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Lesen lernen leicht gemacht

Mutter liest mit Kindern
Entwicklung und Erziehung
© stock.adobe.com/DeeMPhotography
von Ulrike Lindner

Liebe Eltern, das neue Schuljahr hat vor Kurzem begonnen und damit für tausende Schulanfänger die Abenteuerreise in eines der spannendsten Länder – das Land des Lesens. Lesen lernen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die in der Schule gelehrt werden. Ohne Lesen ist unsere heutige Welt kaum zu erschließen – kein Wunder, dass korrektes Lesenlernen deshalb einen besonders hohen Stellenwert für Eltern, Schule und natürlich auch für die frisch eingeschulten Kinder einnimmt.

Lesedauer:
3 min

Lesen lernen: Erfolgsfaktor Vorlesen

Wie gut Kinder das Lesen lernen, hängt nicht nur von der Schule ab, sondern auch stark vom Engagement der Eltern. Zahlreiche Studien zeigen, dass das Sprachverhalten der Eltern die Sprachentwicklung ihrer Kinder entscheidend prägt – und diese wiederum gilt als wichtigste Voraussetzung fürs Lesenlernen.

Die Vorlesestudie 2018 der Stiftung Lesen zeigt, dass regelmäßiges Vorlesen von Bilderbüchern, Märchen und Geschichten das Lesenlernen erheblich erleichtert. Kinder, denen mehrmals pro Woche oder sogar täglich vorgelesen wurde, lernten deutlich schneller lesen als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung. Bei Kindern ohne regelmäßiges Vorlesen schaffte nur etwa die Hälfte den Übergang in die Grundschule problemlos. Zudem zeigten diese Kinder weniger Geduld beim Lesenlernen und empfanden den Prozess als anstrengend, weil sie schnellere Fortschritte erwartet hatten.


Tipps zum Lesen lernen

Gelassenheit und individuelles Tempo

Lesenlernen ist für den Schulerfolg entscheidend, doch Experten betonen: Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo. Was dem älteren Geschwisterkind leicht fällt, muss für den jüngeren nicht automatisch ebenso einfach sein. Gelassenheit ist deshalb das A und O. Wichtiger als schnelle Erfolge ist, dass Kinder die Freude am Lesen behalten.

Spielerisch Buchstaben entdecken

Spielerische Ansätze erleichtern das Lesenlernen und halten die Motivation hoch. Eltern können beispielsweise:

  • Kinder fragen, an welches Tier oder Gericht ein neuer Buchstabe erinnert.

  • Buchstaben aus Zahnstochern, Lebensmitteln oder Bauklötzen nachlegen.

  • Auf der Straße, im Park oder im Bus gemeinsam nach Buchstaben suchen.

  • Buchstaben mit den Fingern gegenseitig auf den Rücken schreiben, um sie erraten zu lassen.

Vorlieben der Kinder nutzen

Beliebte Figuren wie Eiskönigin Elsa oder Ninjago-Kämpfer können die Neugier fördern. Verlage bieten eine Vielzahl von Erstlesebüchern zu Comic-, Film- oder Computerspielfiguren an. Auch Tandembücher, in denen sich vorgelesene Passagen mit Erstlesetexten abwechseln, sind eine gute Idee: Kinder üben selbstständig, ohne auf komplexe Geschichten verzichten zu müssen.

Medienvielfalt einsetzen

Lesenlernen muss nicht ausschließlich über klassische Bücher erfolgen. Apps, Comics, Zeitschriften oder Hörbücher sind ebenfalls wertvolle Medien, die Sprache und Lesefähigkeit fördern. Die Vielfalt entspricht der kindlichen Realität und weckt Lust aufs Lesen.


Weitere Tipps für Eltern

  • Nicht zu lange lesen lassen: Überlassen Sie Ihrem Kind, wie lange es lesen möchte. Anfangs reichen auch kurze 10-Minuten-Auszeiten auf dem Sofa.

  • Lesen in Gesellschaft: Gemeinsam mit Eltern auf dem Sofa schmökern macht Leseanfängern oft mehr Freude als allein im Kinderzimmer.

  • Kinder an eigenem Leseverhalten teilhaben lassen: Erzählen Sie von spannenden Artikeln oder Ihrem neuen Buch. So lernen Kinder, dass Lesen Teil des Alltags ist.

  • Bücher sichtbar machen: Sorgen Sie dafür, dass Bücher im Kinderzimmer und in der Wohnung präsent sind. Regelmäßige Besuche in der Bücherei oder auf Flohmärkten fördern zusätzlich die Leselust.

  • Vorlesen fortsetzen: Auch ältere Grundschulkinder genießen weiterhin das Vorlesen. Es vermittelt Freude, Nähe und Geborgenheit.

Link:

Vorlesestudie Stiftung Lesen

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
Lesen lernen
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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