Übergang vom Klassen- zum Kurssystem
Übergang vom Klassen- zum Kurssystem
Auf dem Weg zum Abitur durchlaufen Schülerinnen und Schüler die Einführungsphase. So wird der einjährige Übergang von der Mittelstufe (Sekundarstufe I) in die Gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) bezeichnet.
Einführungsphase in der Gymnasialen Oberstufe
Die Einführungsphase bildet den Übergang von der Mittelstufe in die Oberstufe eines Gymnasiums. Während Jugendliche in der Mittelstufe meist im Klassenverband unterrichtet werden und in der Oberstufe überwiegend im Kurssystem, handelt es sich in der Einführungsphase oft um eine Mischform.
Einige Fächer werden weiterhin im Klassenverband oder festen Lerngruppen unterrichtet – typischerweise die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Andere Fächer werden bereits im Kurssystem angeboten. In einigen Bundesländern gibt es sogar schon während der Einführungsphase Leistungskurse.
G8 oder G9 bestimmen den Zeitpunkt der Einführungsphase
Ob die Einführungsphase in Klasse 10 oder Klasse 11 beginnt, hängt vom Schulmodell ab:
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G8: Abitur nach 12 Jahren → Einführungsphase in Klasse 10
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G9: Abitur nach 13 Jahren → Einführungsphase in Klasse 11
Die Einführungsphase dient als „sanfter Übergang“ in die Organisationsform der Oberstufe. Darauf folgt die Qualifikationsphase, in der die erworbenen Leistungen in die Abiturnote einfließen. Die Noten der Einführungsphase haben dagegen keinen direkten Einfluss auf das Abitur.
Änderungen bei der Benotung
Ein weiteres Novum für die Schülerinnen und Schüler ist die Benotung in der Oberstufe. Statt der bisherigen sechsstufigen Skala wird häufig die 16-stufige Punkteskala verwendet. Diese ermöglicht eine differenziertere Bewertung der Leistungen:
| Punkte | Note |
|---|---|
| 1–3 | 5 |
| 4–6 | 4 |
| 7–9 | 3 |
| 10–12 | 2 |
| 13–15 | 1 |
Die Punkteskala entspricht dem bekannten Notensystem, erlaubt aber genauere Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern.
Vorteile des Kurssystems
Der Übergang ins Kurssystem bietet viele Vorteile, auch wenn einige Jugendliche den Verlust der klassischen Klassengemeinschaft bedauern:
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Eigenverantwortung und Selbstständigkeit werden gestärkt
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Kognitive, methodische und soziale Fähigkeiten werden ausgebaut
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Schüler lernen verstärkt nach eigenen Interessen und Neigungen, was die Motivation steigert
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Interaktion innerhalb des Jahrgangs wird verbessert, neue und bestehende Schüler lernen sich schneller kennen
Tipps für einen reibungslosen Übergang
Damit der Übergang in die Einführungsphase erfolgreich gelingt, sollten Eltern und Schüler:
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Organisationspläne der Schule sorgfältig lesen
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Informationen zur Benotung und Wertung der Fächer prüfen
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Bei Unsicherheiten Rücksprache mit Tutoren oder Ansprechpartnern halten
So können Jugendliche optimal auf die Anforderungen der Oberstufe vorbereitet werden.
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.