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Rom mit Kindern und Teenies

Bild vom Kolosseum
Freizeit und Erholung
© Bild von wirestock auf Freepik
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

„Da sind doch nur alte Steine? Was wollt ihr da machen?“ - solche Fragen waren vor dem Trip nach Rom vielerorts zu hören. Und trotzdem stand Rom schon lange auf der Liste unserer Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski und ihren Kindern. Im Oktober 2018 machten sie sich auf den Weg - und fanden dort Altes und Neues, das Familien mit Kindern und Teenies lange in Erinnerung bleiben wird.

Lesedauer:
5 min

Allgemeines zu einer Reise nach Rom

Rom gehört zu den beliebtesten Reisezielen Europas. In den Sommermonaten kann es jedoch sehr heiß und stark überlaufen sein. Ideal für einen Besuch sind Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen milder sind. Da auch in diesen Zeiten viele Besucher unterwegs sind, lohnt es sich, Tickets für große Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, das Forum Romanum und den Vatikan unbedingt vorab zu buchen – bevorzugt mit „Skip‑the‑Line“-Optionen. Auch Angebote wie der Roma Pass ermöglichen freien oder vergünstigten Eintritt in zahlreiche Museen.

Englisch ist in Rom weit verbreitet. Ein paar italienische Redewendungen oder eine freundliche Begrüßung erleichtern jedoch manchen Kontakt erheblich.

Innerhalb des Stadtkerns lässt sich Rom hervorragend zu Fuß erkunden. Zusätzlich stehen Busse, U‑Bahnen und Trams zur Verfügung. Besonders praktisch: Eine Rundfahrt im Doppeldeckerbus, die – vor allem mit mehrtägigem Ticket – ein entspanntes Ansteuern der wichtigsten Highlights ermöglicht.

Kolosseum und antikes Rom

Familienführung „Asterix in Rom“

Schon vor der Reise hatten wir die Führung „Asterix in Rom“ bei RomaCulta gebucht. Die deutschsprachigen Kulturvermittler bieten seit über zehn Jahren interaktive Familienführungen an, bei denen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen.

Mit drei weiteren Familien waren wir mit Alessandro Canestrini unterwegs, der die insgesamt acht Kinder und Jugendlichen (vom Grundschulalter bis zur Sekundarstufe) über drei Stunden hinweg aufmerksam und altersgerecht einbezog. Die Tour begann am Kolosseum, führte über den Palatin bis zum Forum Romanum, dem alten Machtzentrum Roms.

Auch wenn diese Führungen teurer erscheinen als reguläre Angebote, lohnt sich die Investition: Die kleine Gruppe und die individualisierte Ansprache machen komplexe Inhalte lebendig und spannend – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.
Weitere Informationen: https://www.romaculta.com/leistungen/rom-mit-kindern/

Rom auf eigene Faust

Auch abseits der Führung haben wir Rom selbst erkundet. Und wenn die Beine müde wurden, half eine der unzähligen Gelaterie – das Angebot ist groß und so vielfältig, dass eine Lieblingssorte kaum auszumachen ist.

Besonders lohnend sind die Seitenstraßen, die oft touristenleer sind und kleine Schätze bereithalten. Selbstverständlich haben wir die Spanische Treppe und den Fontana di Trevi besucht. Am eindrucksvollsten aber war ein Ausflug zum Aventin, einem der römischen Hügel. Über zahlreiche Stufen gelangt man zum stillen Parco Sant’Alessio, von dessen Terrasse man einen wunderbaren Blick über die Stadt genießt.

Die Basilika Santa Sabina ist innen schlicht und schön – und draußen überrascht ein Brunnen mit einem steinernen „Mund“, ähnlich der berühmten Bocca della verità. Ob auch dieser „die Wahrheit prüft“?

Bekannt ist auch das Schlüsselloch Buco di Roma. Der Blick ist tatsächlich faszinierend – doch hier ist das Gedränge wieder groß und die Warteschlange lang.

Die Vatikanischen Museen

Ein Museumserlebnis für Groß und Klein

Rund 60.000 Besucherinnen und Besucher täglich – dementsprechend voll kann es werden. Dennoch lohnt sich der Besuch unbedingt. Empfehlenswert ist ein Online‑Ticket mit Einlass ohne Wartezeit:
https://www.museivaticani.va/content/museivaticani/de.html

Mindestens drei Stunden sollte man für den Rundgang einplanen. Und ja – auch mit Kindern vergeht diese Zeit überraschend schnell. Die Ägypten‑Abteilung begeistert kleine wie große Fans, u. a. mit einer echten Mumie. Auch die Stanzen Raffaels sind beeindruckend.

Der Rundgang endet in der Sixtinischen Kapelle, dem Höhepunkt des Besuchs. Die Werke Michelangelos leuchten hier in intensiven Farben. Fotografieren ist streng verboten; Aufsichtspersonen achten konsequent darauf. Wer den rechten Ausgang nutzt, gelangt direkt zur Peterskirche.

Zur Orientierung und Unterhaltung bieten sich Audioguides an, darunter eine kindgerechte Führung in Form einer Schatzsuche.

Ein beliebtes Motiv ist die große Wendeltreppe am Ausgang. Wichtig: Große Rucksäcke, Schirme oder Taschenmesser sind nicht erlaubt.

Nach dem Besuch lädt die Cafeteria zum Erholen ein. Ein Muss: Eine Postkarte aus dem Vatikan, inklusive eigener Briefmarken und Briefkästen.

Zu Fuß durch Rom

Spontan entdecken

Rom bietet unzählige Sehenswürdigkeiten: Die Engelsburg, viele Kirchen, Museen und historische Plätze. Wir verbrachten fünf Tage in der Stadt – oft einfach flanierend. Dabei entdeckten wir witzige Graffitis, verwunschene Hinterhöfe, stylische Geschäfte und sogar wilde Papageien.

Ein besonderes Erlebnis war die Deckenmalerei in der Kirche Sant’Ignazio di Loyola: Was aussieht wie eine echte Kuppel, ist in Wirklichkeit eine beeindruckende 3D‑Illusionsmalerei.

Am letzten Abend besuchten wir das Pantheon. Der Eintritt war noch frei (ab 2019 sollen Gebühren folgen). Der Anblick des Lichts, das durch die Kuppel fällt, ist überwältigend – ein würdiger Abschluss unserer Reise.
Unser Fazit: 14,3 Kilometer täglich zu Fuß, viele Eindrücke – und die Gewissheit, dass wir nach Rom zurückkehren, auch ohne Münze im Trevi-Brunnen.

Tipps von Stadtführer Alessandro Canestrini

Top 3 für Familien

  1. Pantheon um 8:30 Uhr
    Früh morgens ist es nahezu menschenleer. Die besondere Akustik und die Stille machen diesen Moment unvergesslich.

  2. Beste Eisdiele: Gelateria Giolitti a Testaccio (via Amerigo Vespucci)
    Seit 1914 beliebt bei Einheimischen. Klassische Sorten, sorgfältig zubereitet.
    Für Kinder saisonale Fruchtsorten, für Erwachsene Köstlichkeiten wie Zabaione, Bronte-Pistazie oder Kaffee.

  3. Der Kanonenschuss um 12 Uhr am Gianicolo‑Hügel (Piazza Garibaldi)
    Für Kinder beeindruckend! Zugleich einer der schönsten Ausblicke Roms. Von dort lässt sich gemütlich nach Trastevere hinunterspazieren – ideal für ein Mittagessen auf der Piazza San Cosimato.

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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