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Gärtnern mit Kindern

Kinderhände pflanzen eine Kartoffelpflanze
Freizeit und Erholung
© thingamajiggs - Fotolia.de
von Melanie Herber | lernando-Redaktion

Egal ob eigener Garten oder auf dem Balkon: Es findet sich bestimmt ein kleines Plätzchen, wo Kinder ihre eigenen Blumen, Kräuter, Obst oder Gemüse züchten können. Der Aufwand ist gering, die Freude der Kinder beim Gärtnern umso größer. Das gemeinsame Pflanzen und Ernten ist außerdem eine gute Gelegenheit, die Vielfalt der Natur zu erleben.

Lesedauer:
4 min

Eine wunderschöne Naturerfahrung

In der Erde wühlen, umgraben, gießen und jäten – Gärtnern ist nicht nur für Erwachsene eine entspannende Tätigkeit. Auch Kinder freuen sich, Zeit im Freien zu verbringen und die Natur zu entdecken. Sie staunen über die Farbenpracht der von ihnen gesäten Blumen oder probieren stolz selbst gezüchtetes Gemüse. Die Arbeit in der Natur fördert zudem ein Verständnis für die Umwelt, lehrt die Kinder den behutsamen Umgang mit Pflanzen und Lebewesen und schärft die Sinne für Gerüche, Farben und Geschmack.

Ganz nebenbei liefert die Betätigung an der frischen Luft noch eine große Portion Vitamin D, was gerade für Kinder unverzichtbar ist. Außerdem schafft die Bewegung beim Gärtnern einen guten Ausgleich zu der Zeit, die die Kinder sitzend vor einem Bildschirm verbringen. Dabei ist es beim Gärtnern egal wie alt ein Kind ist. Alle Kinder spielen gern in der Natur und wenn sie dabei gemeinsam mit den Eltern in der Erde wühlen dürfen, ist der Spaß doppelt so groß.

Das eigene Beet: die ersten Schritte

Wer Lust auf das gemeinsame Gärtnern mit Kindern hat, muss kein riesiges Grundstück besitzen. Eine Ecke im Garten oder auf dem Balkon von circa 1 Meter mal 1 Meter reicht für den Anfang vollkommen aus. Wichtig ist, dass das Kinderbeet überschaubar und gut zugänglich ist. Kinder freuen sich, wenn sie Blumentöpfe mit Kräuter- oder Blumensamen füllen und kleine Stecklinge selbst setzen dürfen. Wer keinen eigenen Garten oder Balkon hat: In vielen Städten gibt es Urban-Gardening-Projekte, wo Naturbegeisterte gemeinsam ein öffentlich zugängliches Grundstück bewirtschaften.

Bevor es mit dem Säen und Pflanzen losgehen kann, steht noch eine andere Aufgabe an: Der Boden muss umgegraben, große Steine oder alte Pflanzenreste aussortiert werden. Die Tätigkeit macht den meisten Kindern Spaß – Buddeln und Umgraben kennen die Kleinsten ja bereits aus dem Sandkasten. Und es gibt hier so viel zu entdecken: Regenwürmer in der Erde, eine Käferfamilie unter einem Stein und im Hintergrund das Konzert der Vögel. Ein weiterer Spaßfaktor ist, dass die Kinder mit Wasser matschen dürfen, dafür begeistern sich auch noch Grundschulkinder.

Erfolg mit bunten Blumen

Vor dem gemeinsamen Gärtnern steht die Frage: Welche Pflanzen eignen sich am Besten? Besonders schnelle Erfolgserlebnisse erzielt man unter anderem mit Kürbis, Sonnenblumen, Erbsen, Kapuzinerkresse, Spinat, Zucchini, Tomaten oder Radieschen. Die Wahl einer Pflanzenart hängt von einigen Faktoren ab, zum Beispiel wie viel Platz zur Verfügung steht oder wie viel Sonne die Pflanze abbekommt.

Kinder haben Spaß daran, Blumenzwiebeln in der Erde einzugraben. Die Freude ist groß, wenn aus einer unscheinbaren Knolle eine strahlende Blume entsteht. In leuchtenden Farben blühen zum Beispiel Kapuzinerkresse, die Sonnenblume oder die Hortensie. Dabei ist es schön, wenn Kinder viele verschiedene Blumenarten pflanzen. So können sie die facettenreiche Farbenpracht bestaunen, aber auch die unterschiedlichen Düfte kennenlernen. Besonders beeindruckend wirkt das Blumenbeet, wenn die die Blumen in unterschiedlicher Höhe wachsen.

Tipp: Es gibt viele Saatgutmischungen für Blumen, die besonders beliebt bei Bienen und Schmetterlingen sind. Diese blühen nicht nur wunderschön, sondern locken die flatternden kleinen Freund:innen an, die sonst inzwischen kaum noch genügend Nahrung finden. So pflanzen Sie mit Ihrem Kind eine wahre Freude für die Augen und den Artenschutz.

Die Pflege von Blumen ist relativ unkompliziert. Vertrocknete Blüten müssen entfernt und ein bisschen Unkraut gezupft werden. Und natürlich brauchen die Pflanzen – vor allem in den heißen Sommermonaten – regelmäßig Wasser. Kleinen Kindern fällt es noch schwer, dafür regelmäßig Motivation aufzubringen. Bei Kindergartenkindern können Eltern mit dem Gießen nachhelfen. Größere Kinder können schon selbst Verantwortung übernehmen und sich weitestgehend selbstständig um die Pflanzen kümmern.

Kräuter, Gemüse und Obst

Kräuter anzupflanzen ist ein guter Einstieg in das Gärtnern mit Kindern. Die verschiedenen Düfte zeigen den Kindern die Vielfalt der Natur und schärfen ihre Sinne. Sie können ihre selbst gesäten Pflanzen nicht nur gießen und bestaunen, sondern sogar essen. Intensiv ist beispielsweise der Duft von Zitronenmelisse oder Lavendel.

Sehr schnellen Ernteerfolg erzielt man mit Kresse. Dafür braucht es nicht einmal ein Beet. Auf einem kleinen Teller wird Watte ausgelegt, diese mit Kressesamen bestreut und mit etwas Wasser feucht gehalten, bspw. durch eine Sprühflasche. Schon nach wenigen Tagen sprießen die ersten Stängel. Kresse passt sehr gut aufs Brot, zu Quark, in den Salat und gibt auch Rührei einen frischen Geschmack. Viele Gerichte schmecken Kindern gleich viel besser, wenn sie mit selbst gezüchtetem Rosmarin, Oregano oder Basilikum verfeinert wurden. Bekömmlich und einfach zu pflegen ist auch Pfefferminze. Mit ihren aromatischen Blättern gelingt ein frischer Tee, der sich im Sommer mit ein paar Eiswürfeln in ein gutes Erfrischungsgetränk verwandeln lässt.

Besonders beliebt bei Kindern sind Erdbeeren. Je nach Witterung kann die Frucht bereits ab Mai geerntet werden. Der Pflegeaufwand ist gering und der Ernteerfolg stellt sich sehr schnell ein. Sträucher mit Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren bringen ebenso einen tollen Ernteerfolg zum Naschen.

Für den Topf als auch fürs Beet eignen sich Erbsen oder Radieschen. Tomaten sind ebenfalls dankbare Gewächse, allerdings dauert hier das Reifen einige Wochen. Es gibt viele Gemüsesorten, die sich toll zum Anbauen aus Spaß und im kleinen Stil eignen: Mini-Gurken, Snack-Paprika, Bohnen und vieles mehr.

Auch Kürbisse entwickeln sich relativ unkompliziert und lassen sich vielfältig verarbeiten. Rezepte wie Kürbissuppe sind bei Groß und Klein beliebt und das Schnitzen gruseliger Gesichter darf im Herbst nicht fehlen. Kürbisse entwickeln sehr lange Ranken und brauchen dementsprechend viel Platz. Ab Mai können Kürbisse ausgesät werden, die Erntezeit reicht bis zum ersten Frost. Geeignet ist das Gemüse daher eher für geduldige Gärtnerinnen und Gärtner.

Gärtnern und verschönern

Damit das eigene Beet richtig schön zur Geltung kommt, kann der Garten oder Balkon mit bunten Windspielen dekoriert werden. Die bringen zusätzlich Farbe und sorgen für einen beruhigenden Klang. Je nach Platz verschönert auch ein Mini-Teich mit selbst gezüchteten Seerosen den Garten. Beliebt bei Kindern ist auch ein sogenanntes Insektenhotel. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich aus alten Kisten, Stöcken, Tannenzapfen und Dingen, die die Kinder im Wald gesammelt haben, ein Unterschlupf für Insekten bauen.

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Melanie Herber

Melanie Herber hat Medienwissenschaften, Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation in Leipzig und Würzburg studiert. Ihr beruflicher Werdegang ist von verschiedenen Etappen in der Bildungswelt geprägt: Hochschulkommunikation, Bildungsministerium, Bildungsmedienverlag. Sie ist Teil der Redaktion von lernando aus dem Hause Westermann.

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