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Schluss mit Stubenhocken - die richtige Sportart für Ihr Kind

Kinder beim Fußball
Freizeit und Erholung
© matimix - Fotolia.de
von Ulrike Lindner

Kinder lieben Bewegung und die meisten Eltern sind froh, wenn ihr Sprössling Interesse an einer Sportart zeigt. Mit gutem Grund: Sport fördert nicht nur die motorische Entwicklung, auch Konzentrationsfähigkeit, geistige Beweglichkeit und vieles mehr wird positiv beeinflusst. Nicht zuletzt: Sport macht stark und selbstbewusst und kann damit einen guten Ausgleich zum Schulstress bieten.

Lesedauer:
3 min

Die richtige Sportart finden: Worauf Eltern achten sollten

Auf die individuellen Talente achten

Bei der Wahl der passenden Sportart für ihr Kind sollten Eltern nicht ausschließlich auf die eigenen Vorlieben oder Erfahrungen setzen. Nur weil der Vater leidenschaftlich Fußball gespielt hat, muss der Sohn noch lange kein Fan des runden Leders werden. Ebenso sollten nicht allein die Wünsche der Kinder ausschlaggebend sein: Häufig entscheiden sie sich für eine Sportart, weil Freunde dort ebenfalls aktiv sind. Das ist grundsätzlich positiv, da Kinder so verschiedene Sportarten kennenlernen. Es sollte jedoch nicht das einzige Kriterium sein.

Damit die neue Sportart nicht schon nach kurzer Zeit zur Enttäuschung wird und im schlimmsten Fall die Lust an Bewegung verloren geht, ist es wichtig, individuelle Talente und Interessen im Blick zu behalten. Grundsätzlich können Kinder ab etwa sechs oder sieben Jahren fast alle Sportarten ausprobieren, die auch Erwachsenen Freude bereiten. Eine Ausnahme bildet das Krafttraining im Fitnessstudio, das vor der Pubertät nicht empfehlenswert ist, da es den natürlichen Wachstumsprozess negativ beeinflussen kann.

Termine und Kosten realistisch planen

Sinnvoll ist es, wenn Kinder unter fachkundiger Anleitung trainieren, etwa in einem Sportverein. Dadurch wird nicht nur die Technik verbessert, sondern auch die Verletzungsgefahr deutlich reduziert. Beim Schnuppertraining sollten Eltern zudem darauf achten, ob das Training altersgerecht gestaltet ist. Besonders für jüngere Kinder sind spielerische Übungen, Abwechslung und Spaß wichtiger als Höchstleistungen.

Auch der Zeit- und Kostenaufwand sollte realistisch eingeschätzt werden. Der Sport muss in den familiären Alltag passen: Wer am Wochenende gern ausschläft oder spontan unterwegs ist, wird bei regelmäßigen Turnieren und Spielen schnell an seine Grenzen kommen. Hinzu kommen mögliche Ausgaben für Ausrüstung, Mitgliedsbeiträge oder Fahrtkosten. Deshalb empfiehlt es sich, vorab die eigene finanzielle und zeitliche Belastungsgrenze zu kennen.

Guter Einstieg: Kinderturnen

Als idealer Einstieg in die sportliche Laufbahn gilt das Kinderturnen, das viele Vereine bereits ab dem Kindergartenalter anbieten. Die Kosten sind überschaubar, und Kinder gewöhnen sich früh an regelmäßige Bewegung. Turnen fördert Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Körpergefühl und bildet damit eine hervorragende Grundlage für zahlreiche weitere Sportarten.

Ab etwa sechs Jahren eignen sich Sportarten wie Fußball, Judo oder Schwimmen. Besonders Fußball ist in Deutschland weit verbreitet und trainiert Ausdauer, Schnelligkeit, Ballgefühl, Disziplin und Teamgeist. Gleichzeitig kann es jedoch zu Frustration führen, wenn Kinder häufig auf der Ersatzbank sitzen. Zudem sollten Eltern ausreichend Zeit für Trainingseinheiten, Spiele und Turniere einplanen.

Mit etwa sieben Jahren kommen weitere Mannschaftssportarten wie Basketball, Volleyball oder Handball hinzu. Sie fördern Schnelligkeit, Beweglichkeit und Teamfähigkeit. Klettern, Karate oder Reiten stärken hingegen Selbstvertrauen, Koordination und Körperbeherrschung. Tennis und Leichtathletik – ab etwa zehn Jahren – eignen sich besonders für Kinder, die Freude am Wettkampf haben und ihr Reaktionsvermögen trainieren möchten.

Lieber öfter wechseln als sich zu früh festlegen

Unabhängig von der getroffenen Wahl sollten Eltern gelassen bleiben, wenn die neue Sportart nach einigen Wochen wieder an Reiz verliert. Es ist völlig normal, dass Kinder verschiedene Angebote ausprobieren. Auch ein späterer Einstieg in die schließlich bevorzugte Sportart bringt keine Nachteile. Im Gegenteil: Sportwissenschaftler empfehlen ausdrücklich, sich nicht zu früh festzulegen. Kinder profitieren körperlich davon, mehrere Sportarten kennenzulernen, da unterschiedliche Bewegungsmuster und Fähigkeiten trainiert werden.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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