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Heimweh: Erster Urlaub ohne Eltern

Kinder und Jugendliche am Lagerfeuer
Freizeit und Erholung
© Olesia Bilkei - Fotolia.com
von Bettina Levecke

Das erste Mal ohne Mama und Papa unterwegs – wie aufregend! Und auch irgendwie beängstigend! Nicht selten leiden Kinder und Jugendliche in der Ferne unter Heimweh.

Lesedauer:
3 min

Wenn Kinder zum ersten Mal alleine verreisen – so gelingt das Loslassen

Irgendwann kommt der Moment, an dem Eltern ihr Kind das erste Mal ziehen lassen müssen: die Übernachtung im Kindergarten, die erste Klassenfahrt, ein Urlaub mit Oma und Opa, der Besuch bei Freunden oder später der Schüleraustausch und die Jugendreise.

Auch wenn die Vorfreude groß ist – der Abschied fällt oft schwer. Kindern macht die neue Situation zu schaffen, Eltern plagen Sorgen und Fragen:
„Wird alles klappen? Fühlt sich mein Kind wohl? Ist es gut aufgehoben?“

Mit diesen Tipps lässt sich das Risiko für Heimweh deutlich verringern.


Vor der Reise

Mut machen

Kinder, die schnell Heimweh bekommen, brauchen im Vorfeld positive Bilder:

  • Welche schönen Aktivitäten erwarten sie?
  • Mit welchen Freunden werden sie Zeit verbringen?
  • Welche Ausflüge stehen an?

Gemeinsames Anschauen von Fotos oder Internetseiten der Unterkunft schafft Vertrauen.
Kleine „Reisevorbereitungen“ – z. B. ein neuer Rucksack, ein Kuschelkissen oder ein selbst gebastelter Talisman – stärken zusätzlich.

Fotos von Eltern mitzunehmen ist bei jüngeren Kindern eher nicht ratsam, da diese unterwegs Heimweh verstärken können.


Locker bleiben

Sätze wie
„Pass gut auf dich auf!“ oder
„Ich werde dich sehr vermissen!“
sind liebevoll gemeint, können aber Druck erzeugen.

Besser sind positive, bestärkende Botschaften:

  • „Das wird eine tolle Zeit!“
  • „Ich freue mich für dich!“
  • „Du wirst das richtig genießen!“

So spüren Kinder: Die Eltern vertrauen mir – und ihnen selbst geht es gut.


Nicht überfordern

Ältere Kinder sollten unbedingt in die Planung einbezogen werden:

  • Wie weit soll die Reise gehen?
  • Wie lange möchte das Kind weg sein?
  • Mit wem fühlt es sich wohl?

Für den Anfang empfehlen sich kurze und erreichbare Ziele, z. B. ein Wochenende bei Oma und Opa. So können Kinder und Eltern Erfahrungen sammeln. Wenn nötig, können Eltern im Ernstfall schnell eingreifen.


Ängste besprechen

Wenn Kinder offen Sorgen äußern, sollten Eltern diese ernst nehmen.
Wichtig ist die Botschaft:

  • „Heimweh ist normal.“
  • „Sehnsucht geht vorüber.“
  • „Wenn du krank bist oder es dir gar nicht gut geht, komme ich natürlich.“

Diese Rückversicherung entspannt viele Kinder – und oft brauchen sie sie später nicht einmal.


Während der Reise

Telefonieren – aber mit Bedacht

Viele Lehrkräfte erlauben in der Grundschule nur in Ausnahmefällen Anrufe nach Hause. Das hat einen guten Grund: Die vertraute Stimme der Eltern kann Heimweh erst auslösen, obwohl es dem Kind davor gut ging.

Auch bei Reisen mit Großeltern oder Freunden gilt:
Eltern sollten nicht von sich aus anrufen.
Lieber warten, bis das Kind sich meldet – und dann nach positiven Erlebnissen fragen.


Was tun, wenn Heimweh entsteht?

Zunächst: Zuhören

Kinder dürfen am Telefon weinen – das ist völlig okay.
Wenn der Gefühlssturm nachlässt, hilft der Blick nach vorne:

  • „Heimweh ist normal, das geht wieder vorbei.“
  • „Mit wem spielst du gerade gern?“
  • „Was steht heute noch an?“

Wichtig: Nicht zu viel von zuhause erzählen – das macht es oft schwieriger.

Wenn es gar nicht besser wird

Dann sollten Eltern den Kontakt zu Betreuern oder Lehrkräften suchen:

  • Wie schätzt die Aufsichtsperson die Lage ein?
  • Ist etwas vorgefallen?
  • Wird ein Abbruch empfohlen?

Wenn die Betreuungspersonen ebenfalls zu einem Abbruch raten, ist die Entscheidung völlig in Ordnung.

Ganz wichtig:
Keine Vorwürfe!
Kinder fühlen sich ohnehin schlecht. Eltern sollten betonen, dass die Situation nicht schlimm ist – und viele weitere Chancen kommen werden.


Zuletzt geändert am 13.02.2026

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Themen:
Klassenfahrt
Jugendfreizeit
Ferien
Reise
Heimweh
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Bettina Levecke

Bettina Levecke ist freie Journalistin aus der Nähe von Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Familie und Nachhaltigkeit.

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