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Achtung Dickmacher: Versteckte Zuckerfallen und andere Problem-Lebensmittel

Foto eines süßen Frühstücks
Wissen und Bildung
© nata_vkusidey - Fotolia.de
von Ulrike Lindner

Ihr Kind hat Lust auf Süßigkeiten? Das ist völlig normal und doch für die meisten Familien eine Herausforderung: Wie viel Süßes ist in Ordnung? Ab wann wird die Ernährung zu ungesund? Und in welchen Lebensmitteln verstecken sich Zucker und Fett in großen Mengen? Hier finden Sie eine Hilfestellung für Eltern.

Lesedauer:
3 min

Die richtige Ernährung von Kindern ist ein sensibles Thema. Genuss und Spaß am Essen sind auf der einen Seite wichtig, auf der anderen aber auch die Gesundheit des Kindes. Es ist also nicht nur die richtige Einstellung zur Ernährung innerhalb von Familien notwendig, sondern auch Hintergrundwissen über Lebensmittel und die Verdauung.

Auf die Ernährung achten heißt, auch auf die Gesundheit zu achten

Wenn schon Kinder so viel Gewicht auf die Waage bringen, dass es gesundheitlich und medizinisch bedenklich wird, kann es durchaus sinnvoll sein, die tägliche Ernährung auf versteckte Fett- und Zuckerfallen unter die Lupe zu nehmen. Denn die vermeintlich gesündere Alternative ist nicht immer die bessere Wahl.

Beispiel Naschen: Lieber auf Schokolade verzichten und stattdessen Gummibärchen, weil da kein Fett drinsteckt? Was logisch klingt, ist leider nur ein Trugschluss in Sachen versteckte Dickmacher. Gummibärchen enthalten zwar kein Fett, dafür aber umso mehr Zucker. Und der setzt an.

Beispiel Getränke: Wer statt Cola auf Apfelsaft umsteigt, glaubt sich auf der gesünderen Seite. Zu Unrecht, denn der Saft hat fast genauso viele Kalorien wie die braune Limonade. Und auch der Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ führt in die Irre, weil Säfte oft Fructose enthalten, die in großen Mengen sogar als ungesünder gilt als andere Zuckersorten. Eine gesunde Alternative zum Durstlöschen stellen lediglich Saftschorlen dar, noch besser sind Mineralwasser oder ungesüßte Fruchttees.

Milch und Fleisch haben viele Kalorien

Ebenfalls viele Kalorien verstecken sich in Milch- und Fleischprodukten. Dennoch ist ein Griff zur Light-Variante nicht unbedingt empfehlenswert. So gilt Vollmilch zwar als flüssiger Dickmacher, weil sie einen hohen Fettgehalt aufweist. Dennoch raten viele Experten nicht dazu, auf den Kalziumlieferanten zu verzichten und auch der Griff zur Magermilch ist nicht hilfreich. Ein Glas Magermilch etwa hat nur 27 Kalorien weniger als dieselbe Menge Vollmilch. Hinzu kommt, dass viele Menschen bei kalorienärmeren Lebensmitteln eher mehr zu sich nehmen, als sie eigentlich benötigen. Die Logik: Da sind weniger Kalorien drin, also kann ich mehr essen. Doch gerade das führt letztlich oft zum gegenteiligen Effekt.

Versteckte Dickmacher sind auch Fleisch, Wurst und Käse, die bei vielen Deutschen regelmäßig auf den Tisch kommen. Während viele wissen, dass panierte Lebensmittel wie Fischstäbchen viel Fett enthalten, gilt Fleisch als unproblematisch. Doch auch hier heißt es achtsam sein. So enthält ein Schweineschnitzel deutlich mehr Kalorien, als die gleiche Menge Putenfleisch. Auch bei Wurstprodukten gilt das Prinzip: Geflügelaufschnitt enthält deutlich weniger Fette als Mett- oder Leberwurst. Auch bei Fisch und Meeresfrüchten macht die Sorte den Unterschied. Während Thunfisch und Calamares zu fast 15 Prozent aus Fett bestehen, sind etwa gegrillte Scampi deutlich weniger fetthaltig.

Backwaren machen schnell dick

Wahre Fett- und Kalorienbomben sind viele Backwaren, auch solche, denen man das gar nicht auf den ersten Blick ansieht: So enthalten Croissants mit etwa 20 Gramm Fett pro Portion mehr als ein Cheeseburger.

Auch trockene Kuchen (z.B. Marmorkuchen) enthalten viel Fett. Die bessere Wahl sind dagegen Obstkuchen (allerdings ohne Sahne). Wenn der Wunsch zum Kindergeburtstag dann aber doch "Schokoladenkuchen" lautet, ist das natürlich komplett in Ordnung. Ein Tipp dazu: den Kuchen selbst backen und die Zuckermengen aus dem Rezept leicht reduzieren.

Selbst Toastbrot macht schon ohne Nougatcreme dick, weil die darin enthaltenen Kohlenhydrate aus dem Weißmehl im Darm schnell gespalten werden, sodass viel Zucker entsteht. Dieser treibt den Blutzucker hoch und sorgt für Heißhunger. Als gesündere Variante empfehlen Ernährungswissenschaftler deshalb Vollkornbrot.

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„Zuckerfrei“ ist kein Freifahrtsschein

Dass Süßes dick macht, wissen die meisten. Denn in Eis oder Nutella steckt nicht nur viel Fett, sondern auch viel Zucker. Zucker versteckt sich jedoch auch in Lebensmitteln, in denen man die Süße geschmacklich gar nicht so leicht bemerkt: wie in Tomatenketchup, Gewürzgurken oder herzhaften Fertigprodukten wie Kartoffelsalat.

Auch der Hinweis „zuckerfrei“ ist keinesfalls als Freifahrtsschein zu verstehen. Er bezieht sich nämlich nur auf den Haushaltszucker Saccharose. Andere Zuckerarten wie Fructose (Fruchtzucker), Glucose (Traubenzucker), Maltose (Malzzucker) oder Laktose (Milchzucker) dürfen den vermeintlich zuckerfreien Lebensmitteln trotzdem in beliebiger Menge beigesetzt werden.

Ist Süßstoff die bessere Wahl als Zucker?

Auch Süßstoffe sehen viele Experten kritisch, denn sie stehen im Verdacht, zwar weniger oder keine Kalorien zu enthalten, dafür aber den Heißhunger anzuregen. Nicht zuletzt senken Süßstoffe wegen ihrer besonders intensiven Süße das Geschmacksempfinden für „süß“ und können damit einen gesteigerten Konsum von Süßigkeiten zur Folge haben.

Wie kann ich meinem Kind zu einer besseren Ernährung verhelfen?

Insgesamt lauten die Empfehlungen vieler Fachleute, auf verarbeitete Lebensmittel eher zu verzichten und dafür auf Gemüse, Obst und gesundheitsfördernde Ernährungsformen wie die sogenannte "Mittelmeer-Diät" zu setzen. Diese soll sowohl positive Auswirkungen auf die Gesundheit als auch auf die Lebensqualität haben. Gegessen werden bei dieser Ernährungsweise viele pflanzliche Produkte, maßvolle Mengen tierischer Lebensmittel und gesunde Fette. Eine solche Ernährungsform kann in der gesamten Familie etabliert werden. Das tut auch den Eltern gut und fördert bei Kindern das Verständnis zu ausgewogener Ernährung.

Wenn bei Ihrem Kind dann doch der Appetit auf Süßes kommt, sollte auf eine moderate Menge geachtet werden. Naschen ist etwas besonderes, findet in Maßen statt und muss nicht täglich sein.

Außerdem helfen die kleinen Tipps und Tricks: bei süßem Heißhunger zu frischem Obst greifen oder lieber zur dunklen Zartbitterschokolade als zur Vollmilchvariante.

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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