Auszeit fĂŒr Eltern
Auszeit fĂŒr Eltern
Wenn man ein Kind bekommt und vielleicht auch noch ein zweites dazu, dann möchte man zunĂ€chst seine Zeit den Kindern widmen. Man verĂ€ndert sich im Laufe der Zeit und ordnet vieles den WĂŒnschen und Vorstellungen der Kinder unter. Das ist auch in Ordnung, denn Kinder brauchen ihre Eltern - doch auch Eltern brauchen ihre Zeit. Dabei ist es ganz egal, ob beide Eltern zusammen sind, ob es sich um eine Patchwork-Familie handelt oder um Alleinerziehende.
Warum Eltern Auszeiten brauchen
Wer in einem Beruf arbeitet, hat Anspruch auf Pausen. Selbst Personen mit Rufbereitschaft mĂŒssen sich erholen dĂŒrfen. Elternsein jedoch ist ein 24âStundenâJob â ohne klare Grenzen. Ob sie zu Hause sind oder arbeiten: Eltern tragen immer Verantwortung, bleiben erreichbar und kalkulieren stĂ€ndig mit, dass ein Kind krank wird oder abgeholt werden muss. Ein Plan B begleitet den Alltag immer.
Doch selbst wenn die Kinder einmal nicht da sind, schalten viele Eltern nicht wirklich ab. Die Organisation der Kinderbetreuung nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als die eigene geplante AktivitÀt. Viele verzichten daher auf Dinge, die ihnen guttut. Treffen mit Freunden finden auf dem Spielplatz statt, Essengehen endet im Schnellrestaurant, und statt Actionfilm lÀuft der Kinderfilm.
Eine Zeitlang funktioniert das â aber niemand kann dauerhaft ohne eigene Erholung auskommen. Das Beispiel der Sauerstoffmasken im Flugzeug zeigt, warum: Nur wer zuerst selbst Luft bekommt, kann anderen helfen.
SpĂ€testens, wenn ein Friseurbesuch wie ein kleines Event wirkt und ein Zahnarzttermin âAbwechslungâ bedeutet, ist es Zeit fĂŒr eine Auszeit.
Ideen fĂŒr kleine und groĂe Pausen
Freunde treffen
Freunde mit gleichaltrigen Kindern verstehen vieles besser â aber ebenso wohltuend ist es, Menschen zu treffen, deren Alltag nichts mit Kinderstress zu tun hat. Dann entstehen oft ganz andere GesprĂ€che.
Sport machen
FĂŒr viele Eltern eine HĂŒrde nach einem langen Tag. Doch: WĂ€schekörbe schleppen zĂ€hlt nicht als Sport. Eine feste Sportgruppe hilft, dranzubleiben. Auch der Weg zum Kindergarten mit dem Fahrrad ersetzt keine gezielte Bewegung.
Essen gehen
Einfach mal etwas anderes essen als klassische Kindergerichte â und es serviert bekommen, ohne TischabrĂ€umen. Ein echter Genuss.
Theater, Kino, Konzerte, Lesungen
Mit Partner oder Freunden macht es noch mehr SpaĂ. Ein Blick ins lokale Programm lohnt sich.
Ein freies Wochenende
Ferien sind wichtig fĂŒr die Familie â aber ein paar Tage allein können ebenso wichtig sein. Abschalten, ohne stĂ€ndig verfĂŒgbar zu sein.
Shoppen
Gemeint ist kein Lebensmitteleinkauf, sondern ein Bummel ohne To-do-Liste. Auch mit kleinem Budget findet man oft eine Kleinigkeit, die Freude macht.
Nichts tun
Bewusst gar nichts tun: auf dem Balkon sitzen, im Liegestuhl entspannen â ohne sofort aufspringen zu mĂŒssen. DafĂŒr braucht es Betreuung durch andere, sei es Familie, Freunde oder ein Babysitter.
Wie Auszeiten gelingen können
Die Organisation solcher Pausen erfordert Ăbung â und manchmal Kosten. Möglichkeiten:
- andere Eltern aus Sportgruppen, Krabbelgruppen oder Kita ansprechen
- gegenseitiges âKinder-Tauschenâ vereinbaren
- nach Empfehlungen fĂŒr Babysitter fragen oder Online-Portale nutzen
Bei neuen Babysittern gilt: auf das BauchgefĂŒhl hören, erst kurze EinsĂ€tze ausprobieren und beobachten, wie das Kind reagiert. TrĂ€nen bei den ersten Trennungen sind normal.
Und falls bei einem gemĂŒtlichen Essen doch die Sehnsucht nach den Kindern aufkommt, darf das sein. Vielleicht hilft dann ein Gedanke daran, wie wertvoll ein Abend nur fĂŒr sich selbst ist â und wie gut er letztlich auch den Kindern tut.
Zuletzt geÀndert am 17.02.2026
Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und auĂerdem Autorin fĂŒr Fach- und KinderbĂŒcher.