Zuhause spielerisch lernen -
Anregungen für Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern
Zuhause spielerisch lernen -
Anregungen für Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern
„Schon wieder lernen - keine Lust!“, empört steht der neunjährige Maxi seiner Mutter gegenüber. Und auch die fünfjährige Tabea hat in ihrer Freizeit andere Dinge vor, als Vorschulhefte auszufüllen. Und nun? Mit unseren Anregungen wecken Sie zuhause spielerisch die Lernmotivation, Lernfreude und die Neugier Ihres Kindes auf Wissensinhalte. Auf Los geht’s los!
Bedeutung des Spiels im Alltag von Kindern
Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages mit Spiel – und lernen dabei ständig. Durch spielerische Impulse entwickeln sie ihr Weltwissen, verbessern ihre Koordination und stärken ihre motorischen Fähigkeiten. Gesellschaftsspiele bieten zudem wertvolle Lerngelegenheiten: Kinder üben, Regeln zu verstehen, sie einzuhalten und gemeinsam umzusetzen. Diese Erfahrungen unterstützen sie in ihrer Selbstständigkeit und in ihrer sozialen Entwicklung.
Lernen im häuslichen Umfeld
Beim Übergang von der Kita in die Grundschule bieten sich vielfältige Möglichkeiten an, Wissen alltagsnah zu vermitteln. Mengen und Gewichte lassen sich beim gemeinsamen Kochen und Backen anschaulich erfahrbar machen. Auch kreative Aufgaben helfen, Grundlagen zu vertiefen – etwa beim Malen eines Plakats mit Wasserfarben, um Primärfarben und Mischtöne sichtbar zu machen.
Zur Förderung der Feinmotorik eignen sich einfache Übungen wie das Malen von Figuren in ein mit Vogelsand bestreutes Tablett oder das Transportieren von Murmeln mit einer Zuckerzange von einem Gefäß in ein anderes. Zusätzlich können Kinder durch Spiele wie „Halli Galli“ ihre Reaktionsfähigkeit trainieren. Konzentrationsübungen gelingen gut über sogenannte KIM‑Spiele: Zehn Haushaltsgegenstände werden betrachtet, anschließend entfernt jemand heimlich einen oder mehrere – und das Kind benennt, was fehlt.
Spielerisches Lernen in der Grundschule
Mit dem Schuleintritt treten zusätzlich zu motorischen und kognitiven Fähigkeiten auch fachliche Inhalte stärker in den Vordergrund. Das gemeinsame Betrachten von Wimmelbüchern fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Während jüngere Kinder häufig die Bücher von Rotraud Susanne Berner bevorzugen, interessieren sich Kinder ab der zweiten Klasse stärker für die „Ich sehe was …“-Reihe von Jean Marzollo, die auch englischsprachige Ausgaben bietet.
Üben mit Bewegung
Viele Lerninhalte lassen sich durch Bewegung festigen. Ein klassisches Beispiel ist das Laufdiktat: Lernwörter werden auf Karteikarten im Nebenraum platziert. Das Kind prägt sich ein Wort ein, kehrt zum Arbeitsplatz zurück und schreibt es auf. So entsteht eine Verbindung aus körperlicher Aktivität und konzentriertem Arbeiten.
Klassische Spiele für Wissen und Orientierung
Beliebte Spiele wie Stadt‑Land‑Fluss erweitern spielerisch das Wissen des Kindes. Auch das Brettspiel Deutschlandreise, das viele Eltern aus ihrer eigenen Kindheit kennen, stärkt das Verständnis für geografische Zusammenhänge – ein Thema, das im Sachunterricht der vierten Jahrgangsstufe verankert ist.
Eine kurze Auswahl besonders hilfreicher Lernspiele bietet einen guten Einstieg:
- Memo-Übungen zum kleinen Einmaleins
- Spiele zur Wahrnehmung und Orientierung wie Stadt‑Land‑Fluss
Mathematische Grundlagen spielerisch festigen
Das kleine Einmaleins ist besonders wichtig für die Grundschulzeit und den Übergang in die weiterführende Schule. In Memo-Form lässt es sich leicht üben: Aufgabe und Lösung werden jeweils auf separate Karten geschrieben, anschließend gilt es, passende Paare zu finden. Diese Methode fördert sowohl das mathematische Verständnis als auch die Merkfähigkeit.
Spielerisches Lernen bleibt auch in der Grundschule eine der effektivsten Lernformen. Auf lernando.de finden sich zahlreiche Ideen und Lernspiele für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die das Üben abwechslungsreich und motivierend gestalten.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.