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Warum Sie alles ĂŒbers Gendern wissen sollten

Gender Buchstabiert aus Holzblöcken
Wissen und Bildung
© stock.adobe.com / chrupka
von Ulrike Lindner

Ob und wie gegendert wird, wird heute umfassend und oft hochemotional diskutiert. Aus Fachkonferenzen und Feuilletons ist das Thema Gendern in die Schlagzeilen gerutscht – und lĂ€ngst auch in vielen Schule angekommen. Grund genug fĂŒr eine Bestandaufnahme.

Worum es beim Gendern geht

Sprache formt unser Denken und erzeugt Bilder im Kopf. Studien zeigen, dass es einen Unterschied macht, ob Texte gegendert sind oder nicht. Formulierungen wie „Die Piloten erhalten eine Lohnerhöhung“ lassen viele Menschen spontan eher an MĂ€nner denken. Im Deutschen wird oft das generische Maskulinum verwendet: mĂ€nnliche Begriffe wie „Forscher“, „Ärzte“ oder „Piloten“ sollen beide Geschlechter meinen. Grammatikalisch korrekt, erzeugt diese Form jedoch hĂ€ufig das Bild einer ĂŒberwiegend mĂ€nnlichen Gruppe – selbst wenn die RealitĂ€t anders aussieht, zum Beispiel bei Berufen wie Kosmetiker, Kassierer oder TĂ€nzer.

Gendern beeinflusst Berufsvorstellungen

Der Effekt des Genderns zeigt sich schon bei Kindern: In einer Studie sollten GrundschĂŒler angeben, welche Berufe sie sich zutrauen. Das Ergebnis:

  • Geschlechterneutral formulierte Berufe (z. B. Ingenieur/Ingenieurin, Arzt/Ärztin) motivierten mehr MĂ€dchen, sich „typisch mĂ€nnliche“ Berufe zuzutrauen.

  • Auch Jungen konnten sich eher vorstellen, „typisch weibliche“ Berufe zu ergreifen (Geburtshelfer oder Geburtshelferin).

Bei Erwachsenen bestÀtigen weitere Studien diese Wirkung:

  • Genderneutrale Stellenanzeigen (z. B. „eine Filialleiterin/einen Filialleiter“) fĂŒhren zu mehr Bewerbungen von Frauen.

  • MĂ€nnlich formulierte Anzeigen benachteiligen Frauen selbst bei gleicher Qualifikation. Wird hingegen beide Geschlechter genannt, Ă€ndert sich dieses Muster.


Möglichkeiten gendergerechter Sprache

Gendern kann helfen, Geschlechterklischees abzubauen, alle Menschen anzusprechen und die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden. Es gibt verschiedene AnsÀtze:

  • Doppelnennung: weibliche und mĂ€nnliche Form ausgeschrieben (Lehrerinnen und Lehrer) oder abgekĂŒrzt (LehrerInnen, Lehrer/-innen).

  • Genderneutrale Begriffe: Wörter, die beide Geschlechter einschließen (Lehrkörper, Kollegium).

  • Gendersternchen und Varianten: Platzhalter zwischen weiblicher und mĂ€nnlicher Form, z. B. „Lehrer*innen“, „Lehrer:innen“ oder „Lehrer_innen“. Diese Form soll zusĂ€tzlich Menschen ansprechen, die sich weder dem mĂ€nnlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen.

Diskussionen und Herausforderungen

Alle AnsĂ€tze sorgen zunĂ€chst fĂŒr Verwirrung oder wirken ungewohnt. Außerdem gilt: Gendern allein schafft keine automatische Gleichberechtigung. Klar ist jedoch, dass Sprache beeinflusst, was wir als normal wahrnehmen, wie wir die Welt sehen und welche Berufsvorstellungen Kinder entwickeln.

Gendergerechte Sprache gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung und wird von Unternehmen, Behörden, Medien und auch in der Schule verwendet. Sie gehört zu den Themen, mit denen sich LehrkrĂ€fte, Eltern und SchĂŒler*innen auseinandersetzen sollten.


Zuletzt geÀndert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂŒnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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