Sparsamkeit echte Vorteile bringen.

Große Wünsche – gut planen und bewusst machen

Wunschlisten nutzen

Überraschungsgeschenke zwischendurch verlieren schnell ihren Wert. Große Geschenke sollten bewusst gesetzt werden. Eine Wunschliste hilft:

  • Wünsche gemeinsam sammeln
  • Prioritäten setzen
  • Familie, Großeltern und Paten einbeziehen

So gibt es weniger Doppelungen – und mehr Vorfreude.

Sparen lernen – auch für die Kleinsten

Kinder müssen nicht den gesamten Betrag selbst sparen, aber sie verstehen schnell:

  • Geld kann man nur einmal ausgeben
  • Kleine Beträge (z. B. Eis‑Geld, Pfandflaschen‑Geld) ergeben mit der Zeit etwas Größeres

Besonders schön:
Gemeinsam auf eine Familienaktion sparen – etwa einen besonderen Ausflug oder Urlaub.

Anerkennung und Leistung – passend belohnen

Was ist eine angemessene Belohnung?

Ob ein Geschenk für eine Leistung angemessen ist, hängt immer von:

  • Alter
  • individueller Ausgangslage
  • persönlicher Anstrengung

Kinder, die ständig alles bekommen, verlieren schnell die Fähigkeit, sich anzustrengen oder Dinge wertzuschätzen.

Verantwortung für eigene Dinge

Kinder sollten ihre Sachen pflegen und wertschätzen. Gut erhaltene Gegenstände lassen sich später verkaufen – ein schöner Nebeneffekt:

  • Platz schaffen
  • Geld für Neues verdienen
  • Wertbewusstsein stärken

Zuletzt geändert am 11.02.2026

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Themen:
Träume
Wünsche
Ziele
Realität
Regeln
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Manon Sander

Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und außerdem Autorin für Fach- und Kinderbücher.

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