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Drüber reden - gute Gespräche mit Kindern führen

ein Kind und eine Frau schauen sich an
Entwicklung und Erziehung
© Wanja Jacob - Fotolia.de
von Ulrike Lindner

Kaum eine Beziehung ist so intensiv und dauerhaft wie die zwischen Eltern und Kindern. Und doch scheint es manchmal, als lägen tiefe Gräben zwischen Elternteil und Heranwachsenden. Vor allem in der Pubertät, wenn die vormals offenen und wissbegierigen Sprösslinge plötzlich zu empfindlichen Zicken oder mürrischen Schweigern mutieren, wird jedes Gespräch schnell zum Minenfeld.

Lesedauer:
3 min

Verständnisvolle Eltern-Kind-Kommunikation

Auch wenn es manchmal schwerfällt, ist es wichtig zu akzeptieren: Ein gutes Gespräch erfordert immer zwei, die beide Interesse am Austausch haben. Gerade in der Pubertät verändern sich Rollen – der Sohn oder die Tochter ist nicht mehr nur das Kind, sondern wendet sich zunehmend Freunden zu. Eltern sollten sich davon nicht entmutigen lassen und persönliche Zurücksetzung nicht persönlich nehmen. Eine Phase der Abnabelung ist völlig normal. Selbst wenn es den Anschein hat, dass der Draht zueinander abbricht, lohnt es sich, geduldig zu bleiben und immer wieder Gesprächsbereitschaft zu signalisieren.


So funktioniert die Eltern-Kind-Kommunikation

Die eigene Vorbildfunktion

Eltern übernehmen eine wichtige Rolle als Kommunikationsvorbild. Teilen Sie gelegentlich, was Sie am Tag beschäftigt oder berührt hat – sei es ein Ärgernis im Job, ein nettes Erlebnis mit Kollegen oder Sorgen um die eigenen Eltern. Kinder erfahren so nebenbei, dass es normal ist, sich über Erlebnisse auszutauschen und Anteil am Leben des anderen zu nehmen.

Rahmenbedingungen schaffen:

  • Gemeinsame Mahlzeiten

  • Rituale wie Gute-Nacht-Sagen oder eine Tasse Tee am Feierabend

Solche Gelegenheiten erleichtern es, ins Gespräch zu kommen und Kommunikation als beidseitigen Prozess zu erleben.


Gut zuhören

Wenn Tochter oder Sohn etwas erzählen, ist geduldiges Zuhören entscheidend. Lassen Sie Ihr Kind ausreden, ohne gleich einzugreifen. Oft ist es hilfreicher, einfach zuzuhören, anstatt sofort Lösungen vorzuschlagen. Ungebetene Ratschläge können das Gespräch schnell beenden, wenn Kinder den Eindruck bekommen, die eigenen Ideen würden übergestülpt.

Vorschnelle Bewertungen vermeiden

Eltern meinen oft, ihre Kinder und deren Lebenswelt gut zu kennen und urteilen zu schnell. Halten Sie daher Vorurteile und vorschnelle Bewertungen zurück, um Gespräche nicht abrupt zu beenden.

Gut zuhören heißt mehr als schweigen

Ein aufmerksamer Zuhörer zeigt echtes Interesse. Dazu gehören:

  • Gesten und Mimik: Blickkontakt, Nicken, Lächeln, leichtes Vorbeugen

  • Kurze Äußerungen: „Aha“, „hmmm“, „echt?“

  • Nachfragen: „Und was hast du dann gemacht?“

  • Zusammenfassen des Gesagten: „Du warst also den ganzen Abend allein auf der Party, während deine Freundin mit … gesprochen hat?“

Bleiben Sie dabei ehrlich – Kinder merken sofort, wenn Interesse nur vorgetäuscht ist. Wer gerade nicht frei für ein Gespräch ist, kann dies offen sagen und das Gespräch verschieben.


Klar und altersgerecht kommunizieren

Wenn Sie eigene Anliegen haben, z. B. Verhaltensänderungen oder Aufgaben, sollten diese klar und verständlich formuliert sein.

  • Altersgerechte Sprache: Kurze Aussagen bei jüngeren Kindern, ausführlicher bei älteren

  • „Ich-Perspektive“ verwenden: „Ich fühle mich unwohl, wenn …“ statt anklagend „Du machst nie …“

  • Konkrete Beispiele nennen: „Es stört mich, wenn das dreckige Geschirr in der Küche bleibt. Bitte räum deinen Teller gleich in die Maschine.“


Kommunikationskiller vermeiden

Ein erfolgreiches Gespräch wird oft durch folgende Verhaltensweisen gestört:

  • Belehrungen: „Wenn du deine Aufgaben gleich erledigen würdest …“

  • Vorwürfe: „Hier sieht es schon wieder aus wie im Saustall“

  • Nörgeln: „Warum räumst du nie deine Sachen weg?“

  • Vergleiche mit anderen: „Laura schafft ihre Aufgaben auch pünktlich“

  • Ironie, Sarkasmus oder Respektlosigkeit

Stattdessen gilt: Zeigen Sie ehrliches Interesse und den Willen, Ihr Kind zu verstehen. Dies schafft die beste Basis für gelungene Gespräche.


Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
Gespräche
Kommunikation
Eltern
Kind
Zuhören
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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