Jedes Kind hat sie - StĂ€rken in den Fokus rĂŒcken
Jedes Kind hat sie - StĂ€rken in den Fokus rĂŒcken
Ein Weg zu einer selbstbewussten Persönlichkeit fĂŒhrt nach Ansicht vieler Erziehungsexperten ĂŒber die StĂ€rken eines Kindes. Wenn schon kleine Kinder merken, dass sie etwas gut können und erfolgreich bewĂ€ltigen, wĂ€chst das Selbstbewusstsein...
Selbstbewusste Kinder durch StÀrkenförderung
Von sich selbst ĂŒberzeugt, ohne angeberisch zu wirken, durchsetzungsstark, aber kein âBullyâ â so wĂŒnschen sich die meisten Eltern ihre Kinder. Ein wichtiger Weg zu einer selbstbewussten Persönlichkeit fĂŒhrt ĂŒber die gezielte Förderung der individuellen StĂ€rken. Wenn Kinder schon frĂŒh erleben, dass sie etwas gut können, wĂ€chst ihr Vertrauen in die eigenen FĂ€higkeiten â ein Vorteil auch bei spĂ€teren Herausforderungen.
An sich selbst glauben macht stark
Eltern kennen die StĂ€rken ihrer Kinder am besten: Lisa kann hervorragend klettern, Maximilian hilft den JĂŒngeren mit Hingabe, Julia malt beeindruckende Bilder. Die Erfahrung, dass ein bedeutender Bezugsperson ihre FĂ€higkeiten erkennt und wertschĂ€tzt, stĂ€rkt das Selbstbewusstsein.
Die sogenannte Resilienzforschung zeigt, dass der Glaube an die eigenen FĂ€higkeiten entscheidend dafĂŒr ist, wie gut Menschen belastende Situationen meistern. Kinder, deren StĂ€rken regelmĂ€Ăig anerkannt werden, entwickeln eher das Vertrauen in sich selbst, wĂ€hrend der stĂ€ndige Fokus auf Fehlern und SchwĂ€chen die persönliche Entwicklung hemmt.
âDas kann ich schonâ â Kindern etwas zutrauen
Gleich wichtig wie der Glaube an die eigenen FÀhigkeiten ist die Erfahrung von Selbstbestimmung und Autonomie. Eltern sollten Kindern nicht stÀndig Vorschriften machen oder sie zu bestimmten Interessen drÀngen. Stattdessen sollten sie ein Umfeld schaffen, in dem Kinder ihre Neigungen frei erkunden können.
Studien zeigen: Wer selbstbestimmt handelt und eigene Kompetenzen erlebt, stĂ€rkt den Charakter. Wer hingegen das GefĂŒhl hat, machtlos oder unwichtig zu sein, leidet unter dem Verlust von Selbstbewusstsein. Kinder profitieren von klarer Botschaft seitens der Eltern: âIch glaube an dich und weiĂ, dass du das schaffen kannstâ, ohne dass Hindernisse komplett aus dem Weg gerĂ€umt werden.
Kritik ja, aber richtig
StĂ€rkenorientierung bedeutet nicht kritikloses Loben. Eine liebevolle Erziehung kombiniert Anerkennung von StĂ€rken mit klaren Grenzen. ĂbermĂ€Ăiges Lob kann schĂ€dlich sein, wenn Kinder merken, dass ihre Leistungen in Schule oder Kita nicht dem entsprechen, was zu Hause dargestellt wurde.
Kritik sollte immer:
-
konkret und sachlich sein
-
positiv formuliert werden
-
das Verhalten, nicht die Person, in den Mittelpunkt stellen
Beispiel: Statt zu sagen âDu bist faulâ, besser: âDu hast dich nicht an unsere Abmachung gehalten. Das enttĂ€uscht mich. Bitte rĂ€um dein Zimmer auf.â Verhalten lĂ€sst sich Ă€ndern â und das stĂ€rkt das Selbstbewusstsein, weil Kinder erkennen, dass sie Einfluss auf ihre Handlungen haben.
Zuletzt geÀndert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂŒnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.