Smartphone ja – aber richtig!
Smartphone ja – aber richtig!
Ohne Handy und Smartphone geht es heute nicht mehr, darüber sind sich fast alle einig. Wann jedoch der richtige Zeitpunkt für ein Smartphone gekommen ist und was gerade bei jüngeren Kindern zu beachten ist, darüber herrscht oft Unsicherheit.
Smartphone für Kinder: Wann, welches und wie
Die Initiative schau-hin, in der seit 2003 das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie die Programmzeitschrift TV SPIELFILM mitwirken, empfiehlt, Kindern erst ab etwa 11 Jahren ein eigenes Smartphone zu geben – also nach der Grundschulzeit.
Der Grund: Ein Smartphone steht gleichbedeutend für Internetzugang, Apps und zahlreiche weitere Funktionen, für die Kinder ein gewisses Verantwortungsbewusstsein benötigen. Wer trotzdem früher ein Gerät anschafft, sollte unbedingt Sicherheitsfunktionen und Jugendschutz-Apps nutzen.
Smartphone ja – aber welches?
Nicht immer ist das neueste Modell auch das beste für Kinder. Laut schau-hin ist vor allem wichtig, dass das Gerät leicht zu bedienen ist und den Bedürfnissen des Kindes entspricht.
Entscheidungskriterien: Strahlenbelastung und Kosten
Ein zusätzliches Kriterium ist der SAR-Wert. Dabei handelt es sich um die Spezifische Absorptionsrate, gemessen in Watt pro Kilogramm (W/kg), die angibt, wie viel hochfrequente Energie beim Telefonieren im Körper aufgenommen wird. Das Bundesministerium für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt Geräte mit möglichst niedrigem SAR-Wert. Listen der gängigen Modelle finden sich auf der Webseite des BfS.
Auch die Kosten sollten berücksichtigt werden – sowohl Anschaffung als auch laufender Betrieb. Kinder können dabei einbezogen werden, um ein Bewusstsein für finanzielle Verantwortung zu entwickeln.
Besonders bei Tarifen ist Vorsicht geboten: Viele Anbieter bieten Verträge mit monatlicher Kostenbegrenzung für Kinder an. So sehen sie, welche Kosten bei Nutzung von Datenvolumen, Gesprächen oder Zusatzangeboten wie Apps, Klingeltönen oder Spielen entstehen. Sinnvoll ist zudem, Drittanbieter beim Netzbetreiber sperren zu lassen oder die Sicherheitseinstellungen im Smartphone zu aktivieren.
Smartphone-Nutzung gemeinsam gestalten
Eltern sollten das Gerät gemeinsam mit dem Kind einrichten. Dazu gehört:
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Installation von Antivirenschutz und Jugendschutzprogrammen, wie Suchmaschinen „fragFinn“ oder JusProg, inklusive individueller Nutzungszeiten und Filter für Webseiten.
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Sperren von Browserfunktionen, z. B. Safari auf iPhones, um Schutzmechanismen nicht zu umgehen.
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Erklärung, dass GPS, WLAN und Bluetooth nicht dauerhaft aktiviert sein sollten.
Apps verantwortungsvoll auswählen
Nicht nur die Altersangaben in App-Stores sind entscheidend – Eltern sollten Apps selbst prüfen. Anfangs sollte das Herunterladen von Apps Elternsache sein. Später, etwa ab 12 Jahren, können Kinder nach verantwortungsbewusstem Umgang eigenständig Apps auswählen.
Schriftliche Regeln vereinbaren
Ein schriftlicher Vertrag zwischen Eltern und Kind verdeutlicht die Bedeutung der Regeln. Er kann Punkte zu Verhalten, Sicherheit, Datenschutz, Downloads, Kosten und Nutzungszeiten enthalten sowie Konsequenzen bei Nichteinhaltung.
Datenschutz beachten
Kinder sollten verstehen, dass das Smartphone viele persönliche Daten speichert, die nur mit echten Freunden geteilt werden sollten. PIN, Passwort und Datenverschlüsselung verhindern unbefugten Zugriff, falls das Gerät verloren geht.
Regelmäßige Pausen einplanen
Klare Absprachen verhindern Konflikte. Das Smartphone sollte Pausenzeiten haben, zum Beispiel während Mahlzeiten, vor dem Schlafengehen oder bei Hausaufgaben.
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Zuletzt geändert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.