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Lesekompetenz fördern

Frau und Kind lesen in einem Buch
Wissen und Bildung
© fizkes - Fotolia.com
von Alexandra von PlĂŒskow - Kaminski

Lesen ist der SchlĂŒssel zum schulischen Erfolg. Nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen FĂ€chern sind Kinder und Jugendliche darauf angewiesen, Texten ihre Informationen entnehmen zu können. Der folgende Beitrag nennt erste AnsĂ€tze hierfĂŒr.

Lesedauer:
4 min

📚 Lesekompetenz fördern – warum jedes Kind lesen lernen muss

„Jedes Kind muss lesen lernen!“ – mit dieser eindringlichen Forderung wendet sich die Kinder‑ und Jugendbuchautorin Dr. Kirsten Boie gemeinsam mit Expertinnen und Experten an Politik und Gesellschaft.

Lesen ist der SchlĂŒssel zum schulischen Erfolg. Ohne ausreichende Lesekompetenz können Kinder weder Texte verstehen noch Informationen entnehmen – und das betrifft alle FĂ€cher, nicht nur den Deutschunterricht.

Auch in Ausbildung, Studium und Berufsleben bleibt Lesekompetenz eine zentrale Voraussetzung fĂŒr Teilhabe, SelbststĂ€ndigkeit und Bildungschancen.

Die Frage lautet also: Was können Eltern und pĂ€dagogische Einrichtungen tun, um Kinder auf ihrem Weg zum sicheren Lesen zu unterstĂŒtzen?


🧠 Was bedeutet Lesekompetenz?

Der Begriff Lesekompetenz beschreibt die FĂ€higkeit,

  • geschriebene Texte zu verstehen,
  • relevante Inhalte herauszufiltern,
  • Informationen zu nutzen
  • und ĂŒber Texte zu reflektieren.

Lesekompetenz ist Voraussetzung fĂŒr:

  • schulisches Lernen
  • eigenstĂ€ndige Wissensaneignung
  • soziale und kulturelle Teilhabe
  • lebenslanges Lernen

đŸ« Wie entwickelt sich Lesekompetenz?

1. Lese- und Schreiblehrgang (1.–2. Klasse)

In den ersten beiden Schuljahren lernen Kinder zunÀchst die Technik des Lesens: Buchstaben erkennen, Silben verbinden, erste Wörter und SÀtze lesen.

2. LeseflĂŒssigkeit & Automatisierung

Wenn die Grundtechnik sitzt, geht es darum, flĂŒssig und sicher zu lesen, ohne jedes Wort mĂŒhsam zu entschlĂŒsseln.

3. Sinnentnahme & TextverstÀndnis

Kinder lernen, gezielt Informationen aus Texten zu entnehmen, ZusammenhÀnge zu erkennen und Inhalte zu reflektieren.

4. EigenstÀndiges, lustvolles Lesen

Erst wenn Lesen nicht mehr mĂŒhsam ist, entsteht Freude – ein wichtiger Motor fĂŒr langfristige Lesemotivation.

ES IST ENTSCHEIDEND:
👉 In jeder Phase mĂŒssen Kinder zum Lesen motiviert bleiben – auch ĂŒber die Grundschule hinaus.


đŸŒ± Literacy entwickeln – der Grundstein fĂŒr Lesekompetenz

„Literacy“ umfasst mehr als Lesen und Schreiben. Es bedeutet:

  • Erfahrungen mit Geschichten
  • VerstĂ€ndnis von ErzĂ€hlstrukturen
  • Wissen ĂŒber Schriftkultur
  • Freude am Umgang mit Sprache

Vorlesen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Schon im Kleinkindalter:

  • FĂŒhlbĂŒcher
  • WimmelbĂŒcher
  • BilderbĂŒcher
    → bieten viele GesprĂ€chsanlĂ€sse.

SpÀter:

  • regelmĂ€ĂŸige Vorlesezeiten
  • Geschichten mit komplexeren Handlungen
  • gemeinsames Antizipieren, Nachfragen, Reflektieren

Kinder lernen dadurch:

  • dem Inhalt zu folgen
  • RĂŒckschlĂŒsse zu ziehen
  • sich in Geschichten hineinzudenken
  • Texten ihre Bedeutung zu entnehmen

Wichtig:
👉 Vorlesen sollte nicht mit dem Kindergarten enden.
Auch Grundschulkinder und viele Jugendliche genießen das gemeinsame Lesen – besonders in dialogischer Form.


⭐ Lesemotivation fördern – der Motor der Lesekompetenz

Lesen lernen gelingt nur, wenn Kinder lesen wollen.
Dazu können Eltern viel beitragen.

💡 1. Vorbild sein

Kinder, die Erwachsene beim Lesen sehen, entwickeln hÀufiger selbst Freude daran.

Fragen Sie sich:

  • Wie oft liest mein Kind mich lesen?
  • Spreche ich ĂŒber meine eigenen BĂŒcher?

💡 2. Interesse ernst nehmen

  • Welche Themen liebt das Kind?
  • Liest es lieber Sachtexte als Geschichten?

Es gibt heute eine riesige Auswahl an:

  • SachbĂŒchern
  • Kinderlexika
  • Wissensmagazinen
  • Comics und Graphic Novels

Alles davon ist wertvoll.

💡 3. Gemeinsame Erlebnisse schaffen

  • Bibliotheksbesuche
  • stöbern in Buchhandlungen
  • Auswahlmöglichkeiten schaffen

💡 4. Digitale Motivation nutzen

Programme wie Antolin motivieren Kinder durch Quizze, Punkte und Auszeichnungen – ein spielerischer Zugang zur Leseförderung.

💡 5. HörbĂŒcher gezielt einsetzen

HörbĂŒcher ersetzen nicht das Lesen, können aber:

  • Wortschatz erweitern
  • Fantasie anregen
  • Interesse an Geschichten wecken

đŸš© Wenn Lesen schwerfĂ€llt – was Eltern tun können

Hat ein Kind deutliche Schwierigkeiten beim Lesenlernen, sollte frĂŒh gehandelt werden:

Schritte:

  1. GesprÀch mit der Lehrkraft
  2. Beobachtung durch FörderschulpÀdagog*innen
  3. Entwicklungsdiagnostik ĂŒber Kinderarzt oder SPZ

Viele Kinder brauchen einfach mehr Zeit.
Sollte jedoch eine LeseschwĂ€che vorliegen, ist frĂŒhe Förderung entscheidend.


🎯 Fazit: Lesen ist eine SchlĂŒsselkompetenz – fĂŒr das ganze Leben

Damit Kinder erfolgreich am schulischen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können, mĂŒssen sie lesen können – und lesen wollen.

Das gelingt, wenn:

  • Eltern
  • Erzieher*innen
  • Grundschule
  • weiterfĂŒhrende Schule

eng zusammenarbeiten und Kinder aktiv begleiten.

Lesekompetenz ist keine SelbstverstÀndlichkeit, sondern ein Prozess, der Aufmerksamkeit, Motivation und Förderung braucht.

Link zu Kirsten Boies Petition:

https://www.change.org/p/jedes-kind-muss-lesen-lernen

Link zu Antolin:

https://antolin.westermann.de

Zuletzt aktualisiert am: 09.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski

Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tĂ€tig. Dabei war sie u.a. zustĂ€ndig fĂŒr die ÜbergĂ€nge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterfĂŒhrende Schule. Seit MĂ€rz 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum LĂŒneburg.

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