Alle machen Work and Travel – mein Kind auch?
Alle machen Work and Travel – mein Kind auch?
Laura hat ihr Flugticket schon in der Tasche, Malte plant den Trip nach Neuseeland mit seinem Kumpel Nils und Lisa ĂĽberlegt noch, ob sie Work and Travel macht oder doch lieber ein soziales Jahr. Von Sylt bis Rosenheim denken vor allem Abiturienten derzeit darĂĽber nach, wie sie das Jahr nach dem Schulabschluss gestalten.
Wer frĂĽh fertig wird, macht oft ein Jahr Pause
Viele Abiturienten, besonders die „G8-ler“, die bereits mit 18 Jahren das Abitur schaffen, träumen von einem Zwischenjahr. Auch wer auf das Wunschstudium wartet, eine Ausbildung abgeschlossen oder das Diplom in der Tasche hat, zieht oft ein Jahr im Ausland in Betracht.
Ob Gäste betreuen in Bolivien, SeeÂhunde pflegen in SĂĽdafrika, Gartenarbeit in Norwegen, Summer Camps in England leiten, im VergnĂĽgungspark in Neuseeland arbeiten oder Backpacking in Australien, Neuseeland und Kanada – die Möglichkeiten sind vielfältig. Bevor Studium oder Ausbildung starten, möchten viele noch einmal reisen, neue Menschen und Kulturen kennenlernen und sich selbst ausprobieren.
Warum ein Work and Travel-Aufenthalt sinnvoll ist
Ein Auslandsjahr ist nicht nur ein Abenteuer: Viele Arbeitgeber sehen Work and Travel im Lebenslauf positiv. Ein längerer Aufenthalt im Ausland:
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verbessert die Sprachkenntnisse,
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stärkt Soft Skills wie Durchhaltevermögen, Flexibilität und Weltoffenheit,
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erweitert den persönlichen Horizont,
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vermittelt interkulturelles Wissen und länderspezifische Kenntnisse,
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fordert Organisationstalent und Kommunikationsfähigkeit.
Besonders beliebt: Australien, Neuseeland und Kanada
Work and Travel ist weltweit möglich, aber spezielle Arbeitsvisa gibt es nur für bestimmte Länder: Australien, Neuseeland, Kanada, Japan, Chile, Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong, Israel und Argentinien.
Australien, Neuseeland und Kanada sind besonders gefragt. GrĂĽnde:
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sichere Länder mit guter Infrastruktur,
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ähnliche Kultur wie in Deutschland,
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Englisch als Landessprache,
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attraktive Löhne (z. B. Mindestlohn in Australien 15–16 Dollar/Stunde),
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umfangreiches Job-Angebot speziell fĂĽr Work and Travel.
Organisation oder selbst planen?
Rund um Work and Travel gibt es viele Agenturen, die bei Visum, Bankkonto, Jobsuche und Eingewöhnung unterstützen. Vorteil: Sicherheit und Ansprechpartner vor Ort.
Aber: Nicht zwingend erforderlich. Alle Infos lassen sich inzwischen auch selbst recherchieren, z. B. in Online-Foren.
Voraussetzungen fĂĽr Work and Travel
Damit Work and Travel klappt, sollten folgende Punkte beachtet werden:
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Alter: Meist 18–30 Jahre (Kanada bis 35).
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Visum: Work-and-Travel-Visum erforderlich, teilweise limitiert (z. B. Kanada). Aufenthaltsdauer variiert: 4 Monate in den USA, 1 Jahr in Australien (verlängerbar nach Farmarbeit).
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RĂĽcklagen: Finanzpolster erforderlich (Kanada ca. 2.500 CAD, Australien 5.000 AUD) oder Nachweis eines RĂĽckflugtickets.
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Versicherung: Auslandskrankenversicherung und private Haftpflicht empfohlen.
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Lebenslauf & Empfehlungsschreiben: In Landessprache vorbereitet, digital verfĂĽgbar.
Ist Work and Travel das Richtige?
Work and Travel bietet viele Vorteile, ist aber nicht fĂĽr jeden geeignet. Entscheidend ist die Motivation: Wer nur dem Trend folgt, bricht oft frĂĽh ab.
Eltern sollten ihre Kinder bei Planung und Organisation unterstützen, aber die Entscheidung dem Reisenden selbst überlassen. Wer Interesse und Begeisterung mitbringt, profitiert in der Regel enorm – sowohl persönlich als auch beruflich.
Links:
Informationsportale rund um den Auslands-Aufenthalt:
Zuletzt geändert am 11.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂĽnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.