Job im Ausland - Geht das ĂĽberhaupt mit schulpflichtigen Kindern?
Job im Ausland - Geht das ĂĽberhaupt mit schulpflichtigen Kindern?
Eigentlich hatte man sich das immer schon erträumt - irgendwann mal raus aus Deutschland und was ganz anderes machen. In der Ausbildung hat das nicht geklappt und dann kam der erste richtige Job und die Kinder. Und so blieb der Job im Ausland ein Jugendtraum, an den man nur in den Ferien denken konnte. Bis jetzt. Denn plötzlich gibt es ein Angebot, ins Ausland zu gehen. Darf man über so etwas überhaupt nachdenken?
Was tun bei einem möglichen Auslandsaufenthalt?
Wenn ein Job im Ausland ansteht, stellt sich rasch die Frage, wie die Familie damit umgehen soll. Viele denken zunächst daran, das Angebot abzulehnen oder die Familie zu trennen, um den Kindern ihre gewohnte Umgebung zu erhalten. Doch bevor Entscheidungen getroffen werden, ist wichtig, dass sich beide Partner einig sind. Ein Auslandsaufenthalt bringt viele neue Situationen mit sich, und diese lassen sich wesentlich besser bewältigen, wenn beide gemeinsam dahinterstehen.
Möglichkeiten für die Familie
Es gibt grundsätzlich zwei Modelle und eine Mischform: ein Elternteil geht allein ins Ausland, oder die ganze Familie zieht gemeinsam um.
Option 1: Ein Elternteil geht allein
Diese Lösung erscheint auf den ersten Blick einfacher. Die Kinder bleiben im vertrauten Umfeld, besuchen weiterhin ihre gewohnte Schule und behalten ihre Freunde. Auch Sprache, Kultur und Alltag bleiben für sie stabil.
Doch langfristig kann dieses Modell groĂźe Nachteile haben:
- Der Familienfrieden wird auf eine harte Probe gestellt.
- Partnerschaften leiden oft unter der Distanz.
- Gemeinsame Zeit beschränkt sich auf Urlaube und Besuchsphasen.
- Trotz moderner Kommunikationsmöglichkeiten ersetzt digitales Zusammensein nicht den Alltag.
Option 2: Die ganze Familie zieht gemeinsam um
Der gemeinsame Umzug ist zunächst organisatorisch anspruchsvoller. Der Haushalt muss reduziert oder aufgelöst werden, der Abschied vom vertrauten Umfeld fällt schwer, und ein großer Umzug steht an.
Trotzdem bietet diese Entscheidung Vorteile:
- Die Familie bleibt zusammen.
- Alle erleben den neuen Lebensabschnitt gemeinsam.
- Der emotionale RĂĽckhalt bleibt stabil.
Planung ist jedoch essenziell, denn im Ausland hängt vieles davon ab, wo man leben wird.
Schulwahl im Ausland
Die Wahl der Schule zählt zu den wichtigsten Entscheidungen. Je nach Land unterscheiden sich Schulsysteme teilweise deutlich von deutschen Strukturen.
Wichtige Fragen zur Schulwahl
- Wie ist das öffentliche Schulsystem aufgebaut?
- Welche privaten Alternativen gibt es?
- Gibt es Schulbezirke oder freie Schulwahl?
- Wie sicher und zumutbar ist der Schulweg?
- Welche Freizeitangebote (Sport, Musik, Clubs) gibt es?
In einigen Ländern – wie den USA – existiert zudem die Möglichkeit des Homeschooling. Kinder erledigen dabei online vorgegebene Aufgaben und lernen zu Hause.
Deutsche Auslandsschulen
Eine gute Alternative, vor allem in größeren Städten, sind deutsche Auslandsschulen. Sie bieten:
- Unterricht teilweise auf Deutsch,
- Anschluss an deutsche Lehrpläne,
- vertraute Strukturen fĂĽr Kinder und Eltern.
Eltern sollten bei unsicheren Punkten unbedingt nachfragen, zum Beispiel:
- Gibt es Schuluniformen?
- Welche Taschen dĂĽrfen benutzt werden?
- Wie funktioniert das Mittagessen?
- Wie werden Noten vergeben?
Allgemeines zum Leben im Ausland
Das deutsche Sozialversicherungssystem ist im internationalen Vergleich sehr umfassend. Viele Länder bieten deutlich weniger Absicherung. Besonders im Bereich der Krankenversicherung müssen Familien genau prüfen, welche Leistungen abgedeckt sind.
Was geprĂĽft werden sollte
- Deckt die deutsche Krankenkasse Leistungen im Ausland ab?
- Ist eine private Zusatzversicherung nötig?
- Welche Versicherungen ĂĽbernimmt der Arbeitgeber?
- Bleibt der Anspruch auf deutsches Kindergeld bestehen (oft ja, wenn ein Elternteil weiterhin in Deutschland Steuern zahlt)?
Ein Auslandsaufenthalt kann Familien sehr zusammenschweißen. Gerade am Anfang sind alle aufeinander angewiesen und erleben gemeinsam unbekannte Situationen – wie in den USA, wo man zur Schulanmeldung beispielsweise Strom- und Telefonrechnungen vorlegen muss, um die Wohnadresse zu bestätigen.
Kinder finden sich oft überraschend schnell zurecht. Besonders im englischsprachigen Raum benötigen 5‑ bis 13‑Jährige ohne oder mit geringen Englischkenntnissen meist etwa sechs Monate, um sich im schulischen Alltag, beim Sport und in ihrer Umgebung problemlos zu verständigen.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und auĂźerdem Autorin fĂĽr Fach- und KinderbĂĽcher.