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Albert Schweitzer – ein beindruckendes Leben

Briefmarke mit Konterfei Albert Schweitzers
Entwicklung und Erziehung
© Madzia71 - iStockphoto.com
von Jörg Sauer

Er ist mit seinem Spital in Lambaréné (Gabun) weltberühmt geworden. Der Arzt, Philosoph, evangelische Theologe und Organist gab seine vielversprechende Universitätslaufbahn auf und half den Menschen im Urwald mit riesigem Einsatz. Doch sein Wirken ging weit darüber hinaus. Das ist Grund genug, sich mit seinem Leben und Wirken auseinanderzusetzen und dies einmal in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Der Beitrag ermuntert dazu und gibt einige Anregungen.

Lesedauer:
5 min

Albert Schweitzer – Leben und Wirken

Frühe Jahre und Ausbildung

Albert Schweitzer wurde am 4. Januar 1875 in Kaysersberg im damals deutschen Oberelsass als zweites von fünf Kindern geboren. Sein Vater war Pfarrer in Günsbach bei Colmar. Zwischen 1880 und 1884 besuchte er die Grundschule in Günsbach und zeigte bereits früh eine Begabung für das Orgelspiel.

Von 1884 bis 1885 besuchte er die Realschule in Münster, anschließend bis 1893 das Gymnasium in Mulhouse, währenddessen er Klavier- und Orgelunterricht nahm.

Im Oktober 1893 begann Schweitzer ein Theologie- und Philosophiestudium in Straßburg. Zwischen 1894 und 1895 leistete er seinen einjährigen Militärdienst. Bereits 1896 fasste er den Entschluss zu einem „unmittelbaren menschlichen Dienen“ nach dem 30. Lebensjahr.

Er legte 1898 das Examen in Theologie ab und promovierte 1899 zum Doktor der Philosophie. 1900 erhielt er seinen Doktortitel in Theologie und trat seine erste Stelle als Vikar in Straßburg an.

Musikalische, theologische und philosophische Tätigkeiten

1902 habilitierte er sich und wurde Privatdozent in Straßburg. Zwischen 1903 und 1905 war Schweitzer Direktor des Stifts St. Thomas. Parallel dazu studierte er von 1905 bis 1911 Medizin und legte 1910 das Examen ab. Währenddessen veröffentlichte er zahlreiche theologische, philosophische und musikalische Werke.

Lambarene und medizinisches Wirken

1912 heiratete Schweitzer Helene Bresslau. Im Februar 1913 promovierte er zum Doktor der Medizin, und im März reisten beide nach Lambarene in Gabun, um dort ein Spital aufzubauen.

Während des Ersten Weltkriegs wurden sie von den französischen Kolonialbehörden unter Hausarrest gestellt und 1917/18 nach Frankreich als Kriegsgefangene gebracht. 1918 kehrten sie ins Elsass zurück, und 1919 wurde ihre Tochter Rhena geboren.

Zwischen 1920 und 1937 unternahm Schweitzer zahlreiche Konzert- und Vortragsreisen durch Europa und absolvierte mehrere Aufenthalte in Lambarene, wo er Spitäler baute und erweiterte.

Ethik und Leitgedanke: Ehrfurcht vor dem Leben

Während seiner Tätigkeit in Afrika entwickelte Schweitzer seine Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“. Er erkannte:

„Ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will.“

Damit meinte er, dass alle Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen Achtung verdienen. Für ihn gilt als gut: Leben erhalten und fördern, und als böse: Leben vernichten oder schädigen. Dieser Leitgedanke prägte sein gesamtes Wirken und motivierte ihn, den Bedürftigen in Afrika zu helfen.

Anerkennung und späte Jahre

Für sein Engagement erhielt Albert Schweitzer zahlreiche Auszeichnungen:

  • 1951: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

  • 1954: Nobelpreis für Frieden (rückwirkend für 1952)

1955 wurde das Lepradorf in Lambarene eröffnet. Nach dem Tod seiner Frau Helene im Juni 1957 setzte Schweitzer seine Arbeit in Afrika fort. 1959 unternahm er seine letzte Europareise und brach im Dezember desselben Jahres zur letzten Reise nach Lambarene auf.

Albert Schweitzer verstarb am 4. September 1965 in Lambarene und wurde neben seiner Frau beigesetzt. Der 4. September ist in der evangelischen Kirche als Albert-Schweitzer-Gedenktag festgelegt.

Quellen, Buchtipps und Linktipps

Buchtipp

Aus der Vielzahl an Publikationen möchte ich die für mich wichtigste gern weiter empfehlen:

Albert Schweitzer Gelebter Glaube, Ein Lesebuch Ausgewählt und dargestellt von Rudolf Grabs, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1957
Dieses und nachfolgende sind nur noch antiquarisch beziehbar.

Linktipps

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Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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