So lernen Kinder richtig trinken
So lernen Kinder richtig trinken
Wasser? Mag ich nicht! Viele Kinder wollen kein Mineral- oder Leitungswasser trinken. Der Grund: Sie sind es einfach nicht gewohnt. Hier wird erklärt, wie Kinder gesundes Trinken lernen.
Warum Süßes so verführerisch ist
Süße wirkt auf den Geschmackssinn wie ein kleiner Zauber: Einmal daran gewöhnt, möchte man sie kaum missen.
Ob Zucker, Honig oder süße Getränke – das angenehme Geschmackserlebnis lässt mit der Zeit nach, sodass immer mehr Süße nötig wird, um denselben Effekt zu spüren. Vor allem Getränke führen dadurch schnell zu ungesunden Gewohnheiten.
Von Anfang an: Süßes als Gewohnheit
Das erste Getränk im Leben eines Kindes ist süß: Muttermilch.
Sie prägt den Geschmack – kein Wunder also, dass Kinder später süße Instanttees oder süße Getränke bevorzugen.
Doch gerade gezuckerte Getränke sind riskant:
- Sie fördern früh Karies.
- Sie greifen die Milchzähne an.
- Sie gewöhnen Kinder an anhaltende Süße.
Daher gilt:
Nach dem Stillen oder beim Zufüttern sollten Eltern abgekochtes Wasser oder ungesüßte Tees anbieten. Auch wenn der Trinkreiz anfangs schwach ist – Kinder gewöhnen sich meist schnell daran.
Zuhause werden Gewohnheiten geprägt
Eltern sind entscheidend für die Trinkgewohnheiten ihrer Kinder.
Zu den Mahlzeiten sollten deshalb vorzugsweise Wasser oder ungesüßte Tees gereicht werden.
Weitere Ideen:
- Leitungswasser mit Obst aromatisieren (Zitrone, Limette).
- Mineralwasser ohne Zuckerzusatz probieren.
- Eiswürfel und bunte Trinkhalme nutzen.
- Praktisch: Ein Trinkwassersprudler, den ältere Kinder selbst bedienen können.
Was Kinder lieber nur selten trinken sollten:
- Limonaden
- reine Säfte
- Saftgetränke
Begründung: Sie liefern extrem viele Kalorien.
Beispiel:
- Ein Glas Traubensaft: ca. 200 kcal
- Ein Glas Orangenlimonade: ca. 130 kcal
Regel: Zuckerhaltige Getränke nur als Ausnahme – nicht im Alltag.
Bei Oma oder auf dem Kindergeburtstag ja, zu Hause nein.
Extra‑Tipp:
Setzen Sie sich in der Schule für Wasserspender ein – Studien zeigen, dass Kinder deutlich mehr trinken, wenn Wasser frei verfügbar ist.
Tipps für die Umgewöhnung
Gesüßte Getränke sind oft Hauptursache für Übergewicht und Zahnschäden. Um die Umstellung zu erleichtern, helfen folgende Schritte:
Schrittweise reduzieren
- Limo oder Saft nach und nach verdünnen.
- Neue Getränke ausprobieren (kalte Früchtetees, Wasser mit Obst oder Kräutern).
Kalorien sichtbar machen
Bei älteren Kindern lohnt sich eine konkrete Berechnung:
2 Liter Limo oder Eistee = bis zu 800 kcal
→ Das entspricht einer kompletten Erwachsenenmahlzeit.
Wichtig zu wissen:
- Milch ist kein Durstlöscher!
– 64 kcal pro 100 ml
– enthält Milchzucker - Pflanzendrinks (Soja, Mandel, Dinkel) sind oft mit Rohrzucker gesüßt
– ca. 48 kcal pro 100 ml
Weitere alltagstaugliche Tipps für Eltern
- Trinkzeiten einführen: z. B. vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser.
- Wasser immer sichtbar bereitstellen: Karaffe oder Flaschen in Reichweite.
- Verschiedene Wassersorten testen: gemeinsam herausfinden, welches schmeckt.
- Fruchtschorlen nur gelegentlich: Fruchtzucker greift die Zähne an.
- Süßstoffgetränke vermeiden: unklare Auswirkungen, außerdem bleibt der „Süß-Gewöhnungseffekt“ bestehen.
- Geduldig bleiben: Geschmacksnerven brauchen Zeit, um sich vom Süßgeschmack zu entwöhnen.
Zuletzt geändert am 13.02.2026
Bettina Levecke ist freie Journalistin aus der Nähe von Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Familie und Nachhaltigkeit.