Die Feinmotorik entwickeln -
Das sollten Eltern wissen
Die Feinmotorik entwickeln -
Das sollten Eltern wissen
Das Ausbilden grobmotorischer Fähigkeiten wie etwa das Hüpfen, Werfen etc. sind im Laufe der Entwicklung eines Kindergartenkindes bedeutsam. Schritt für Schritt bildet ein Kind während dieser Zeit aber auch feinmotorische Kompetenzen aus, die wichtig für den erfolgreichen Besuch der Grundschule sind. Wie Sie Ihr Kind optimal beim Entwickeln dieser Fähigkeiten unterstützen, nennt Ihnen der folgende Beitrag.
Bedeutung der Feinmotorik im Schulalltag
Feinmotorik umfasst die feinen Bewegungen von Fingern, Zehen und Gesicht. Diese Fähigkeiten benötigt ein Kind im Schulalltag beim Schreiben, Malen, Schneiden, beim Binden von Schleifen sowie beim klaren Aussprechen bestimmter Laute. Gut ausgebildete Feinmotorik unterstützt Kinder dabei, selbstständiger zu werden und Aufgaben sicher zu bewältigen. Sind die Fähigkeiten hingegen noch wenig ausgeprägt, können alltägliche Anforderungen der Grundschule schwerfallen und zu Frustration oder Zweifeln führen.
Herausforderungen im Schulbeginn
Manche Kinder erleben den Übergang in die Schule als anspruchsvoll, wenn feinmotorische Abläufe noch nicht automatisiert sind. Das betrifft oft das Halten von Stiften oder das Ausschneiden. Ein verständnisvoller Umgang und spielerische Unterstützung zu Hause können helfen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Wenn Unsicherheiten bestehen, ob die feinmotorischen Fähigkeiten altersgerecht entwickelt sind, kann ein Gespräch mit dem Kinderarzt hilfreich sein. Dieser kann passende Übungen empfehlen oder bei Bedarf eine Ergotherapie oder ähnliche Unterstützungsangebote vermitteln.
Spielerische Förderung im Alltag
Feinmotorik lässt sich im häuslichen Umfeld unkompliziert üben. Viele Alltagsgegenstände eignen sich hervorragend dazu, gezielte Bewegungen zu fördern. Besonders hilfreich sind Aktivitäten, die gleichzeitig Spaß machen und Raum für Kreativität bieten. Eine gute Grundlage bilden einfache Spiele sowie Tätigkeiten, bei denen Kinder Material formen, schichten oder präzise platzieren.
Anregungen aus Spiel und Haushalt
Eine wirkungsvolle Übung ist das gemeinsame Bauen mit Bausteinen, da dies die Auge‑Hand‑Koordination stärkt. Auch Kneten ist vielseitig einsetzbar: Kugeln formen, Würste rollen oder Figuren aus Geschichten nachgestalten. Darüber hinaus regen kleine Rollenspiele an, etwa wenn Kinder einem Stofftier eine Windel anlegen oder im Winter einen Schal umbinden.
Im Haushalt lassen sich weitere feinmotorische Aufgaben integrieren. Beliebt ist das Umfüllen kleiner Gegenstände wie Maiskörnern mit einem Löffel in Gefäße unterschiedlicher Größe. Häufiger genutzt wird nur eine kurze Liste besonders geeigneter Übungen:
- Transport von Zuckerstückchen mit einer Zuckerzange
- Sortieren kleiner Gegenstände in Schalen oder Dosen
Textile Tätigkeiten wie Fingerhäkeln, Flechten, das Aufwickeln von Wollknäueln oder das Auffädeln von Perlen erfordern viel Geduld, Zeit und Fingerfertigkeit.
Vorbereitung auf die Schulzeit
Je näher der Schulstart rückt, desto sinnvoller ist es, alltägliche Aufgaben einzubauen, die später im Unterricht benötigt werden. Dazu gehören das Ausschneiden von Formen, das saubere und flächendeckende Ausmalen sowie das Anspitzen und richtige Halten von Stiften. Ergänzend können auch Übungen zur Mund‑ und Gesichtsmotorik hilfreich sein. Gemeinsames Grimassenschneiden trainiert die Beweglichkeit des Gesichts, während das Spiel Wattepusten das gezielte und dosierte Pusten schult. Dabei versuchen zwei Spieler, einen Wattebausch über die Tischmitte hinweg auf die Seite des Gegners zu pusten.
Gut entwickelte feinmotorische Fähigkeiten erleichtern den erfolgreichen Start in die Grundschule und stärken das Selbstvertrauen des Kindes. Frühzeitige, spielerische Förderung im Alltag kann dabei entscheidend unterstützen.
Die Entwicklung der Feinmotorik unterstützen
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.