Singen macht Kinder klug
Singen macht Kinder klug
Lisa tut es gelegentlich zuhause mit ihrer Mutter und Elias auch. In der dritten Klasse von Lukas beginnt jeder Tag mit einem Lied und seine Freundin Emma singt sogar im Chor. Nachdem es lange als etwas angestaubt galt, ist Singen heute wieder so angesagt, wie lange nicht.
Singen macht schlau: Warum Musik früh fördert
Gründe, warum Kinder singen sollten, gibt es viele. Der wichtigste vielleicht: Singen macht Spaß – allein, in der Gruppe, unter der Dusche oder beim Autofahren. Doch Singen kann noch mehr: Untersuchungen zeigen, dass es die geistige Entwicklung fördert, besonders wenn Kinder schon früh damit beginnen. Fast alle Kinder singen gern, oft verlernen sie es jedoch, weil Erwachsene in ihrem Umfeld selbst wenig singen oder glauben, nicht singen zu können.
Singen schult Gedächtnis und Sprache
Gerade für Babys und Kleinkinder ist Gesang eine ideale Vorbereitung aufs Sprechenlernen. Zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr vernetzen sich die rechte und linke Gehirnhälfte – also Logik und Gefühl – besonders intensiv. Genau hier setzt das Singen an.
Neurowissenschaftliche Studien zeigen:
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Kinder, die viel singen, unterscheiden Laute und Sprachklänge besser
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Sie benötigen im Kindergartenalter seltener Sprachförderung
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Singen fördert Ausdrucksfähigkeit, erweitert den Wortschatz und verbessert die Aussprache
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Texte, die mit Melodien begleitet werden, lassen sich leichter merken – auch fremdsprachige Lieder können so einfacher erlernt werden
Ein verstärkender Effekt entsteht, wenn Lieder mit Bewegungen kombiniert werden, z. B. bei Fingerspielen, Abzählreimen oder Klatschspielen.
Singen mit dem ganzen Körper
Beim Singen wird der gesamte Körper aktiviert: Aufrechte Haltung, Koordination der Stimmbänder, Töne treffen, Atmung kontrollieren – all diese Aktivitäten beanspruchen das Gehirn, auch wenn sie unbewusst ablaufen. Gleichzeitig schüttet der Körper Glückshormone aus, die Stresshormone wie Adrenalin abbauen. Studien zeigen sogar: singende Kinder sind seltener krank.
Auch Schulkinder profitieren
Der positive Effekt des Singens gilt nicht nur für Kleinkinder. Auch Schulkinder zeigen Vorteile:
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Stressabbau durch selbstproduzierte Musik
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Verbesserte Konzentration
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Gesteigertes Erinnerungsvermögen
Projekte wie „Klasse! Wir singen“, die ganze Schulklassen zum gemeinsamen Musizieren einladen, erfreuen sich daher großer Beliebtheit.
Freiwilligkeit ist entscheidend
Wichtig ist, dass Kinder freiwillig und mit Freude singen. Ein verordneter Chorbesuch bringt nur dann etwas, wenn das Kind die Freude am Singen entdeckt. Nur so entfaltet sich der volle Glückseffekt und die kognitive Förderung.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.