Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Lernen – die besten Strategien für Vokabeln und Co.

von Ulrike Lindner



© KatarzynaBialasiewicz - iStockphoto.com
Vokabeltest am Mittwoch, Donnerstag Mathe, Freitag Bio – die Stoffmenge, die Schülerinnen und Schüler zu bewältigen haben, ist immens. Schon in der Grundschule büffeln die Kleinen oft bis abends. Damit das Gelernte auch „hängen bleibt“, sich Französisch und Englisch im Kopf nicht zu einem chaotischen Sprach-Brei vermischen und vor allem Wissen und Zusammenhänge auch dauerhaft verankert werden, helfen Lerntechniken.

Lerntechniken sind keine Wunderwaffen. Sie stellen aber gute Hilfsmittel dar, weil sie Erkenntnisse aus Gebieten wie der Neurologie, Psychologie und Ergotherapie verbinden und in praktische Tipps und Strategien umsetzen. Ein Kernbegriff in diesem Zusammenhang ist das aktive Lernen. Gemeint ist, dass beim Lernen mehrere Sinne angesprochen werden – eine Voraussetzung für das Verankern von Informationen. Weitere Faktoren, die dafür sorgen, dass Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übernommen werden, sind:
  • Bedeutsamkeit des Gelernten,
  • Interesse für das Thema,
  • Mitarbeit beim Zusammenstellen und Erarbeiten,
  • Veranschaulichung des Stoffes zum Beispiel durch Experimente,
  • Übung und Wiederholung.

Lernkartei

Eine bewährte Methode, die gleich mehrere der genannten Anforderungen erfüllt, ist die Lernkartei. Meist wird der Karteikasten, unterteilt in fünf Fächer, zum Vokabellernen eingesetzt, geeignet ist die Kartei aber auch für viele weitere Einsatzgebiete wie Rechtschreibung, Formeln, Definitionen oder Geschichtsdaten.

Und so funktioniert die Lernkartei: Auf der Vorderseite der Karte steht eine Frage bzw. eine Vokabel, auf der Rückseite die Lösung bzw. die Übersetzung. Alle Karten stecken zunächst im vorderen Fach und werden dann durchgearbeitet. Ist die Frage richtig beantwortet, rutscht die Karte ein Fach weiter, ist die Antwort falsch, verbleibt die Karte im ursprünglichen Fach. Regelmäßig werden alle Fächer durchgearbeitet, Karten, die es bis ins fünfte Fach geschafft haben, werden aussortiert.

Mnemotechniken

„Drei, drei, drei, bei Issos Keilerei“ lautet eine klassische Eselsbrücke, die für Generationen von Schülern zumindest die Jahreszahl 333 im Gedächtnis verankerte (im Jahr 333 besiegte am Golf von Iskenderun Alexander der Große den Perserkönig Darios III.). Eselsbrücken, Reime oder Assoziationsketten basieren auf der Erkenntnis, dass Sachverhalte sich besser merken lassen, wenn sie in einer festen Reihenfolge, einem Rhythmus, einem Reim oder einer Geschichte „verpackt“ werden. Assoziationsketten sind solche Geschichten, bei denen Begriffe, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, verknüpft werden und damit noch Wochen später abrufbar sind. Als Lerntechnik eigenen sie sich besonders gut für Geschichtszahlen, Einzelbegriffe, aber auch durchaus für komplexe Zusammenhänge.

Auch Zahlenfolgen lassen sich lernen, indem den Ziffern Bilder zugeordnet werden, die dann in eine Geschichte verpackt werden. Allerdings müssen die Bilder wirklich fest verankert sein, soll die Methode funktionieren. Bewährt haben sich folgende Bilder:
0 = Null Bock, 1 = Baum (1 Stamm), 2 = Brille (2 Gläser), 3 = Dreirad (3 Räder), 4 = Fenster (4 Ecken), 5 = Hand (5 Finger), 6 = Würfel (6 Flächen), 7 = Zwerge (7 Zwerge), 8 = Achterbahn, 9 = Kegel (alle Neune). Die Telefonnummer 34 56 4 könnte also diese Geschichte ergeben: Mit dem Dreirad fahre ich an ein geschlossenes Fenster. Mit der Hand drücke ich dagegen, werfe dann einen Würfel gegen die Schreibe, wodurch das Fenster zerbricht.

Mind Mapping

Besonders für komplexe Sachverhalte eignet sich das Mind Mapping (Mind = Gedächtnis, Map = Landkarte). Auch diese Methode setzt auf die bildliche Umsetzung von Lernstoff. Dazu schreibt man einen Oberbegriff in die Blattmitte, Unterüberschriften werden in Form von Ästen dargestellt, die sich von Zentrum aus verzweigen. Der Lernstoff (in Stichworten oder kleinen Zeichnungen dargestellt) wird diesen Ästen zugeordnet und bei diesem Prozess strukturiert und in seiner Komplexität erfasst. Durch das Mind Mapping sollen die für Logik zuständige linke und - durch den Einsatz von Formen, Farben, Linien und Bildern - die kreative rechte Gehirnhälfte aktiviert werden. Gelerntes wird so dauerhaft abgespeichert.

Weitere Lerntipps

Rechtzeitig anfangen: Nicht auf den letzten Drücker lernen, dafür plädieren auch Lernexperten. Der Grund: Unser Gehirn ist nur begrenzt aufnahmefähig. Deshalb lieber mehrere kurze, als eine lange Lerneinheit einplanen.

Struktur schaffen: Vor dem Lernstart erst einmal einen Überblick gewinnen. Dazu den Lernstoff in mehrere „Häppchen“ aufgliedern (zum Beispiel in Form einer Liste oder Mind Map).

Für Belohnung sorgen: auf ein konkretes Ziel hinarbeiten, wirkt motivierend. Zum Beispiel eine Tasse Kakao, eine Süßigkeit, einmal rausgehen und eine Runde kicken oder das Abhaken des Erreichten von der To Do Liste.

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