Deutsche Sprache - Schimpfwörter, Anglizismen und Fremdwörter
Deutsche Sprache - Schimpfwörter, Anglizismen und Fremdwörter
„Deutsche Sprache, schwere Sprache.“ So kommentieren viele Menschen Situationen, in denen es mit der deutschen Sprache nicht ganz geklappt hat. Insbesondere die Verwendung von Schimpfwörtern, Anglizismen und Fremdwörtern machen immer wieder Probleme...
Deutsche Sprache: Warum ein bewusster Umgang mit Wörtern wichtig ist
Wir alle benutzen täglich Wörter, ohne darüber nachzudenken, wie sie wirken. Wer gut und differenziert Deutsch sprechen und schreiben möchte, sollte sich bewusst machen, welche Funktion Schimpfwörter, Anglizismen und Fremdwörter haben – und welche Probleme sie verursachen können.
Schimpfwörter: Wenn Sprache verletzt
Schimpfwörter gehören zum Slang, nicht zum guten Hochdeutsch. Sie dienen dazu, Menschen zu beleidigen, zu verunsichern oder mundtot zu machen. Manche können sogar zu kriminellen Handlungen anstiften.
Wo Schimpfwörter heute vorkommen
- im Internet: Shitstorms, Mobbing, Hatespeech
- im Alltag: Beleidigungen gegenüber Behörden, Lehrkräften, Politiker*innen
- in Rap‑Texten oder jugendlichen Umgangsformen
Anonymität im Netz erleichtert den Missbrauch solcher Sprache. Eine kleine, sehr aktive Gruppe beeinflusst dabei den Eindruck, Schimpfwörter seien allgegenwärtig.
Negative Wirkungen
- zerstörte Diskussionskultur
- Gefahr von Hasskriminalität
- vergiftetes Klassenklima in Schulen
- Vertrauensverlust gegenüber Lehrkräften oder öffentlichen Ämtern
Die gesellschaftliche Haltung verändert sich:
Rassistische, frauenfeindliche oder homophobe Beleidigungen sollen in sozialen Medien nicht länger automatisch durch Meinungsfreiheit gedeckt sein. Auch eine häufigere Herausgabe von IP‑Adressen wird diskutiert, um Täter identifizieren zu können.
In Frankreich beeinflusst Mobbing, das oft auf Schimpfwörtern basiert, bereits die Zeugnisnote des Täters.
Fazit:
Schimpfwörter müssen wir nicht nutzen – auch wenn sie existieren.
Anglizismen: Alltagssprache der Jugendlichen
Anglizismen wie Start-up, Selfie, chillen oder downloaden sind in Werbung, Internet und Jugendsprache fest verankert. Viele Schüler*innen verwenden sie ganz selbstverständlich.
Warum Anglizismen problematisch sein können
- Sie werden nicht immer richtig verstanden.
- Sie verschleiern oft einfache Inhalte (z. B. in Stellenanzeigen).
- Sie sind typischerweise informell und ungeeignet für Klassenarbeiten.
Beispiele aus dem Alltag:
Was bedeutet „Key-Account-Manager“? Wofür steht eine „Power-X-Struktur“? Viele Anglizismen wirken modern – aber oft unklar.
Reflexionsfragen für Schülerinnen und Schüler
- Ist das Wort verständlich?
- Könnte es jemanden verärgern?
- Verdeckt es etwas?
- Ist es reiner Slang?
- Passt in einer Prüfung ein deutscher Begriff besser?
Eltern sollten kein „Denglisch“ nachahmen. Das wirkt schnell peinlich und ist wenig hilfreich.
Fremdwörter und Fachtermini: Unverzichtbar im Unterricht
Viele Fremdwörter sind wissenschaftliche Fachbegriffe – und absolut notwendig. Während Grundschüler noch „Namenwort“ sagen, spricht man später von „Nomen“. Auch in anderen Fächern gehören Fachtermini selbstverständlich dazu.
Beispiele:
- Geometrie: Hypotenuse
- Geografie: Meridian, Äquator
- Biologie: Photosynthese
- Deutsch: Interpretation
Warum Fachtermini wichtig sind
Für Klassenarbeiten müssen Schüler*innen Fachbegriffe korrekt:
- verstehen
- schreiben
- aussprechen
- und im passenden Zusammenhang benutzen
Sie zeigen damit, dass sie Sachverhalte wissenschaftlich korrekt einordnen können.
Ein gutes Fremdwörterlexikon kann Eltern und Kindern helfen, Unklarheiten zu klären.
Fazit: Deutsche Sprache – Achte auf deine Worte
Was sollten Eltern und Schüler*innen beachten?
Schimpfwörter
- gehören nicht in konstruktive Gespräche
- verletzen und zerstören Beziehungen
- können demokratiefeindlich wirken, besonders in rassistischer oder sexistischer Form
Anglizismen
- sind nicht grundsätzlich schlecht
- gehören zur informellen Sprache
- sollten in Prüfungen durch deutsche Begriffe ersetzt werden
- können verwirren
Fremdwörter / Fachbegriffe
- sind notwendig und erwünscht
- gehören zum schulischen Leistungsnachweis
- unterstützen wissenschaftliches Denken
Grundsatz:
Bewusster Sprachgebrauch stärkt Kommunikation, verhindert Missverständnisse und fördert gutes Deutsch.
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Zuletzt geändert am 17.02.2026
Deutsche Sprache leicht gelernt
Hildegard Dierks arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin für verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestütztes Lernen aber auch schulpolitische Themen.