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Lernen beim Papierfalten

 Foto von KinderhÀnden die Origamifiguren falten
Entwicklung und Erziehung
© dyageleva - Fotolia.com
von Dr. Birgit Ebbert

Papierfalten ist eine Kulturtechnik, die im Kindesalter erlernt und danach oft vergessen wird. Dabei lassen sich mit wenigen Kniffen ganze Welten erschaffen und entspannend ist das Falten auch noch.

Lesedauer:
5 min

Papierfalten – KreativitĂ€t, Konzentration und Mathematik spielerisch fördern

PapierhĂŒte, kleine Schiffchen, kunstvoll gefaltete Servietten oder eine Ziehharmonika-Schleife – Papierfalten begleitet uns seit der Kindheit und hat weltweit eine lange Tradition. In vielen asiatischen LĂ€ndern ist das Falten seit Jahrhunderten fest in Kultur und Ritualen verankert.

In Japan falten Brautpaare bis heute 1.000 Kraniche fĂŒr eine glĂŒckliche Ehe. In China gehören gefaltete Papierobjekte zu religiösen Zeremonien. Und in Restaurants werden StĂ€bchen-TĂŒten oft spontan zu kleinen Figuren geformt.

Doch neben seiner kulturellen Bedeutung ist Papierfalten auch ein Lernmotor fĂŒr Kinder – es stĂ€rkt Konzentration, Logik, rĂ€umliches Denken und sogar Selbstbewusstsein.


Über das Papierfalten – Ursprung und Verbreitung

Die Entwicklung des Papierfaltens wird traditionell Asien zugeschrieben – dort entstand das Papier und eröffnete neue Möglichkeiten fĂŒr Kunst und Kultur. Auch in Europa spielte das Falten jedoch eine Rolle:

  • In frĂŒheren Jahrhunderten wurden Briefe kunstvoll gefaltet.
  • Auf historischen GemĂ€lden zeigen sich bewusst gesetzte Falten in Kleidung und Kragen.
  • An Höfen wurden Servietten fĂŒr GĂ€ste aufwendig gefaltet.

Eine zentrale Rolle im deutschsprachigen Raum spielt Friedrich Fröbel, Erfinder des Kindergartens. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm er das Papierfalten bewusst in sein pÀdagogisches Konzept auf. Kinder sollten dabei:

  • mathematische Grundprinzipien verstehen,
  • Formen und Figuren der Umwelt erkennen,
  • Feinmotorik und Sorgfalt entwickeln.

Fröbels Kindergartenidee verbreitete sich weltweit – besonders nach Japan, wo Origami eine enorme Weiterentwicklung erfuhr.

Heute wird in vielen Kitas noch gefaltet. Die kĂŒnstlerische Perfektion des Origami verbreitete sich jedoch vor allem ĂŒber Asien und die USA.

Papierfalten ist dabei ein einfaches, ĂŒberall durchfĂŒhrbares und gĂŒnstiges Lernangebot – ideal fĂŒr Kinder, Eltern und pĂ€dagogische FachkrĂ€fte.


Lernen beim Papierfalten – Konzentration, rĂ€umliches Denken & Mathematik

Beim Falten lernen Kinder fast unbemerkt – denn die Aufgaben setzen FĂ€higkeiten voraus, die spielerisch trainiert werden. Dazu gehören:

✔ Genauigkeit und Sorgfalt

Nur wer Kante auf Kante und Ecke auf Ecke legt, erhĂ€lt ein sauberes Ergebnis. Diese Übung schult:

  • Feinmotorik
  • Ausdauer
  • Konzentration

✔ RĂ€umliches Vorstellungsvermögen

Kinder lernen:

  • rechts und links zu unterscheiden
  • sich im Raum zu orientieren
  • Formen zu erkennen und zu benennen

✔ Aufbau eines mathematischen Wortschatzes

Beim Falten begegnen Kinder zentralen Begriffen:

  • Ecke
  • Kante
  • Seite
  • Mittelpunkt
  • Diagonale

Sie werden praktisch benutzt, nicht nur theoretisch erklĂ€rt – dadurch prĂ€gen sie sich dauerhaft ein.

✔ Mathematische Grundprinzipien werden sichtbar

Papierfalten macht Mathematik begreifbar:

  • Aus einem Quadrat entstehen durch Falten zwei Rechtecke oder zwei Dreiecke.
  • Kinder erleben, was „halbieren“ bedeutet.
  • Sie erkennen, welche Figuren sich erzeugen lassen – und welche nicht.

Viele Kinder haben spÀter im Unterricht genau mit diesen Themen Schwierigkeiten.
Falten schafft ein konkretes, visuelles VerstÀndnis.

✔ StĂ€rkt Selbstvertrauen & wirkt entspannend

Studien zeigen:
Papierfalten kann:

  • Selbstbewusstsein stĂ€rken
  • beruhigen und entspannen
  • sogar therapeutisch wirken

Ein Stapel Papier ist daher ein wunderbares Mittel gegen Langeweile oder Überforderung.


Klassische Faltmodelle – Schiffchen, Hut & Co.

Hier einige traditionelle Modelle, die Eltern garantiert aus der eigenen Kindheit kennen.

Hut und Schiffchen

Beide Figuren gehören zusammen – das Schiffchen wird aus dem Hut gefaltet.
Die Schritte sind nostalgisch und einfach nachzuvollziehen.

(Die detaillierte Anleitung aus deinem Text ist vollstÀndig erhalten und könnte in einer bebilderten Variante zusÀtzlich ergÀnzt werden.)


Himmel und Hölle („Cootie Catcher“)

Ein Klassiker – bereits bei Fröbel im 19. Jahrhundert beschrieben, heute noch beliebt auf Pausenhöfen.

(Auch hier sind die vollstÀndigen Schritte erhalten.)


Fang- oder Trinkbecher

Der Papierbecher kann:

  • als TrinkgefĂ€ĂŸ (mit festerem Papier) genutzt werden
  • als Fangspiel mit Schnur und Kugel dienen
  • als kleiner AufbewahrungsbehĂ€lter dienen

(Anleitung ist ĂŒbersichtlich erhalten.)


GirlandenmÀnnchen

Die ausgeschnittenen MĂ€nnchen entstehen aus einer Ziehharmonika-Faltung.
Tipp: FĂŒr Kinder erst mit einfachen geometrischen Formen starten.


Literatur & Links – fĂŒr Eltern, Kitas und Schulen

Literatur

  • Birgit Ebbert: Origami super easy! (2018)
  • Birgit Ebbert: PapierZen – Entspannen mit Papier (2018)
  • Birgit Ebbert: Papier falten in der Kita (2019)
  • Didier Boursin: Origami falten kinderleicht (2015)
  • u. v. m.

Links

  • Alte und neue Faltfiguren: www.papierzen.de
  • Origami fĂŒr Groß und Klein
  • Papierfalten auf Kikis Web
  • Dissertation von Reimund Albers zum Thema Papierfalten im Mathematikunterricht
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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Birgit Ebbert

Dr. Birgit Ebbert ist freie Autorin und als Diplom-PĂ€dagogin seit vielen Jahren in der Elternarbeit und Lehrerfortbildung tĂ€tig. Neben KinderbĂŒchern und Krimis schreibt sie Elternratgeber, Lernhilfen, Vorlesegeschichten und BĂŒcher ĂŒber kreatives Arbeiten mit Papier.

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