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Der Spagat zwischen Familie und Beruf - und wo bleibe ich?

Foto einer verzweifelten Frau auf dem Spielplatz am Telefon
Entwicklung und Erziehung
© michaelheim - Fotolia.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

To-Do-Listen bestimmen Ihren Alltag? Ständig plagt Sie das schlechte Gewissen? Sie hetzen von A nach B? Die Wäscheberge türmen sich? Und Sie fragen sich, wo Sie bleiben? Der berufliche und familiäre Alltag wird für berufstätige Mütter zunehmend zur Zerreißprobe. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Der folgende Beitrag nennt Anregungen, wie dies gelingen kann.

Lesedauer:
4 min

Was bedeutet Work‑Life‑Balance?

Work‑Life‑Balance beschreibt das individuelle Gleichgewicht zwischen beruflichen Anforderungen und dem privaten Leben. Da jede Lebenssituation anders ist, beginnt der Weg zu einer guten Balance mit grundlegenden Fragen: Wie möchten Sie Familie leben? Welche beruflichen Ziele sind Ihnen wichtig? Und wie lassen sich diese Vorstellungen miteinander verbinden?

Eine regelmäßige Reflexion hilft, persönliche Prioritäten sichtbar zu machen. Daraus können konkrete Ziele entstehen, die schriftlich festgehalten werden – etwa gemeinsame Familienzeiten oder feste Erreichbarkeiten im Beruf. Auch mögliche Herausforderungen, wie etwa notwendige Weiterbildungen oder organisatorische Hürden, sollten dabei bewusst bedacht werden.

Netzwerke als Unterstützungssystem

Private und berufliche Netzwerke sichtbar machen

Stabile Netzwerke tragen wesentlich dazu bei, Familie und Beruf zu koordinieren. Eine einfache Methode besteht darin, alle relevanten Personen aufzuschreiben und visuell anzuordnen: Wer gehört zum privaten Umfeld, wer zum beruflichen? Welche Beziehung besteht jeweils? Und an welchen Stellen entsteht durch diese Kontakte Entlastung?

So wird erkennbar, wo unterstützende Strukturen vorhanden sind – und wo möglicherweise neue aufgebaut werden könnten.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

Signale ernst nehmen

Unzufriedenheit oder ständige Anspannung sind wichtige Hinweise darauf, dass sich etwas verändern sollte. Es lohnt sich, die persönlichen Auslöser zu benennen und zu überlegen, welche Veränderungen möglich sind. Manche Schritte können Sie selbst anstoßen, für andere braucht es die Unterstützung von Personen aus Ihrem Umfeld.

Für konstruktive Gespräche ist es hilfreich, aus der eigenen Perspektive zu sprechen und auf wertende Zuschreibungen zu verzichten.

Ressourcen in den Blick nehmen

Der Alltag ist oft voller Aufgaben, und nicht jede To‑do‑Liste lässt sich vollständig abarbeiten. Umso wichtiger ist es, den Fokus bewusst auf das Gelungene zu richten. Fragen Sie sich: Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung? Was lief heute gut? Welche Aufgaben habe ich bereits geschafft?

Eine schriftliche Sammlung kann helfen, diese positiven Aspekte sichtbarer zu machen und den Blick auf vorhandene Stärken zu lenken.

Pausen als festes Ritual

Zeit für sich selbst sollte bewusst eingeplant werden. Das kann eine ruhige Tasse Kaffee am Morgen sein, ein regelmäßiger Termin mit Freundinnen oder ein Hobby wie Sport, Musik oder eine Sprache. Entscheidend ist, diesen Pausen einen festen Platz im Alltag einzuräumen.

Im Buch wild world betonen Julia Dibbern und Nicola Schmidt die Bedeutung von Schlaf als zentrale Ressource: Schlaf hat Priorität – auch für Mütter. Alltagsaufgaben wie Haushalt oder soziale Medien können warten, damit genügend Zeit bleibt, um Kraft für den Familienalltag zu behalten.

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
Beruf
Familie
Spagat
Work-Life-Balance
Alltag
Eltern
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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