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Warum wir Ostern feiern

"Frohe Ostern" Kreidetafel mit Eiern und Häschen
Wissen und Bildung
© drubig photo - Fotolia.de
von Ulrike Lindner

Im Frühjahr kommt der Osterhase und bringt den Kindern bunte Eier, solche aus Schokolade und hart gekochte. Aber war da nicht noch etwas anderes? Tatsächlich ist Ostern in erster Linie ein christliches Fest, auch wenn es sich am lodernden Osterfeuer oder zwischen Hasen und Eiern nicht unbedingt so anfühlt.

Lesedauer:
2 min

Ostern – Ursprung, Bedeutung und Symbole des wichtigsten christlichen Festes

Wer den Ursprung des Osterfestes sucht, findet die Antwort im Neuen Testament. Dort heißt es, dass Jesus Christus am dritten Tag nach seiner Kreuzigung von den Toten auferstand. Für Christen ist diese Überwindung des Todes der Kern ihres Glaubens – und deshalb gilt Ostern als höchster Feiertag im Kirchenjahr, noch vor Weihnachten.

Am Karfreitag erinnern Christen an die Kreuzigung Jesu. Am Ostersonntag feiern sie seine Auferstehung. Viele Gemeinden veranschaulichen diesen Übergang vom Tod zum Leben mit einer Osternacht: In einer zunächst dunklen Kirche werden Kerzen entzündet – ein Symbol für das Licht Christi, das die Dunkelheit vertreibt.


Die Karwoche – von Palmsonntag bis Ostersonntag

Für viele Gläubige beginnt Ostern bereits eine Woche früher, am Palmsonntag. Der Überlieferung nach zog Jesus an diesem Tag in Jerusalem ein – begleitet von Menschen, die ihm Palmzweige zu Füßen legten.

Die wichtigsten Stationen der Karwoche:

  • Palmsonntag: Einzug Jesu in Jerusalem
  • Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl mit den Jüngern
  • Karfreitag: Jesu Tod am Kreuz
  • Osternacht/Ostersonntag: Feier der Auferstehung

Woher kommen die Begriffe „Gründonnerstag“ und „Karfreitag“?

  • Gründonnerstag leitet sich vom mittelhochdeutschen „greinen“ (= wehklagen) ab – nicht von grünem Gemüse.
  • Karfreitag stammt vom althochdeutschen „chara“ (= Klage, Kummer).

Warum Ostern jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt

Anders als Weihnachten ist Ostern ein beweglicher Feiertag. Seit dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) gilt folgende Regel:

👉 Ostersonntag ist der Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang (21. März).

Dadurch kann Ostern zwischen dem 22. März und 25. April liegen.


Ostersymbole: Hase, Eier und Feuer – woher stammen sie?

Viele Symbole, die wir heute mit Ostern verbinden, stammen nicht aus der Bibel, sondern haben heidnische oder kulturelle Wurzeln.

🐇 Der Osterhase

Woher er genau kommt, ist nicht eindeutig belegt. Es existieren zwei Hauptdeutungen:

  • Der Hase steht wegen seiner schnellen Fortpflanzung als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.
  • In der Antike und im frühen Christentum galt der Hase als Zeichen für den auferstandenen Christus, weil er keine sichtbaren Augenlider hat und daher als „immer wach“ angesehen wurde – ein Bild für das ewige Leben.

🥚 Ostereier

Eier gelten seit jeher als Fruchtbarkeits- und Lebenssymbole. In heidnischen Bräuchen standen sie für Neubeginn und Wiedergeburt.

Traditionell wurden sie früher nur rot gefärbt, weil Rot symbolisierte:

  • Leben
  • Freude
  • das Blut Christi

Die farbenfrohen Muster, die wir heute kennen, haben sich erst später entwickelt.

🔥 Osterfeuer

Osterfeuer existierten schon vorchristlich und sollten den Winter vertreiben sowie Licht und Erneuerung symbolisieren.

Im christlichen Kontext steht das Feuer für:

  • das Licht Gottes,
  • Christus als „Licht der Welt“,
  • und die Auferstehung nach der Dunkelheit des Todes.

Fazit – Ostern: Ein Fest mit tiefen Wurzeln

Ostern verbindet biblische Traditionen mit jahrhundertealten Bräuchen aus unterschiedlichen Kulturen. Die zentrale christliche Botschaft – Tod und Auferstehung Jesu Christi – wird ergänzt durch Symbole wie Hase, Ei und Feuer, die das Leben, die Hoffnung und den Neubeginn darstellen.

So ist das Osterfest ein vielschichtiges Ereignis, das religiöse Bedeutung, historische Elemente und lebendiges Brauchtum miteinander verbindet.

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Themen:
Ostern
Tradition
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Rituale
Geschenke
Karwoche
Ostereier
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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