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Schulfreundschaften und Schulerfolg

Zwei Schüler*innen lernen gemeinsam
Entwicklung und Erziehung
© spass - Fotolia.de
von Hildegard Dierks

Schulfreundinnen und Schulfreunden tragen zum Wohlbefinden in der Schule bei. Insbesondere in angespannten Situationen, z.B. vor wichtigen Klausuren, beim Wechsel auf die weiterführende Schule, ist alles leichter, diese Herausforderungen gemeinsam mit der Schulfreundin oder dem Schulfreund zu meistern.

Lesedauer:
7 min

Schulfreundschaften: Warum sie für Kinder so wichtig sind

Schulfreundinnen und Schulfreunde tragen entscheidend zum Wohlbefinden in der Schule bei. Vor Klassenarbeiten, beim Übergang auf eine weiterführende Schule oder in schwierigen Momenten fühlen sich Herausforderungen gemeinsam leichter an. Sie motivieren einander, unterstützen beim Lernen und schaffen positive Erinnerungen an die Schulzeit. In Poesiealben oder Freundschaftsbüchern bleiben diese Beziehungen oft ein Leben lang festgehalten.


Klassengemeinschaft und Schulfreundschaft

Schule als zentraler Lebensraum

Kinder sind nicht nur Schüler – aber Schule nimmt einen immer größeren Raum in ihrem Alltag ein. Dadurch wird die Klassengemeinschaft zu einem bedeutenden sozialen Umfeld, zu dem neben Lehrerinnen und Lehrern auch die Schulfreundschaften gehören.
Schulfreund*innen begleiten einander nicht nur im Unterricht, sondern auch häufig in der Freizeit.

Auswirkungen auf das Klassenklima

Regelmäßiges Zusammensein im Klassenverband – gemeinsamer Unterricht, Prüfungen, Klassenfahrten – beeinflusst Freundschaften maßgeblich. Diese wiederum wirken zurück auf die gesamte Klassengemeinschaft.

Positive Effekte:

  • Schulfreunde motivieren und stabilisieren sich emotional.
  • Durch diese Stärke können sie die Klassendynamik positiv beeinflussen.

Aber es gibt auch Schattenseiten:

  • Enge Zweierfreundschaften können andere ausschließen.
  • Cliquen können unbeabsichtigt Kinder isolieren.

Schulfreunde sind ein Vorteil für den Schulerfolg – aber Motivation, Intelligenz und Unterstützung durch das Elternhaus bleiben ebenso wichtige Faktoren.


Schulfreundschaften im Wandel

Wechsel der Schule

Der beste Freund aus der Grundschule bleibt selten bis zum Abitur. Der Übergang auf die weiterführende Schule bringt oft neue Freundschaften mit sich.
Für Kinder, die allein an eine neue Schule wechseln, kann dies besonders belastend sein. Manche möchten deshalb lieber auf die Schule ihrer besten Freundin als auf die empfohlene Schulform gehen.

Befürworter des gemeinsamen Lernens argumentieren, dass Freundschaften nicht durch Leistungszuweisungen getrennt werden sollten.

Sitzenbleiben und Freundschaft

Wenn Schüler*innen die Klasse wiederholen müssen, verlieren sie oft ihre gewohnten sozialen Bezugspunkte. Sie müssen sich in einer ohnehin schwierigen Situation neue Schulfreunde suchen.


Grenzen von Schulfreundschaften

Freundschaft – aber nicht als „Allheilmittel“

Schulfreundschaften entstehen in einer Phase, in der Kinder emotional besonders sensibel sind.
Schulthemen wie Leistung, Prüfungsdruck oder Zensuren machen Freundschaften komplex.

Typische Herausforderungen:

  • Streit oder Unstimmigkeiten belasten Kinder stark.
  • Leistungsdruck wirkt sich auch auf Freundschaften aus.
  • Kinder brauchen oft Rat von Eltern oder Lehrkräften.

Wenn Loyalität zum Problem wird

In Prüfungssituationen gilt: Jeder muss selbst bestehen.
Freundschaft bedeutet nicht, voneinander abzuschreiben oder Hilfe zu fordern.
Über diese Situationen sollte offen gesprochen werden, um Loyalitätskonflikte zu vermeiden.

Mobbing – eine Situation, die Freundschaften überfordert

Beim Thema Mobbing können Schulfreunde zwar emotional stützen, aber sie können ein betroffenes Kind nicht allein schützen.
Professionelle Hilfe durch Schule und Eltern ist notwendig.

Ähnliche Herausforderungen entstehen:

  • bei problematischen Internatsritualen
  • bei Trennungen jugendlicher Paare, die weiter in derselben Klasse lernen
  • in Fällen, in denen Freundschaften selbst toxisch oder belastend werden

Soziale Verantwortung in der Klassengemeinschaft

Schulen haben den Auftrag, Kinder zu gesellschaftlicher Verantwortung zu erziehen.

Was Kinder lernen sollen

  • Respekt für Mitschüler*innen – auch wenn man sie nicht mag
  • keine Gerüchte verbreiten, weder offline noch in sozialen Medien
  • Eifersucht und Ablehnung konstruktiv bewältigen
  • Reflexion: „Bin ich ein guter Schulfreund? Handle ich fair?“

Viele Schulen unterstützen diese Entwicklung durch:

  • Streitschlichterprogramme
  • veränderte Sitzordnungen
  • Partner- und Gruppenarbeit mit wechselnden Partnern

Soziale Verantwortung umfasst nicht nur die besten Freunde, sondern die ganze Klassengemeinschaft.


Kommentar: Warum Schulfreundschaften wertvoll, aber nicht alles sind

Schulfreundschaften prägen – sie geben Halt und schaffen unvergessliche Momente.
Doch sie ersetzen nicht die Notwendigkeit, selbst motiviert zu lernen. Zwei Freunde können gemeinsam erfolgreich sein – aber auch gemeinsam scheitern.

Viele Schulfreundschaften verlieren sich nach der Schulzeit. Neue Menschen treten ins Leben, alte Kontakte werden lockerer.

Auch deshalb sollten Kinder außerhalb der Schule Freundschaften pflegen: im Sportverein, in der Musikgruppe oder in Hobbys. Diese Beziehungen können ein wertvoller „Anker“ sein, wenn der Lebensraum Schule wegfällt.

Schulfreundschaften lassen sich bewusst erweitern, wenn gemeinsame Interessen über den Unterricht hinaus bestehen.


Buch- und Linktipps

Buchtipps:

  • Hecht, Martin Wahre Freunde : Von der hohen Kunst der Freundschaf, Herder Spektrum 2014
  • De Saint-Exupéry, Antoine Freundschaft: Der Kleine Prinz – Die schönsten Zitate von Antoine des Saint-Exupéry, arsEdition 2011

Linktipp:

  • Im Webmagazin für Kinder zzzebra.de des Labbé Verlages finden Sie eine Sammlung von alten und neuen Poesiealbumsprüchen
  • http://www.labbe.de

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Hildegard Dierks

Hildegard Dierks arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin für verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestütztes Lernen aber auch schulpolitische Themen.

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