Lesekompetenz fördern
Lesekompetenz fördern
Lesen ist der SchlĂŒssel zum schulischen Erfolg. Nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen FĂ€chern sind Kinder und Jugendliche darauf angewiesen, Texten ihre Informationen entnehmen zu können. Der folgende Beitrag nennt erste AnsĂ€tze hierfĂŒr.
đ Lesekompetenz fördern â warum jedes Kind lesen lernen muss
âJedes Kind muss lesen lernen!â â mit dieser eindringlichen Forderung wendet sich die Kinderâ und Jugendbuchautorin Dr. Kirsten Boie gemeinsam mit Expertinnen und Experten an Politik und Gesellschaft.
Lesen ist der SchlĂŒssel zum schulischen Erfolg. Ohne ausreichende Lesekompetenz können Kinder weder Texte verstehen noch Informationen entnehmen â und das betrifft alle FĂ€cher, nicht nur den Deutschunterricht.
Auch in Ausbildung, Studium und Berufsleben bleibt Lesekompetenz eine zentrale Voraussetzung fĂŒr Teilhabe, SelbststĂ€ndigkeit und Bildungschancen.
Die Frage lautet also: Was können Eltern und pĂ€dagogische Einrichtungen tun, um Kinder auf ihrem Weg zum sicheren Lesen zu unterstĂŒtzen?
đ§ Was bedeutet Lesekompetenz?
Der Begriff Lesekompetenz beschreibt die FĂ€higkeit,
- geschriebene Texte zu verstehen,
- relevante Inhalte herauszufiltern,
- Informationen zu nutzen
- und ĂŒber Texte zu reflektieren.
Lesekompetenz ist Voraussetzung fĂŒr:
- schulisches Lernen
- eigenstÀndige Wissensaneignung
- soziale und kulturelle Teilhabe
- lebenslanges Lernen
đ« Wie entwickelt sich Lesekompetenz?
1. Lese- und Schreiblehrgang (1.â2. Klasse)
In den ersten beiden Schuljahren lernen Kinder zunÀchst die Technik des Lesens: Buchstaben erkennen, Silben verbinden, erste Wörter und SÀtze lesen.
2. LeseflĂŒssigkeit & Automatisierung
Wenn die Grundtechnik sitzt, geht es darum, flĂŒssig und sicher zu lesen, ohne jedes Wort mĂŒhsam zu entschlĂŒsseln.
3. Sinnentnahme & TextverstÀndnis
Kinder lernen, gezielt Informationen aus Texten zu entnehmen, ZusammenhÀnge zu erkennen und Inhalte zu reflektieren.
4. EigenstÀndiges, lustvolles Lesen
Erst wenn Lesen nicht mehr mĂŒhsam ist, entsteht Freude â ein wichtiger Motor fĂŒr langfristige Lesemotivation.
ES IST ENTSCHEIDEND:
đ In jeder Phase mĂŒssen Kinder zum Lesen motiviert bleiben â auch ĂŒber die Grundschule hinaus.
đ± Literacy entwickeln â der Grundstein fĂŒr Lesekompetenz
âLiteracyâ umfasst mehr als Lesen und Schreiben. Es bedeutet:
- Erfahrungen mit Geschichten
- VerstÀndnis von ErzÀhlstrukturen
- Wissen ĂŒber Schriftkultur
- Freude am Umgang mit Sprache
Vorlesen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Schon im Kleinkindalter:
- FĂŒhlbĂŒcher
- WimmelbĂŒcher
- BilderbĂŒcher
â bieten viele GesprĂ€chsanlĂ€sse.
SpÀter:
- regelmĂ€Ăige Vorlesezeiten
- Geschichten mit komplexeren Handlungen
- gemeinsames Antizipieren, Nachfragen, Reflektieren
Kinder lernen dadurch:
- dem Inhalt zu folgen
- RĂŒckschlĂŒsse zu ziehen
- sich in Geschichten hineinzudenken
- Texten ihre Bedeutung zu entnehmen
Wichtig:
đ Vorlesen sollte nicht mit dem Kindergarten enden.
Auch Grundschulkinder und viele Jugendliche genieĂen das gemeinsame Lesen â besonders in dialogischer Form.
â Lesemotivation fördern â der Motor der Lesekompetenz
Lesen lernen gelingt nur, wenn Kinder lesen wollen.
Dazu können Eltern viel beitragen.
đĄ 1. Vorbild sein
Kinder, die Erwachsene beim Lesen sehen, entwickeln hÀufiger selbst Freude daran.
Fragen Sie sich:
- Wie oft liest mein Kind mich lesen?
- Spreche ich ĂŒber meine eigenen BĂŒcher?
đĄ 2. Interesse ernst nehmen
- Welche Themen liebt das Kind?
- Liest es lieber Sachtexte als Geschichten?
Es gibt heute eine riesige Auswahl an:
- SachbĂŒchern
- Kinderlexika
- Wissensmagazinen
- Comics und Graphic Novels
Alles davon ist wertvoll.
đĄ 3. Gemeinsame Erlebnisse schaffen
- Bibliotheksbesuche
- stöbern in Buchhandlungen
- Auswahlmöglichkeiten schaffen
đĄ 4. Digitale Motivation nutzen
Programme wie Antolin motivieren Kinder durch Quizze, Punkte und Auszeichnungen â ein spielerischer Zugang zur Leseförderung.
đĄ 5. HörbĂŒcher gezielt einsetzen
HörbĂŒcher ersetzen nicht das Lesen, können aber:
- Wortschatz erweitern
- Fantasie anregen
- Interesse an Geschichten wecken
đ© Wenn Lesen schwerfĂ€llt â was Eltern tun können
Hat ein Kind deutliche Schwierigkeiten beim Lesenlernen, sollte frĂŒh gehandelt werden:
Schritte:
- GesprÀch mit der Lehrkraft
- Beobachtung durch FörderschulpÀdagog*innen
- Entwicklungsdiagnostik ĂŒber Kinderarzt oder SPZ
Viele Kinder brauchen einfach mehr Zeit.
Sollte jedoch eine LeseschwĂ€che vorliegen, ist frĂŒhe Förderung entscheidend.
đŻ Fazit: Lesen ist eine SchlĂŒsselkompetenz â fĂŒr das ganze Leben
Damit Kinder erfolgreich am schulischen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können, mĂŒssen sie lesen können â und lesen wollen.
Das gelingt, wenn:
- Eltern
- Erzieher*innen
- Grundschule
- weiterfĂŒhrende Schule
eng zusammenarbeiten und Kinder aktiv begleiten.
Lesekompetenz ist keine SelbstverstÀndlichkeit, sondern ein Prozess, der Aufmerksamkeit, Motivation und Förderung braucht.
Link zu Kirsten Boies Petition:
https://www.change.org/p/jedes-kind-muss-lesen-lernen
Link zu Antolin:
Zuletzt aktualisiert am: 09.02.2026
Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tĂ€tig. Dabei war sie u.a. zustĂ€ndig fĂŒr die ĂbergĂ€nge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterfĂŒhrende Schule. Seit MĂ€rz 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum LĂŒneburg.