Wenn Kinder bloggen
Wenn Kinder bloggen
Heute ist es mit BaukÀsten und frei zugÀnglichen Plattformen leicht möglich, eine eigene PrÀsentation ins Internet zu stellen. Besonders beliebt und millionenfach verbreitet sind dabei Blogs. Kein Wunder, dass auch Kinder neugierig werden und es schon die ersten Blogs von Kindern und Blogprojekte mit Kindern gab.
Weblogs â ein modernes Kommunikationsmedium fĂŒr Kinder und Jugendliche
Webseiten zu erstellen war in den Anfangsjahren des Internets kompliziert und teuer. Heute geht es dank Baukastensystemen und kostenlosen Plattformen schnell und einfach. Besonders beliebt: Blogs (Weblogs) â ursprĂŒnglich OnlineâTagebĂŒcher Einzelner, inzwischen Kommunikationsplattformen fĂŒr Unternehmen, Vereine, Fachcommunities und Privatpersonen.
Schon 2011 gab es weltweit ĂŒber 170 Millionen Blogs. Und auch heute stöĂt jede Internetrecherche fast zwangslĂ€ufig auf einen passenden Blog.
Rund 8 % der Internetnutzer besuchen wöchentlich Blogs â Ă€hnlich viele wie FotoâCommunities oder OnlineâAuktionen nutzen.
Kein Wunder, dass auch Kinder neugierig werden. Erste Kinderblogs und gemeinsame Blogprojekte entstanden schon frĂŒh, und heute gehören Blogs, Vlogs und Podcasts zum digitalen Alltag vieler Heranwachsender.
Warum sollten Kinder Blogs kennen?
Es geht nicht darum, dass jedes Kind einen Blog fĂŒhren muss. Wichtig ist:
1. Medienkritik & Einordnung
Kinder sollen erkennen:
- Blogs spiegeln Meinungen einzelner Personen wider
- Inhalte mĂŒssen kritisch geprĂŒft werden
- wie bei allen Medien handelt es sich um gefilterte Wirklichkeit
Diese medienpÀdagogische Kompetenz ist heute wichtiger denn je.
2. Partizipation & Ausdruck
Blogs ermöglichen:
- eigene Erfahrungen öffentlich zu teilen
- besondere Interessen zu zeigen
- Teilhabe an Diskussionen
- Sichtbarkeit fĂŒr Themen, die anderswo wenig Beachtung finden
- Austausch mit Gleichaltrigen oder anderen Interessierten
Kinderblogs sind noch nicht weit verbreitet â aber Smartphones, YouTube und SocialâMediaâKanĂ€le fördern generell das BedĂŒrfnis, Inhalte zu erstellen und Erfahrungen zu teilen.
Wie, wo und warum Kinder zu Hause bloggen
Es gibt keinen offiziellen Index fĂŒr Kinderblogs â man muss sie entdecken. Einige Beispiele:
Jompa
Blog ĂŒber seinen Alltag und seinen Kater âChurchâ
https://jompablogger.wordpress.com
â Initiiert und begleitet durch den Vater, der selbst Blogger ist.
Mirjam
https://mirjammarx.twoday.net
â Wollte bloggen, nachdem sie bei einem Blogger etwas veröffentlichen durfte.
â Schrieb eine Weile aktiv, bis das Interesse nachlieĂ.
Janis (in der Rubrik des Elternblogs)
https://www.family4travel.de â Rubrik âJanis erzĂ€hlt euch wasâ
â Idee entstand wĂ€hrend einer Europareise der Familie.
Nordisch Blau
https://www.nordischblau.de
â Kinder berichten ĂŒber Erlebnisse wĂ€hrend eines FinnlandâAuslandsaufenthalts.
Erkenntnis:
Kinderblogs funktionieren meist gut, wenn sie begleitet werden und es eine Verbindung zur Erwachsenenwelt gibt.
Blogprojekte in Schulen und Institutionen
Eine Referendarin erstellte in einer AG einen Kinderblog â anfĂ€nglich mit groĂer Begeisterung. Doch ohne ihre fortlaufende Betreuung erlosch das Projekt.
Diese Erfahrungen decken sich mit frĂŒhen Projekten:
1. Zoom Kindermuseum Wien â âZoombloxâ
â Kinder konnten eigene Blogs erstellen.
â Probleme: fehlende EâMailâAdressen, geringe Ausdauer, hoher Betreuungsaufwand.
â Projekt wurde 2010 eingestellt.
2. Studio im Netz â âKinderspuren im Internetâ
http://sin-net.de/projekte/kinderspuren-im-internet/
â pĂ€dagogisch begleitet, 105 Kinder erstellten eigene Seiten.
â BeitrĂ€ge konnten eingeschickt werden.
â Auch hier lieĂ das Interesse ohne neuen Input nach.
Schulen mit festen Kinderblogs
AstridâLindgrenâSchule Kempen:
https://www.astrid-lindgren-schule-kempen.de/kinderblog
â Kinder berichten ĂŒber Schulereignisse â produktorientierter Unterricht, Medienbildung & Motivation greifen ineinander.
Erfahrungen zeigen: Kinder brauchen
- Begleitung
- Impulse
- Feedback
- eine klare Plattformstruktur
Praktische Umsetzung fĂŒr Schulen
Viele Schulwebsites basieren bereits auf einem ContentâManagementâSystem, mit dem ein Kinderblog leicht integriert werden kann.
Alternativ:
Primolo â Webseitengenerator fĂŒr Kinder
https://www.primolo.de/
â ermöglicht einfache, sichere BlogâErstellung fĂŒr Projekte oder Klassen.
Rechtliches
- Verantwortlichkeiten klÀren
- Impressum erforderlich (auĂer rein privat)
- Datenschutz beachten
- Bilderrechte klÀren (keine fremden Bilder ohne Erlaubnis)
Links
- Kinderblogs
- Mirjam - Alltagserlebnisse
- Jompa - Alltagserlebnisse
- Janis - Bericht ĂŒber Reisen der Familie
- Nordisch blau - Bericht ĂŒber den Auslandsaufenthalt der Familie
- Institutionen & Projekte rund um Kinderblogs
- Studio im Netz - Kinderspuren im Internet http://sin-net.de/projekte/kinderspuren-im-internet/
- Webseitengenerator fĂŒr Kinder http://www.primolo.de/
- Kinderblog der Astrid-Lindgren-Schule in Kempen http://www.astrid-lindgren-schule-kempen.de/kinderblog
- Kinderblog aus und ĂŒber Hamburg: www.klickerkids.de
- BeitrĂ€ge ĂŒber das Bloggen mit Kindern
- Lena Hahn: DĂŒrfen Kinder bloggen. In: family4travel 02.11.2014
- Sabine Scherz: Bloggen mit Grundschulkindern. In: Redaktionsblog 7.5.201
- Markus Trapp: Mirjam - Begeisterung fĂŒrs Kinderbloggen. In Text & Blog 26.8.2007
Zuletzt geÀndert am 13.02.2026
Dr. Birgit Ebbert ist freie Autorin und als Diplom-PĂ€dagogin seit vielen Jahren in der Elternarbeit und Lehrerfortbildung tĂ€tig. Neben KinderbĂŒchern und Krimis schreibt sie Elternratgeber, Lernhilfen, Vorlesegeschichten und BĂŒcher ĂŒber kreatives Arbeiten mit Papier.