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Konzentration fördern - Lösungen und Tipps

Junge, genervt bei den Hausaufgaben
Entwicklung und Erziehung
© stock.adobe.com / S.Kobold
von Christine Kammerer

Wäre es nicht schön, wenn Schüler*innen ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das richten könnten, was gerade ansteht? Den Unterricht zum Beispiel, das Erreichen eines kurzfristigen Ziels oder ganz konkret - das Lösen einer gestellten Aufgabe bei einer Klausur. Die Fähigkeit der bewussten Konzentration auf einen bestimmten Vorgang ist nicht selbstverständlich vorhanden und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Lesedauer:
4 min

Konzentration: Wovon sie abhängt – und wie man sie gezielt fördern kann

Manche Kinder können ihre Aufmerksamkeit lange aufrechterhalten, während andere viele Ablenkungen haben und schneller ermüden. Doch wovon hängt Konzentrationsfähigkeit eigentlich ab? Und was können Eltern, Lehrkräfte und Kinder selbst tun, um sie zu verbessern? Dieser Beitrag gibt verständliche Antworten.


🔍 Günstige Voraussetzungen für Konzentration schaffen

Konzentration bedeutet, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe zu richten und Lösungswege zu finden. Sie wird beeinflusst durch:

  • individuelle Voraussetzungen (z. B. Stimmung, Gesundheit)
  • äußere Bedingungen (z. B. Lärm, Arbeitsumfeld)

Beide Bereiche wirken eng zusammen – etwa bei den Faktoren Bewegung, Ernährung und körperliche Verfassung.

Grundsätzlich gilt:

  • Konzentration kann trainiert werden
  • und man kann Umstände schaffen, die sie verbessern

💛 Die emotionale Grundstimmung

Gefühle beeinflussen die Aufmerksamkeit stark.

Negative Stimmung = geringere Konzentration.

Lernsituationen sollten daher frei sein von:

  • Ärger
  • Streit
  • Druck
  • Aggression

Kinder lernen besser, wenn sie:

  • neugierig sind
  • echtes Interesse zeigen
  • Lernstoff positiv und offen begegnen

💪 Die körperliche Verfassung

Ist das Kind müde, krank oder erschöpft, sinkt die Konzentration automatisch. Nach Sport oder intensiver Bewegung braucht der Körper Ruhe, bevor er sich geistig anstrengen kann.

👉 Beste Lernzeiten: nach einer kurzen Pause
👉 Krankheit: erst lernen, wenn sich das Kind erholt fühlt


🏡 Die Umgebungsbedingungen

Ablenkungen sind die größten Konzentrationskiller. Dazu gehören:

  • laute Musik
  • laufender Fernseher
  • Handy in Sichtweite
  • Geschwisterlärm
  • unruhiger Arbeitsplatz

Da Aufmerksamkeit im Arbeitsgedächtnis verarbeitet wird – und das nur eine begrenzte Menge Informationen fassen kann –, führen externe Reize schnell zu Fehlern.

👉 Regel: Je ruhiger die Umgebung, desto besser klappt konzentriertes Arbeiten.


🎯 Konzentration gezielt fördern

Die Konzentration nimmt nach einer Weile automatisch ab – deshalb muss sie aufgebaut und trainiert werden.

🧠 Konzentrationsspiele & Denkübungen

Konzentrationsspiele steigern die Aufmerksamkeit messbar.
Effektiv ist das Training nur, wenn es:

  • mindestens fünfmal pro Woche
  • jeweils ca. 30 Minuten

stattfindet.

Noch wirksamer sind komplexe Freizeitaktivitäten, z. B.:

  • Lesen
  • Musizieren
  • Schach spielen

Gerade Schach fordert das Arbeitsgedächtnis stark, weil mehrere Züge im Voraus geplant werden müssen.

Forschungsergebnis:
Nicht die Art der Aktivität ist entscheidend – sondern, dass Kinder mit Kopf und Herz bei der Sache sind. Nur dann wird das Gehirn wirklich gefordert.


🧘 Entspannung & Erholung

Auch Reizüberflutung führt zu Konzentrationsstörungen. Kinder und Jugendliche brauchen darum regelmäßig:

  • Ruhephasen, auch ohne Handy
  • ausreichenden Schlaf (plus Powernap: 10–30 Minuten)
  • Entspannungstechniken wie
    • Autogenes Training
    • Meditation
    • Yoga

Auch regelmäßiger Sport wirkt positiv – er stabilisiert die Stimmung, verbessert die Motorik und stärkt die geistige Leistungsfähigkeit.


🥗 Ernährung: Energie fürs Gehirn

Das Gehirn ist der größte Energieverbraucher des Körpers. Für gute Konzentration braucht es:

  • Eiweiß (für Neurotransmitter)
  • Omega‑3‑Fettsäuren (für Gehirnzellen)
  • Vitamin B (für Nerven und mentale Leistung)

Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist wichtig:

  • ausgewogene Mahlzeiten → verbessern die Aufmerksamkeit
  • zu wenig Zucker → macht müde
  • zu viele leere Kohlenhydrate → fördern Konzentrationstiefs

🧾 Fazit: Konzentration fördern heißt ganzheitlich denken

Konzentration hängt stark ab von:

  • emotionalem Wohlbefinden
  • körperlicher Verfassung
  • Umgebungsbedingungen
  • Ernährung
  • Ruhe & Schlaf

Konzentration lässt sich zwar mit Übungen verbessern – doch viel wichtiger ist, dass Kinder in einer Umgebung lernen, die Ruhe, Struktur und positive Stimmung bietet.


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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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