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Wie viel Digitalisierung verträgt die Schule?

Computerklasse im Unterricht
Wissen und Bildung
© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com
von Christine Kammerer

Eine große Mehrheit der Deutschen ist sich sicher: In Zukunft finden Menschen nur noch dann einen guten Arbeitsplatz, wenn sie über ein grundlegendes Verständnis digitaler Technologien verfügen. Viele von ihnen glauben gleichzeitig, dass die meisten Menschen in Deutschland noch nicht ausreichend Digitalkompetenz besitzen. Diese zu vermitteln sei Aufgabe der Schulen, sagen 84 Prozent von 1000 Befragten im Rahmen einer Studie übereinstimmend.

Lesedauer:
4 min

Digitalpakt und Digitalisierung an deutschen Schulen

Die Mehrheit der Beteiligten – Eltern, Schüler sowie Bundesregierung und Oppositionsparteien – ist sich einig, dass sich an deutschen Schulen etwas ändern muss. Bereits 2016 kündigte die Bundesbildungsministerin den sogenannten Digitalpakt an, mit dem von 2018 bis 2022 fünf Milliarden Euro in die digitale Ausstattung der Schulen fließen sollen.

  • Zustimmung und Kritik hielten sich die Waage.

  • Konkrete Haushaltspläne sind noch unklar, ebenso die Umsetzung durch eine neue Regierung.

  • Klar ist: Digitalisierung an Schulen wird voranschreiten, aber Umfang und konkrete Maßnahmen bleiben offen.

Digitalpakt: viele offene Fragen

Das Konzept liest sich derzeit vage: „Engagiertes Personal, schnelleres Internet, neue Geräte …“.

  • Konkrete Maßnahmen fehlen weitgehend, Diskussionen gleichen denen von vor zehn Jahren.

  • Bundeszuschüsse decken bis zu 35 % der Kosten für Hardware und IT-Dienstleistungen.

  • Für Lehrerfortbildungen oder weitere Maßnahmen müssen Schulen selbst aufkommen, was hohe finanzielle Belastungen für den Schuletat bedeutet.

  • Folge: Häufig wird nach dem Gießkannenprinzip gehandelt – Schulen kaufen beliebige Geräte, die nicht unbedingt sinnvoll genutzt werden.

Technologisches Verständnis statt High-End-Geräte

Schnelleres Internet und neue Geräte garantieren nicht automatisch grundlegendes technisches Verständnis oder Interesse an Informatik.

  • Grundkenntnisse lassen sich auch mit älteren PCs vermitteln.

  • Beispiel Ausland: In Großbritannien, Finnland und Osteuropa arbeiten Kinder in Projekten mit kleinen Robotern, Platinen, Kabeln und Lötgeräten – ohne teure High-End-Technik.

  • Ziel: Schüler lernen technische Zusammenhänge praktisch und interdisziplinär.

Technik im gesellschaftlichen Kontext

Digitale Bildung bedeutet nicht nur Mediennutzung, sondern auch kritische Auseinandersetzung mit Technologien:

  • Datenschutz und ethische Fragen (z. B. KI-Anwendungen)

  • Regeln und gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit digitalen Werkzeugen

Digitalisierung als Werkzeug im Unterricht

Digitale Medien bieten konkrete Vorteile, etwa bei Online-Tests, die Lehrern Einblicke in Lernstände und Defizite einer Klasse liefern.

  • Dennoch bleibt der Kern der Bildung unverändert:

    • Geistige Offenheit

    • Orientierungswissen

    • Kritisches Urteilsvermögen

    • Selbstdisziplin, Kreativität, Empathie

Digitalisierung dient als Werkzeug, um den Unterricht zu bereichern, ersetzt aber nicht die klassischen Bildungsinhalte.

Fazit: gezielte und differenzierte Digitalisierung

  • Digitalisierung muss zielgerichtet eingesetzt werden.

  • Der Digitalpakt kann nicht für alle Schularten gleichermaßen gelten:

    • Grundschulen: Digitalisierung darf nicht vor der Alphabetisierung stehen.

  • Mittel sollten nach Bedürfnissen und Prioritäten der Schulen verteilt werden.

  • Schulen sollten entscheiden, ob Gelder für digitale Ausstattung oder andere dringend notwendige Bildungsaufgaben verwendet werden.

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Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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