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Vorbilder fĂĽr Kinder

Foto von Vater und Sohn die gemeinsam essen
Entwicklung und Erziehung
© stock.adobe.com/Stetsyk, Roman
von Jörg Sauer

Kinder mögen das Imitieren der unterschiedlichsten Tätigkeiten ihrer Eltern. Mit Freude entdecken sie dabei ihre unmittelbare Umgebung immer mehr. Wir sind mit unserem Tun das Vorbild für Kinder. Das geschieht nicht immer bewusst. Es ist lohnenswert, sich intensiver über unsere Rolle als Vorbild für Kinder Gedanken zu machen.
Dazu möchte der Beitrag Sie ermuntern.

Lesedauer:
4 min

Was ist ein Vorbild?

Ein Vorbild ist eine Person oder Sache, die als Muster oder Beispiel dient, nach dem man sich richtet. Es ist ein Ideal, nach dem es sich zu streben lohnt. Der englische Arzt und Philosoph John Locke (1632–1704) formulierte treffend: „Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen Eindruck als das Beispiel.“

„Echte“ und „unechte“ Vorbilder

Echte Vorbilder sind vor allem Sie als Eltern. Aber auch Menschen, die wir nicht persönlich kennen, können Vorbilder sein – etwa weil ihr Leben, ihre Anerkennung oder ihr Erfolg uns beeindrucken.

Unechte Vorbilder stammen oft aus Märchen, Geschichten, Filmen oder Comics. Auch sie können durch ihr Verhalten eine wichtige Vorbildwirkung haben.

Gute Vorbilder sein

Gute Vorbilder leben Werte und Verhaltensweisen einfach vor. Kinder lernen, indem sie Handlungs- und Verhaltensmuster nachahmen, die bestimmten Idealen entsprechen. Dazu gehören:

  • Ermutigen und Aufmuntern

  • Neue Wege aufzeigen

  • Anleiten und motivieren

  • Geduld zeigen

  • Regeln erklären und konsequent umsetzen

  • Trösten und bei Fehlern unterstĂĽtzen

Vorbilder vermitteln also nicht nur Wissen, sondern auch Werte, Überzeugungen und soziale Fähigkeiten.

Idol oder Vorbild?

Oft verwechseln Kinder Idole mit Vorbildern. Idole sind Menschen, die stark idealisiert und meist kritiklos bewundert werden – etwa Stars aus Musik, Film, Sport oder Politik. Das griechische Wort „eidolon“ bedeutet „Bild, Gestalt, Trugbild“. Im Gegensatz dazu sind reale Vorbilder erreichbar und zeigen, dass Erfolge Schritt für Schritt möglich sind. Grundsätze, die jedes Kind übernehmen kann, sind:

  • Ich glaube an mich selbst.

  • Kleine, beharrliche Schritte fĂĽhren zum Erfolg.

  • Ich handle nicht nur, um anderen zu gefallen.

Eltern als Vorbilder

Eltern prägen Kinder besonders stark, vor allem in den ersten Lebensjahren. Handeln und Sprechen sind entscheidend – Kinder ahmen dies automatisch nach. Später entwickeln Kinder zusätzlich Vorbilder außerhalb der Familie, z. B. in Schule oder Freizeit.

Tipps fĂĽr Eltern

Begeisterung wecken:
Teilen Sie Ihre Leidenschaften mit Ihrem Kind – sei es Sport, Basteln, Wandern oder Gartenarbeit. Lassen Sie Ihr Kind ausprobieren, ohne es in Ihre Richtung zu drängen.

Interessen fördern:
Kinder sollten verschiedene Hobbys ausprobieren können. Geben Sie Freiräume, vertrauen Sie Ihrem Kind, und zeigen Sie Interesse an dem, was es tut. Ein zu straffer Tagesablauf schadet eher als er nutzt.

Zuhören:
In unserer lauten Welt wird das Zuhören oft vernachlässigt. Nur wer zuhört, versteht, was Kinder bewegt und was ihnen wichtig ist. So können Eltern gezielt unterstützen, Fragen stellen und Diskussionen über Verhalten, Vorbilder oder Werte führen. Beispielhafte Fragen:

  • Welche Eigenschaften bewunderst du?

  • Möchtest du manchmal jemand anderes sein?

  • Welche Verhaltensweisen findest du erstrebenswert?

  • Hast du Vorbilder in der Natur?

  • Was bedeutet fĂĽr dich „Schönheit“?

Geben Sie Ihrem Kind immer das GefĂĽhl, richtig zu sein, auch wenn Sie nicht allem zustimmen.

Literaturtipps

  • Niklaus Kuster, Sarah Gafuri: 123 Vorbilder der Menschheit: Inspirierende Kurzporträts

  • Anna Maria Kalcher: Vorbilder: Erziehen wohin?

  • Prof. Dr. Peter Struck: Das Erziehungsbuch

Quellen:

  1. Duden: Vorbild

  2. Wertesysteme: Vorbilder

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Idol
Handeln
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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