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Weniger Plastikmüll

Zitronen im Plastiknetz
Entwicklung und Erziehung
© Sonja - Fotolia.com
von Ulrike Lindner

Deutschland ist mal wieder Spitze - allerdings diesmal nicht im Fußball oder als Exportweltmeister, sondern in Sachen Müll. Nirgendwo in Europa werden so viele Verpackungen weggeworfen und landen im Hausmüll, wie hierzulande...

Lesedauer:
3 min

Verpackungsmüll: Jeder kann etwas tun

Pro Kopf fallen in Deutschland Jahr für Jahr etwa 220 Kilogramm Verpackungen an, berichtet das Umweltbundesamt. Rund ein Viertel davon – etwa 55 Kilogramm – besteht aus Plastik, hauptsächlich aus dem Lebensmittelbereich. Wer heute einen Supermarkt betritt, erkennt sofort, wie allgegenwärtig Kunststoffverpackungen sind: Keine Wurstscheibe, kein Salat, keine Süßigkeit ohne praktisches, buntes, haltbares Plastik.

Verpackungsmüll steigt trotz weniger Abfall

Obwohl das Abfallaufkommen insgesamt sinkt, wächst die Menge an Verpackungsmüll seit Jahren. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die kleinere Mengen kaufen und einzeln verpackte Produkte benötigen.

  • Portionsverpackungen aus Bequemlichkeit.

  • Fast-Food, Fertiggerichte und To-go-Mahlzeiten.

  • Beliebtheit von Säften und Limonaden in Einwegverpackungen.

  • Versandhandel, bei dem Produkte nochmals verpackt werden.

Sechs Maßnahmen, um Verpackungsmüll zu vermeiden

1. Wasser trinken oder auf Mehrweg setzen

Leitungswasser ist in Deutschland in der Regel von hoher Qualität. Wer statt Flaschenwasser Leitungswasser trinkt, reduziert seinen Müll erheblich. Werden Getränke gekauft, sollten Mehrwegflaschen bevorzugt werden – idealerweise regional produziert, um Transportbelastungen zu reduzieren.

PET-Flaschen sollten unbedingt recycelt werden, da sie sonst bis zu 500 Jahre benötigen, um sich im Wald zu zersetzen.

2. Plastiktüten vermeiden

Plastiktüten werden oft nur einmal verwendet und landen anschließend im Müll. Schon durch die Mitnahme von Stofftaschen, Körben oder Mehrwegtüten lässt sich Plastik erheblich reduzieren.

Die EU-Verpackungsrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, den Verbrauch von Plastiktüten bis 2025 auf maximal 40 Stück pro Kopf und Jahr zu senken. Deutschland führte bereits 2016 ein Entgelt für Kunststofftragetaschen ein, was den Verbrauch deutlich verringerte.

3. Lieber Markt als Supermarkt

Auf Märkten gibt es Obst, Gemüse und andere Lebensmittel meist ohne Plastikverpackung. Wer Verpackungen reduzieren möchte, sollte seinen Wocheneinkauf möglichst auf dem Markt erledigen – ausgestattet mit Beuteln und Boxen für Käse, Wurst oder andere Produkte.

4. Auf Mehrfachnutzung setzen

Viele Unternehmen bieten inzwischen wiederbefüllbare Plastikverpackungen an. Shampoo- oder Duschgel-Flaschen lassen sich erneut befüllen, etwa in „Unverpackt“-Läden. So unterstützt jeder Einzelne den Trend zu nachhaltigerem Konsum.

5. To-go ist ein No-go

Einwegbecher für Kaffee oder Latte bestehen innen aus Plastik. Der Verzicht auf diese Produkte reduziert Müll deutlich. Alternativen:

  • Wiederverwendbare Becher, die von Kommunen angeboten werden.

  • Den eigenen Thermobecher mitbringen und befüllen lassen.

6. Selbst kochen

Wer selbst kocht statt Fertigprodukte zu kaufen, reduziert automatisch Verpackungsmüll. Besonders effektiv ist es, wenn dabei auf plastikverpackte Lebensmittel verzichtet wird. Selbst kochen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Gesundheit.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
Plastik
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Abfall
Umwelt
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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