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Denn die Käfer kritze kratze - Wilhelm Busch inspiriert auch heute noch Große und Kleine

Strohfiguren auf dem Stoppelfeld
Entwicklung und Erziehung
© Erich Keppler - pixelio.de
von Jörg Sauer

"Dieses war der erste Streich doch der zweite folgt sogleich." Wer kennt sie nicht, die berühmten Überleitungen zwischen den Streichen von Max und Moritz. Der begnadete Dichter und Zeichner Wilhelm Busch nahm in zahlreichen Geschichten oder Gedichten die Schwächen und Laster der Menschen aber auch der Tiere auf humorvolle Art aufs Korn, "Hans Huckebein", "Der Affe Fipps" oder "Plüsch und Plum" seien stellvertretend genannt.

Lesedauer:
4 min

Wilhelm Busch – gemeinsam entdecken, lesen und kreativ werden

Wilhelm Busch gehört zu den bekanntesten deutschen Zeichner und Dichter. Seine Bildergeschichten, Verse und humorvollen Figuren bieten viele Möglichkeiten, Kinder spielerisch für Sprache, Literatur und Kunst zu begeistern.

Besonders rund um seinen Geburtstag am 15. April lässt sich Wilhelm Busch gut zum Thema machen. Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern lesen, zeichnen, recherchieren und dabei ganz nebenbei Wissen über Literatur, Geschichte und Kunst vertiefen.

Wichtige Daten aus seinem Leben

Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl in Niedersachsen geboren und wuchs mit sechs Geschwistern auf. Sein Bildungs- und Lebensweg verlief abwechslungsreich und führte ihn an verschiedene Orte und Ausbildungsstätten.

Kindheit und Ausbildung

1841 begann Wilhelm Busch seine Erziehung bei seinem Onkel, dem Pfarrer Georg Kleine in Ebergötzen, und erhielt dort Privatunterricht. 1846 zog er gemeinsam mit der Familie Kleine nach Lütthorst.

1847 begann Busch ein Maschinenbaustudium in Hannover. Schon wenige Jahre später schlug er jedoch einen anderen Weg ein. 1851 besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf, die seinen Erwartungen allerdings nicht entsprach. 1852 wechselte er an die Akademie der schönen Künste in Antwerpen.

Nach einer Typhuserkrankung kehrte er 1853 nach Wiedensahl zurück. In dieser Zeit sammelte er Sagen und Volksmärchen aus seiner Umgebung.

1854 trat Busch in die Münchener Akademie der bildenden Künste ein. Dort pflegte er enge Kontakte zum Künstlerverein „Jung München“. Für Kaspar Brauns Zeitschriften Münchner Bilderbogen und Fliegende Blätter schrieb und zeichnete er regelmäßig.

Künstlerische Erfolge und Rückkehr in die Heimat

1865 erschien mit Max und Moritz sein bis heute bekanntestes Werk. 1868 zog Wilhelm Busch nach Frankfurt am Main zu seinem Bruder Otto.

1878 kehrte er nach Wiedensahl zurück. Nach dem Tod seines Schwagers übernahm er dort die Vaterrolle für die Kinder seiner Schwester.

1898 zog Wilhelm Busch nach Mechtshausen am Harz zu seinem Neffen Otto Nöldeke. Dort starb er am 9. Januar 1908.

Welche Werke von Wilhelm Busch eignen sich zum Entdecken?

Wilhelm Busch war nicht nur Zeichner, sondern auch Maler, Karikaturist, Erzähler und Poet. Sein vielseitiges Werk bietet deshalb ganz unterschiedliche Zugänge.

Zu seinen bekanntesten Bildergeschichten gehören Max und Moritz und Die fromme Helene. Darüber hinaus zeichnete er für satirische Zeitschriften wie die Fliegenden Blätter.

Mit Schein und Sein und Zu guter Letzt veröffentlichte er außerdem Gedichtbände. In Von mir über mich schrieb er autobiografisch über sein Leben. Auch Volksmärchen bearbeitete er, darunter Aschenpüeling. Daneben hinterließ Busch zahlreiche Sinnsprüche, Zitate, Plastiken und Gemälde.

Humor als Zugang zu Sprache und Literatur

Wilhelm Buschs Werke verbinden Zeichnungen und Sprache auf besondere Weise. Gerade diese Kombination kann Kinder motivieren, sich intensiver mit Texten auseinanderzusetzen.

Beim gemeinsamen Lesen können Eltern mit ihrem Kind überlegen, was an einer Geschichte oder einem Vers lustig ist. Welche Wörter sorgen für den besonderen Klang? Wie passen Bild und Text zusammen? Und wie verändert eine Zeichnung die Wirkung einer Geschichte?

So können Kinder ihr Sprachgefühl entwickeln, genauer lesen und gleichzeitig ihre Kreativität einsetzen.

So können Eltern Wilhelm Busch beim Lernen aufgreifen

Viele Aktivitäten eignen sich bereits für Kinder ab Ende der 3. Klasse. Sie lassen sich an Alter, Interessen und Lernstand des Kindes anpassen.

Eine Zeitleiste erstellen

Die wichtigsten Stationen im Leben Wilhelm Buschs können gemeinsam chronologisch geordnet werden. Eine selbst gestaltete Zeitleiste hilft Kindern dabei, Jahreszahlen und Ereignisse miteinander zu verknüpfen.

Dabei können Eltern Fragen stellen wie: Wo lebte Wilhelm Busch zu dieser Zeit? Was machte er dort? Und welche wichtigen Werke entstanden in dieser Phase?

Lebensorte auf der Karte suchen

Wilhelm Busch lebte unter anderem in Wiedensahl, Hannover, Düsseldorf, Antwerpen, München, Frankfurt und Mechtshausen. Diese Orte können gemeinsam auf einer Karte gesucht und markiert werden.

Ältere Kinder können zusätzlich Entfernungen berechnen oder vergleichen, wie weit die einzelnen Orte voneinander entfernt sind. Auch eine fiktive Reiseroute „Auf den Spuren von Wilhelm Busch“ lässt sich planen.

Gemeinsam Bücher entdecken

Eine kleine Wilhelm-Busch-Buchausstellung lässt sich auch zu Hause zusammenstellen. Vielleicht finden sich Bücher im eigenen Regal, in der Bibliothek oder bei Verwandten.

Kinder können anschließend vergleichen, welche Geschichten ihnen besonders gefallen und warum. Auch unterschiedliche Ausgaben oder Illustrationen bieten Gesprächsanlässe.

Bildergeschichten genauer betrachten

Bildergeschichten wie Max und Moritz eignen sich besonders gut, um Lesen und genaues Beobachten zu verbinden.

Lesen Sie gemeinsam eine Geschichte und betrachten Sie die Zeichnungen. Anschließend kann Ihr Kind die Figuren beschreiben, die Handlung zusammenfassen und überlegen, welche Aussage oder „Lehre“ hinter der Geschichte steckt.

Eine besonders spannende Szene kann anschließend als eigenes Bild oder Plakat gestaltet werden. Auch eine Bildergeschichte mit eigenen Figuren und Texten ist eine kreative Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden.

Gedichte lesen und verstehen

Auch die Gedichte und Verse von Wilhelm Busch bieten viele Möglichkeiten zum Lernen. Ihr Kind kann ein Gedicht auswählen, laut lesen und überlegen, worum es darin geht.

Gemeinsam können Sie auffällige Reime, besondere Wörter oder humorvolle Formulierungen entdecken. Wer möchte, kann einzelne Verse auswendig lernen oder ein Gedicht passend illustrieren.

Collagen gestalten

Eine Collage verbindet Wissen und Kreativität. Ihr Kind kann beispielsweise Bilder, Texte und Informationen über Wilhelm Busch zusammentragen und daraus ein Plakat gestalten.

Eine andere Möglichkeit ist eine Collage zu Figuren aus seinen Bildergeschichten. Dabei kann Ihr Kind Eigenschaften, typische Szenen oder bekannte Zitate miteinander verbinden.

Mehrere Schulfächer miteinander verbinden

Wilhelm Busch eignet sich gut, um unterschiedliche Lernbereiche miteinander zu verknüpfen.

Im Bereich Deutsch stehen Lesen, Sprache, Gedichte und Bildergeschichten im Mittelpunkt. Im Kunstbereich können Zeichnungen betrachtet und eigene Bilder gestaltet werden. Geografie lässt sich über seine verschiedenen Lebensorte einbeziehen. Gleichzeitig bietet seine Lebenszeit zahlreiche Anknüpfungspunkte für Geschichte.

Selbst Mathematik kann eine Rolle spielen, etwa wenn Entfernungen zwischen seinen Lebensstationen berechnet oder Jahreszahlen auf einem Zeitstrahl eingeordnet werden.

Lernen außerhalb des Schreibtischs

Ein Museumsbesuch kann das Thema besonders anschaulich machen. Orte wie Wiedensahl oder Mechtshausen bieten die Möglichkeit, mehr über Wilhelm Buschs Leben und sein Werk zu erfahren.

Auch Bibliotheken können ein guter Ausgangspunkt sein, um gemeinsam nach Büchern, Biografien oder weiteren Geschichten zu suchen.

Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Fakten auswendig zu lernen. Wenn Kinder selbst recherchieren, lesen, gestalten und Fragen stellen dürfen, bleiben Zusammenhänge oft leichter im Gedächtnis. So kann Wilhelm Busch zu einem Thema werden, das Sprache, Geschichte und Kreativität miteinander verbindet.

Linktipps & Quellen

Linktipps
» www.wilhelm-busch-seiten.de/index.html
» zitate.net/wilhelm busch.html
» www.karikatur-museum.de
» www.wilhelm-busch-muehle.de
» www.wissenskarten.de

Quellen
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch
(2) www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/bilderbogen/index.html
(3) ebd.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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