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Nachhilfe für Schülerinnen und Schüler

Unterstützung beim Lernen

Eine Frau gibt einem Mädchen Nachhilfe für die Schule
Entwicklung und Erziehung
© pikisuperstar auf Freepik
von Melanie Herber | lernando-Redaktion

Nicht jedem Menschen fällt das Lernen in der Schule leicht. Dies betrifft Kinder schon häufig in der Grundschule, aber auch Jugendliche an den weiterführenden Schulen. Manche begreifen die Regeln der Grammatik nur mühsam, andere tun sich mit den Vorschriften der Mathematik schwer. Spätestens, wenn sich Ihr Kind im Unterricht abgehängt fühlt, wird deutlich, dass es in diesem Fach Nachholbedarf hat. Durch Nachhilfestunden, egal ob privat oder in einem Institut, können Kinder und Jugendliche Wissenslücken schließen und bessere Noten erzielen.

Lesedauer:
4 min

Viele Kinder haben ein Schulfach, das ihnen besonders gut liegt und auf das sie sich Woche für Woche freuen. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Ein bestimmtes Fach will überhaupt keinen Spaß machen und jede Stunde wird zu einer mühsamen Herausforderung. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Vielleicht kommt das Kind nicht mit dem Lerntempo der Klasse zurecht oder es findet keinen Zugang zur Lehrkraft. Schnell können so Wissenslücken entstehen, die das Kind alleine nicht mehr schließen kann. Dies kann zu Misserfolgen und schlechten Noten führen.

Diesem Zustand müssen betroffene Kinder aber nicht ausgesetzt bleiben. Es gibt verschiedene Formen der Förderung, die außerhalb der Schule genutzt werden können. Nachhilfe ist eine dieser Möglichkeiten.

Immer mehr Kinder in Deutschland erhalten Nachhilfe. Das wies eine von der Lernplattform Scoyo in Auftrag gegebene Studie nach. Bereits über 50% der Schüler:innen in deutschen Schulen werden außerschulisch gefördert, zeigt die Untersuchung, bei der über 1000 Haushalte mit schulpflichtigen Kinder befragt wurden. Dabei findet die Nachhilfe überwiegend im familiären Umfeld statt. Immerhin 46% der befragten Eltern lernen zusammen mit ihren Kindern.

Nachhilfe in der Familie

Zeichnen sich schlechte Noten ab, fühlen sich oftmals die Eltern verpflichtet, ihr Kind zu unterstützen. Sie wollen helfen und übernehmen die Nachhilfe selbst. Nicht immer funktioniert dieses Prinzip. Herausforderungen können sein:

  • eine fehlende objektive Distanz zwischen Eltern und Kind
  • mangelnde pädagogische Expertise bei den Eltern, um das Wissen vermitteln zu können
  • finanzielle Mittel notwendig, um Lernspiele, Übungshefte und Trainingsbücher zu erwerben

Schnell sind beide Seiten frustriert. Das Kind schaltet auf stur, die Eltern sind ratlos. Hier klappt es mit Hilfe von außen meist besser. Aber natürlich gibt es auch Familien, in denen die familiäre Nachhilfe eine gute Lösung ist. Meist funktioniert es gut, wenn die Eltern den Stoff selbst sehr gut verstehen und vor allem mit der nötigen Zeit und Gelassenheit an die Sache herangehen.

Private Nachhilfe

Viele Familien greifen auf private Nachhilfe zurück. Die Nachhilfelehrkräfte sind meist Studierende, ältere Schüler:innen oder Bekannte. Der Vorteil der privaten Nachhilfe ist, dass sich die Nachhilfelehrkraft nur auf einen einzelnen Schützling konzentrieren muss. Gerade wenn das Kind große Defizite in einem Fach hat, können so Wissenslücken effektiv geschlossen werden.

Außerdem ist das Kind hier nicht vom Lerntempo anderer abhängig. Es selbst gibt die Zeit vor und kann sich in Ruhe seinen fachlichen Problemen widmen. Ein weiterer Vorteil von Nachhilfe in den eigenen vier Wänden ist, dass sich Kinder in häuslicher Atmosphäre eher entspannt fühlen beim Lernen und sich trauen, Fragen zu stellen.

Eltern können ihr Kind ruhig fragen, ob es sich mit der Nachhilfelehrkraft gut versteht, denn wenn die Chemie zwischen beiden stimmt, sind auch die Lernerfolge größer. Kinder und Jugendliche, die Nachhilfe wahrnehmen, sollten in diesem Rahmen immer über den aktuellen Unterrichtsstand sowie Probleme und Fragen informieren.

Auch für den familiären Geldbeutel kann diese Form der Nachhilfe ein guter Weg sein. Private Nachhilfe ist in den meisten Fällen um einiges günstiger als Förderung in einem Nachhilfeinstitut.

Schüler:innen helfen sich gegenseitig

Ähnlich wie bei privater Nachhilfe wird bei dem Prinzip „Schüler:innen helfen Schüler:innen“ auf Augenhöhe unterrichtet. Gleichaltrige können meist sehr gut und auf einfache Art und Weise den Stoff erklären. Geeignet ist diese Form der Nachhilfe vor allem dann, wenn die Schwächen in einem Fach nicht zu gravierend sind. Wenn ein Kind aber sehr starke Probleme in einem Fach hat, empfiehlt sich professionelle Nachhilfe.

Oftmals wird Nachhilfe unter Schüler:innen von einer Schule selbst, zum Beispiel als Nachmittags-AG, angeboten. Auch für die lernstärkeren Kinder bringt die Nachhilfe Vorteile. Während sie den Stoff noch einmal erklären, festigen sich die Inhalte auch bei ihnen selbst.

Lernen im Nachhilfeinstitut

Im Nachhilfeinstitut finden sich Schüler:innen in kleinen Gruppen zusammen und lernen gemeinsam mit einer Lehrkraft. Es besteht die Möglichkeit von Einzel- oder Gruppennachhilfe. In einer Lerngruppe stammen die Kinder meist aus einer Klassenstufe.

Für ein Nachhilfeinstitut müssen die Eltern allerdings tiefer in die Tasche greifen. Dafür unterrichten hier aber Profis – meist ehemalige Lehrkräfte oder Lehramtsstudierende, die das nötige didaktische und pädagogische Know-how mitbringen. Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern wird auch Wert gelegt. In Elterngesprächen wird über den aktuellen Stand des Kindes informiert. Tipps für das Lernen zu Hause dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Institut für Ihr Kind geeignet ist, sollten Sie eine oder zwei Probestunden vereinbaren. Hier kann Ihr Kind auch testen, ob der Einzelunterricht oder das Lernen in der Gruppe eher für es geeignet ist.

Einzelunterricht im Institut

Einzelunterricht bietet sich vor allem bei großen Wissenslücken an. Die Lehrkraft hat ausschließlich Zeit für ein einzelnes Kind. Bei Problemen kann Schritt für Schritt eine Lösung gefunden werden. Im Raum herrscht meist eine höhere Konzentration, weil nur die oder der Einzelne im Mittelpunkt steht. Vor allem für schüchterne Kinder, die sich in der Schule nicht melden oder nachfragen, ist der Einzelunterricht geeignet.

Gruppenachhilfe im Institut

Wie groß eine Lerngruppe ist, ist unterschiedlich. Manchmal lernen nur zwei Kinder gemeinsam, manchmal sind es bis zu sechs. Wenn die Schüler:innen aus einer Alters- beziehungsweise Klassenstufe kommen, können sie sich bei Fragen gegenseitig unterstützen. Zudem lernt Ihr Kind auch durch die Fragen und Probleme der anderen Kinder.

Aufpassen sollten Eltern allerdings, wenn die Gruppe zu groß ist und die Kinder alle aus verschiedenen Klassen kommen. Hier erfordert es für die Lehrkraft meist großes Geschick, allen Schüler:innen gleichermaßen gerecht zu werden.

Und: Lernen in der Gruppe kann viel Spaß machen. Vielleicht gibt es zum Abschluss der Stunde ein gemeinsames Rechenspiel? Oder die Kinder verstehen sich gut und sind dadurch motivierter?

Eltern müssen sich hier mit ihrem Kind abstimmen. Hilfreich können folgende Fragen sein: Fühlt sich Ihr Kind wohl in der Gruppe? Traut es sich, vor anderen Fragen zu stellen? Bekommt es ausreichend Aufmerksamkeit? Können diese Fragen mit „ja“ beantwortet werden, ist eine Lerngruppe die richtige Entscheidung.

Tipps für Nachhilfestunden

Für welche Form der Nachhilfe sich eine Familie auch entscheidet, es sollte generell bedacht werden, dass Nachhilfe eine Lösung für eine gewisse Zeitspanne bleiben sollte. Stellen sich beim Kind Erfolge ein und es zeichnen sich bessere Noten ab, sollten Eltern überlegen, ob die Nachhilfe noch nötig ist oder ob die Wissenslücken nun geschlossen sind. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, bei Nachhilfe im Institut auf kurze Kündigungsfristen zu achten.

Wichtig ist auch, dass Ihr Kind überhaupt zum Lernen motiviert ist. Wenn es nur auf Drängen der Eltern hin geht, sind die Erfolgsaussichten eher gering. Hilfreich ist auch, sich mit anderen Eltern auszutauschen und nach deren Erfahrungen und Empfehlungen fragen.

 

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Melanie Herber

Melanie Herber hat Medienwissenschaften, Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation in Leipzig und Würzburg studiert. Ihr beruflicher Werdegang ist von verschiedenen Etappen in der Bildungswelt geprägt: Hochschulkommunikation, Bildungsministerium, Bildungsmedienverlag. Sie ist Teil der Redaktion von lernando aus dem Hause Westermann.

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