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Langeweile im Winter ? – Keinesfalls!

Mädchen spielt im Schnee
Freizeit und Erholung
© Vasyl - Fotolia.com
von Jörg Sauer

Der Geruch von frisch gefallenem Schnee liegt in der Luft. Die besondere Stille lädt zum Tummeln in der weißen Pracht ein. Natürlich hat die kalte Jahreszeit oftmals ein ganz anderes Gesicht. Dennoch hat jeder uns geschenkte Tag so viel Gutes in sich schlummern. Das gilt es entdecken und für uns zu nutzen. Dazu bietet der nachfolgende Beitrag einige Anregungen für draußen und drinnen.

Lesedauer:
5 min

Der Winter im Jahreskreis

Die Jahreszeit zwischen Herbst und Frühling ist oft von einer geheimnisvollen Ruhe geprägt. Besonders wenn Schnee die Landschaft bedeckt, scheint die Natur stillzustehen. Das althochdeutsche Wort wintar bedeutet „feucht“ bzw. „feuchte Jahreszeit“.

Verschiedene Einteilungen des Winters

Welche Monate zum Winter zählen, hängt von der Perspektive ab. Meteorologen ordnen stets volle Monate zu: Der Winter reicht vom 1. Dezember bis zum 28./29. Februar.

Astronomisch beginnt er mit der Wintersonnenwende am 21./22. Dezember – dem kürzesten Tag und der längsten Nacht auf der Nordhalbkugel. Auf der Südhalbkugel verhält es sich umgekehrt. Mit der Tag‑und‑Nachtgleiche im März endet er, 2019 war dies am 20. März.

Phänologisch variiert der Winter regional stark, meist verbindet man ihn jedoch mit Eis und Schnee.

Monatsnamen im Winter

Ich orientiere mich an der meteorologischen Einteilung.

Der Dezember war im römischen Kalender der zehnte Monat (lateinisch decem = zehn). Das germanische Julfest gab ihm den alten Namen Julmond, ein weiterer lautet Christmonat.

Der Januar ist nach dem römischen Gott Janus benannt, dem „alle Anfänge heilig“ waren. Die Römer verehrten ihn als besonders eigenständigen Schutzgott. In Österreich, Südtirol und der Schweiz heißt der Monat Jänner. Karl der Große nannte ihn Schneemonat; weitere alte Namen sind Hartung oder Eismonat.

Der Februar geht auf das römische Reinigungsfest Februa zurück (lateinisch februare = reinigen). Der Name stammt vom Beinamen der Göttin Juno, die für Geburt, Ehe und Fürsorge steht. Der Brauch der Schalttage hat seinen Ursprung im römischen Kalender, in dem das Jahr im Februar endete; damals hatte er 23 oder 24 Tage. Alte deutsche Namen sind etwa Hornung, Schmelz‑ oder Taumonat.

Winterliches Aktivsein

Die ruhende Natur lädt dazu ein, sich mit ihr auseinanderzusetzen – nicht, um selbst still zu werden, sondern um ihre Schönheiten bewusst wahrzunehmen. Ein täglicher Aufenthalt im Freien wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus. Kinder sollten diese Erfahrungen schon früh selbst machen können.

Unser Vorbild spielt dabei eine große Rolle. Kinder probieren gern aus, folgen ihrer Neugier. Oft genügt es, ihnen Vertrauen zu schenken und sie „machen zu lassen“ – natürlich innerhalb gemeinsam vereinbarter Regeln.

Positive Einflüsse der Naturerfahrung

Viele Untersuchungen zeigen, wie wichtig die aktive Naturerfahrung für die kindliche Entwicklung ist. Dazu gehören:

  • Problemlösefähigkeit, z. B.:
    Wie baut man einen haltbaren Schneemann? Wie entsteht eine stabile Schneehöhle? Wie gelingt eine Kugelbahn aus Schnee?
  • Interesse an natürlichen Zusammenhängen, z. B.:
    Schneiden von Barbarazweigen (4.12.) und Beobachten ihrer Entwicklung; Fragen zur Sicherheit auf Eisflächen; Formenvielfalt von Schneeflocken; Wetterphänomene wie Nebel im Tal und Sonne am Berg.
  • Körperliche Stärkung durch Spielen und Toben; zugleich wird die Immunabwehr gefördert und der Körper erhält ausreichend Vitamin D durch das Draußensein.

Outdoor‑Tipps

Einige Anregungen aus dem vorigen Abschnitt lassen sich hier erweitern.

Eis und Frost entdecken

Eis und Frost schaffen faszinierende Formen. Raureif bildet filigrane Figuren; zugefrorene Pfützen wirken wie Kunstwerke. Ähnliche Eindrücke entstehen an Blättern, Zweigen oder in gefrorenen Gewässern.

Benennen Sie die Formen gemeinsam, fotografieren Sie sie und gestalten Sie daraus Collagen oder malen Sie sie verfremdet nach. Ihre Kinder finden schnell eigene Ideen – geben Sie nur einen Impuls.

Sport im Winter

Ermöglichen Sie Ihrem Kind, verschiedene winterliche Sportarten auszuprobieren:

  • Rodeln
  • Schlittschuhlaufen (viele Orte haben Eislaufbahnen)
  • Ski‑ oder Snowboardfahren
  • Winterwandern (in Skigebieten nur die markierten Wege nutzen)

Viele Angebote lassen sich in Vereinen wahrnehmen – ideal, um neue Hobbys zu entdecken.

Besondere Veranstaltungen

Winterliche Erlebnisse bieten zum Beispiel:

  • Weihnachts‑ oder Nikolausmärkte
  • Karnevalsumzüge
  • Funkenfeuer: ein Brauch in Süddeutschland, Liechtenstein, der Schweiz und Teilen Österreichs. Am ersten Sonntag nach Aschermittwoch wird symbolisch der Winter vertrieben.

Wetter beobachten

  • tägliche Messungen zu Temperatur, Bewölkung, Niederschlag, ggf. Luftdruck
  • Vergleich mit einer Wetter‑App

Mithilfe beim Winterdienst

  • Schnee schieben
  • Wege streuen

Indoor‑Tipps

Bewegung in Räumen

  • Tischtennis
  • Schach oder anderer „Denksport“
    Regelmäßige Teilnahme in Vereinen ist oft möglich.

Baden und Schwimmen

Eine angenehme, aktive Alternative an kalten Tagen.

Gärtnerische Arbeiten

  • Pflege der Zimmerpflanzen
  • Kontrolle und ggf. Reparatur von Gartengeräten
  • Erste Überlegungen für die kommende Gartensaison

Phantasiebauten

Mit Natur‑ oder Alltagsmaterialien (Äste, Steine, Muscheln, Früchte, Sand …) lassen sich Landschaften, Fahrzeuge oder Gebäude kreativ gestalten.

Lesezeit

Kinder können in Bücherwelten eintauchen und Geschichten individuell erleben. Gemeinsame Vorleserunden schaffen Geborgenheit – besonders in gemütlicher Atmosphäre.

Basteln

Beispiele:

  • Adventsgestecke
  • Adventskranz
  • Papier‑ oder Stoffsterne
  • Modelle aus dem Metallbaukasten

Altes Handwerk erleben

Auf vielen Märkten finden sich mittelalterliche Stände oder Vorführungen alter Handwerkskunst. Das kann Kinder wie Erwachsene faszinieren. Regional zeigen Handwerker z. B. im Erzgebirge Schnitzen, Drechseln oder Klöppeln.

Weiterführende Informationen bieten die letzten fünf Linktipps.

Linktipps


Quellen
(2)https://www.die-goetter.de/roemischer-gott-janus
(3) ebd.
(4)https://de.wikipedia.org/wiki/Februar
(5)https://www.timeanddate.de/kalender/monate/februar
(6) ebd.
(7) ebd.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Langeweile
Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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