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Kinderängste - wenn Fernsehen Angst macht

Kinder liegen verschreckt unter der Bettdecke
Entwicklung und Erziehung
© YakobchukOlena - Fotolia.com
von Ulrike Lindner

Luisa kann nicht schlafen. Sobald die Achtjährige die Augen zumacht, scheinen Monster aus der Wand zu kommen. So oder ähnlich geht es vielen Kindern. Fernsehen kann Angst machen, auch wenn es sich um Sendungen handelt, die den Eltern vollkommen harmlos erscheinen.

Lesedauer:
3 min

Angst bei Kindern: Was sie auslöst

Was Kinder ängstigt, hängt von vielen Faktoren ab, besonders vom Alter und Entwicklungsstand. Inhalte, die einem Fünfjährigen Albträume bereiten, können für einen Neunjährigen völlig unproblematisch sein.

Auch die aktuelle Lebenssituation spielt eine Rolle: Trennungen, Unfälle oder Verluste im persönlichen Umfeld können bewirken, dass Kinder mediale Inhalte anders wahrnehmen und als bedrohlich empfinden.

Altersabhängige Angst

  • Jüngere Kinder: Angst vor Geräuschen, Musik, dramatischen Effekten und Fantasiefiguren wie Hexen, Vampire oder Gespenster

  • Ältere Kinder (ab Grundschulalter): Angst vor realistischen Situationen, z. B. Katastrophen, Gewalt oder Unfälle in Nachrichten, Boulevardsendungen, Reality-TV

Warum Kinder Angst empfinden:
Liegt eine Situation nah an der eigenen Lebenswelt oder erinnert an eigene Erfahrungen, beziehen Kinder sie schnell auf sich. Beispiele:

  • Unfälle, bei denen Kinder beteiligt sind

  • Misshandlungen oder Verletzungen

Typische Anzeichen für Überforderung:

  • Plötzliche Ängstlichkeit

  • Einschlafen nur bei Licht

  • Wieder ins Bett der Eltern kommen

Eine internationale Studie zeigt: 8- bis 9-Jährige reagieren besonders sensibel. 60 % der Kinder berichteten von Angst beim Fernsehen, ein Drittel litt unter Alpträumen. Auslöser waren Sendungen wie „The Walking Dead“, die an Märchen angelehnte Serie „Grimm“ oder die ARD-Krimireihe „Tatort“.

So unterstützen Eltern ihre Kinder

Fernsehen und digitale Medien gehören heute zum Alltag. Eltern können helfen, dass Kinder angstfrei damit umgehen.

Praktische Tipps:

  • Kinder nur altersgerechten Sendungen zugänglich machen; Vorsicht bei Nachrichten, Reality-TV, Vorabendserien oder Trailer für Spätprogramme

  • Entscheidungen konsequent durchsetzen: „Nein bleibt nein“

  • Beim Fernsehen, Computer- oder Tabletgebrauch in der Nähe bleiben oder gemeinsam schauen

  • Verhalten beobachten: Kissen vors Gesicht, Augen schließen oder wegschauen sind Hinweise auf Überforderung

  • Nach dem Fernsehen Gesprächsmöglichkeiten bieten und Ängste ernst nehmen

  • Altersgerechte Erklärungen für das Gesehene geben

  • Fragen der Kinder nicht abtun oder verharmlosen

  • Jüngeren Kindern Bewegung und Spiel erlauben, um Inhalte zu verarbeiten

Weiterführende Informationen zu Mediengebrauch bei Kindern finden sich auf www.schau-hin.info. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
Ängste
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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