Zukunftstag für Mädchen und für Jungen
Zukunftstag für Mädchen und für Jungen
Seit dem Jahr 2001 gibt es den so genannten Girls‘ Day in Deutschland. Mädchen üblicherweise der Schuljahrgänge 5-10 sollen an diesem Tag in Berufe hinein schnuppern, die nicht „typisch“ sind fu?r die Berufswahl ihres Geschlechtes.
Ergänzt wird dieser Tag seit dem Jahr 2012 durch den Boys‘ Day. Ziel ist es auch hier, dass sich Jungen in Berufsfeldern umsehen, die bislang eher weiblich besetzt sind.
Zukunftstag für Jungen und Mädchen
Der Zukunftstag richtet sich in der Regel an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche Berufe kennenlernen, die eher vom jeweils anderen Geschlecht dominiert werden.
Möglichkeiten für Mädchen
Mädchen können beispielsweise Einblicke in folgende Berufsfelder gewinnen:
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Berufskraftfahrerin
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Dachdeckerin
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Estrichlegerin
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Forstwirtin
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Industrieelektrikerin
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Klempnerin
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Klavierbauerin
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Schiffsmaschinistin
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Zweiradmechanikerin
Möglichkeiten für Jungen
Jungen haben die Chance, erste Erfahrungen in Bereichen wie:
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Altenpflegehelfer
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Buchhändler
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Erzieher
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Florist
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Friseur
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Hauswirtschafter
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Lehramt für Grundschulen
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Theaterwissenschaften
zu sammeln.
Durch Praxis in Betrieben oder Workshops innerhalb der Schule oder anderer Institutionen können die Teilnehmer neue Berufsfelder erkunden und wertvolle Impulse für die spätere Berufswahl erhalten.
Vorbereitung auf den Zukunftstag
Termin und Planung
In der Regel informiert die Schule die Kinder und Jugendlichen rechtzeitig über den Termin des Zukunftstages. Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern besprechen, in welchem Betrieb ein Praxistag sinnvoll ist. Häufig haben die Kinder bereits eigene Ideen.
Fehlt eine konkrete Vorstellung, hilft es, Interessen und Fähigkeiten des Kindes zu betrachten und passende Berufsfelder zu überlegen. Grundsätzlich sollten Berufe erkundet werden, die geschlechtsspezifisch eher untypisch sind. Dennoch kann der Praxistag auch allgemein genutzt werden, um berufliche Erfahrungen zu sammeln.
Die Schule muss den Praxistag genehmigen, damit der Tag über die Schülerunfallversicherung abgesichert ist. Eltern sollten die Freistellung schriftlich beantragen und die Genehmigung durch die Klassenlehrkraft oder Schulleitung einholen.
Vorstellung beim Betrieb
Hat Ihr Kind einen oder mehrere passende Betriebe gefunden, ist eine kurze schriftliche Vorstellung per E-Mail sinnvoll. Jüngere Kinder benötigen hierbei Unterstützung durch die Eltern.
Die E-Mail sollte enthalten:
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Name, Alter, Schule und Jahrgang
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Interessen des Kindes
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Grund, warum es den Zukunftstag in diesem Betrieb verbringen möchte
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Datum des Zukunftstages
Betriebe antworten in der Regel mit einem positiven oder negativen Bescheid. Bei Zusage kann es sinnvoll sein, nachzufragen, ob ein persönliches Kennenlernen erforderlich ist und welche Unterlagen oder Materialien mitgebracht werden sollen.
Organisation vor dem Zukunftstag
Vorab sollten Kinder mit der Schule klären, welche Formalitäten für die Schulpflicht zu erfüllen sind. Viele Schulen stellen eigene Formulare zur Bescheinigung des Praxistages aus.
Eltern können unterstützen, indem sie mit dem Kind Informationen zum Betrieb recherchieren, z. B. über:
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Mitarbeiterzahl
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Ausbildungsangebote
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Anfahrtszeiten
So kann das Kind pünktlich am Zukunftstag erscheinen und den Rückweg sicher planen.
Ablauf am Zukunftstag
Am Praxistag selbst sollte Ihr Kind:
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Pünktlich am vereinbarten Ort sein
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Notwendige Schulformulare als Bescheinigung mitbringen
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Ein Pausenbrot, Getränke, Block und Stifte dabei haben
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Eventuell Fragen zum Berufsfeld vorbereiten
Die meisten Schulen verlangen, dass die Kinder einen kurzen Bericht über ihre Erfahrungen verfassen.
Für unvorhergesehene Ereignisse ist es hilfreich, dass Ihr Kind die Telefonnummer des Betriebs parat hat.
Nachbereitung des Zukunftstags
Nach dem Praxistag reflektiert die Schule häufig gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Erfahrungen. Eltern sollten ebenfalls nachfragen, wie das Kind den Tag erlebt hat, was ihm gefallen hat und ob das Berufsfeld weiterhin interessant ist.
Viele Kinder nehmen den Zukunftstag ernst und nutzen die Gelegenheit, Vorbehalte abzubauen und neue Berufsfelder kennenzulernen. Durch eigene Erfahrungen rücken Tätigkeiten in den Fokus, die zuvor möglicherweise nicht in Betracht gezogen wurden.
Das Ziel, wie es die Kultusministerkonferenz 2016 formulierte, lautet: „Chancengleichheit durch geschlechtersensible schulische Bildung und Erziehung.“
Weitere Informationen
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.