Wie wichtig sind SekundÀrtugenden in der Schule?
Wie wichtig sind SekundÀrtugenden in der Schule?
FleiĂ, PĂŒnktlichkeit, Höflichkeit, Gehorsam, Treue und ZuverlĂ€ssigkeit sind bekannte wichtige traditionelle SekundĂ€rtugenden. Haben sie heute ausgedient? Nein, haben sie nicht. Das steht fest. Werden sie ĂŒberhaupt in einer nennenswerten Weise vernachlĂ€ssigt oder ist das nur eine falsche Wahrnehmung? Wo und wie kann die Erziehung zu SekundĂ€rtugenden heute stattfinden? Was ist im Zusammenhang mit den SekundĂ€rtugenden kritisch anzumerken?
Förderung von SekundÀrtugenden in der Schule
Eine Berliner Grundschule in einem sozialen Brennpunkt hat ein besonderes Profil: Hier liegt der Fokus nicht nur auf schulischen Leistungen, sondern auch auf guten Manieren, PĂŒnktlichkeit, Höflichkeit und Sauberkeit â den sogenannten SekundĂ€rtugenden. Eltern, die ihre Kinder an dieser Schule anmelden, unterstĂŒtzen die Schule aktiv bei dieser wichtigen Aufgabe.
Schulen, die SekundĂ€rtugenden fördern, sind in den Medien zunehmend prĂ€sent und gelten als besonders. Der Bedarf ist groĂ â nicht nur in Schulen, sondern auch in Unternehmen. So forderte beispielsweise die Deutsche Bank ihre Investmentbanker dazu auf, eine niveauvolle Sprache zu verwenden, um ProfessionalitĂ€t zu wahren.
SekundÀrtugenden im Wandel
FrĂŒher bedeutete gehorsam zu sein, Regeln zu befolgen und AutoritĂ€ten zu respektieren. Heute mĂŒssen Kinder in einer demokratischen Gesellschaft zusĂ€tzlich lernen, Regeln zu verstehen, anzuerkennen und auch selbst zu formulieren, wenn sie notwendig sind.
SekundĂ€rtugenden entwickeln sich Schritt fĂŒr Schritt: Kinder brauchen zunĂ€chst klare Vorgaben von Eltern und Lehrern, bevor sie lernen, schwierige Situationen eigenstĂ€ndig zu lösen.
Schulordnungen als Leitfaden fĂŒr SekundĂ€rtugenden
Die Vermittlung von SekundĂ€rtugenden ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Lehrern. Eltern dĂŒrfen ihre Erziehungsverantwortung nicht vernachlĂ€ssigen, und Schulen sollten diesen Auftrag nicht als Belastung ablehnen.
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Zeit und Vorbildfunktion sind entscheidend: Erwachsene sollten selbst pĂŒnktlich und respektvoll handeln, um diese Werte vorzuleben.
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Ganztagsschulen bieten besondere Chancen: Kinder verbringen hier einen GroĂteil des Tages in der Schule, wodurch Regeln und Werte im Alltag erlebbar werden.
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Schulordnungen helfen, klare Regeln zu kommunizieren â z.âŻB. Verhalten auf Toiletten, Schulhof oder beim gemeinsamen Mittagessen.
Kopfnoten und Bewertung von SekundÀrtugenden
Arbeits- und Sozialverhalten von SchĂŒlern kann in Kopfnoten, Wortgutachten oder Ankreuzzeugnissen dokumentiert werden. Besonders engagierte SchĂŒler, die PĂŒnktlichkeit und Regelbewusstsein zeigen, haben oft bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. SekundĂ€rtugenden wie Höflichkeit, ZuverlĂ€ssigkeit und Fairness bleiben in vielen Berufsgruppen relevant, auch wenn sie in Vergleichsarbeiten nicht abgefragt werden.
Benimmunterricht, Streitschlichterprogramme und Sport
SekundÀrtugenden lassen sich auf vielfÀltige Weise vermitteln:
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Benimmunterricht: Rollenspiele oder AGs zu Tischsitten und Alltagsverhalten.
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Streitschlichter- und Antimobbingprogramme: Förderung von Konfliktlösung, Fairness und Gemeinschaftssinn.
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Mannschaftssport: Training von Fairness, Durchhaltevermögen und Teamgeist.
Diese Methoden machen die Vermittlung von Tugenden praxisnah und erlebbar.
Kommentar: Moderne Perspektiven auf SekundÀrtugenden
Das Wort âTugendâ wirkt fĂŒr viele altmodisch, doch moderne PĂ€dagogik spricht von Sozialverhalten, Wertevermittlung oder emotionaler Intelligenz. Zwar fehlt im Schulalltag manchmal die Zeit, aber der Erziehungsauftrag bleibt bestehen.
SekundĂ€rtugenden verbessern das Miteinander in Schule und Unterricht. SchĂŒler zeigen sie am zuverlĂ€ssigsten, wenn es um Themen geht, die ihnen wichtig sind. Extremistische Formen von Tugendwahn, etwa durch Internetpranger oder Kampagnenjournalismus, haben in Schulen nichts zu suchen.
Buch- und Linktipps
Linktipp:
Buchtipps:
- Eiko JĂŒrgens Werte-Erziehung: EinfĂŒhrung in die wichtigsten Konzepte der Werteerziehung (Beltz PĂ€dagogik / BildungsWissen Lehramt). Beltz Verlag 2005
- Shima Poostchi Tugendkarten fĂŒr Kinder: 52 Tugenden fĂŒr Kinder. Shira Publishing 2012
Zuletzt geÀndert am 11.02.2026
Hildegard Dierks arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin fĂŒr verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zĂ€hlen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestĂŒtztes Lernen aber auch schulpolitische Themen.