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Typisch Mädchen, typisch Junge

Mädchen füttert eine Puppe umgeben von pinken Accessoires
Wissen und Bildung
© nadezhda1906 - Fotolia.com
von Manon Sander

Auch wenn wir heute im Jahr 2016 leben bekommen Jungen eher ein Auto geschenkt und Mädchen den rosa Teddybären. Niemand käme auf die Idee, einem Jungen einen rosa Bären in die Hand zu drücken. Spielen Jungen eher mit Mädchen statt mit Jungen im Kindergarten und lehnen dann auch noch in der Grundschule das klassische Fußballspiel ab, so wird oft unter den anderen Eltern schon ein wenig getuschelt.

Lesedauer:
3 min

Rollenbilder von Mädchen und Jungen – früher und heute

Kleidung und Erwartungen in den 70er‑Jahren

In den 1970er‑Jahren kleideten sich Mädchen und Jungen nahezu gleich. Röcke und Kleider waren im Alltag selten, und Mädchen galten als „cool“, wenn sie sich wie Jungen verhielten: kräftig zupacken, schnell rennen, logisch denken. Auch bei Spielzeug gab es eine klare Trennung zwischen Puppen und „Jungenspielzeug“ – wobei viele Mädchen Letzteres bevorzugten.

Der Wandel: Rosa Trend und klare Zuordnung

Mit der Zeit änderte sich vieles. Plötzlich gab es typische „Mädchensachen“ – Rosa wurde Trendfarbe und schon an der Kleidung ließ sich erkennen, ob ein Baby ein Junge oder ein Mädchen war. Die früher übliche neutrale Farbwelt verschwand.

Eltern stehen heute oft vor der Frage, wie sie klassische Rollenbilder aufbrechen können, ohne Jungen oder Mädchen in Richtungen zu drängen, die ihnen nicht entsprechen.


Unterschiede im Alltag von Jungen und Mädchen

Kleidung und äußeres Erscheinungsbild

Einige Unterschiede zeigen sich früh und sind teilweise durch Veranlagung geprägt:

  • Mädchen legen meist schon sehr frĂĽh Wert auf ihre Kleidung und ihr Aussehen. Viele räumen vor dem 3. Lebensjahr begeistert ihren Kleiderschrank um – und auch die Schränke der Eltern oder Geschwister bleiben nicht verschont.
  • Jungen möchten oft einfach nur etwas finden, das passt und nicht stört. Das BedĂĽrfnis nach bewusstem „Gut‑Aussehen“ entsteht häufig erst später – und wenn ein KleidungsstĂĽck einmal beliebt war, soll es gern noch Jahre taugen.

Schreiben, Sprache und Logik

In der Schule zeigen sich oft ähnliche Muster:

  • Mädchen schreiben ordentlicher, fĂĽhren ihre Hefte sauberer und verfassen lange Texte.
  • Jungen drĂĽcken sich oft knapper und präziser aus. In Fächern, die logisches Denken erfordern – beispielsweise Mathematik – sind sie manchmal trotz weniger Sorgfalt einen kleinen Schritt voraus.

Umgang mit Konflikten

Auch Konfliktverhalten unterscheidet sich häufig:

  • Jungen werden schneller laut, raufen, tragen ihre Auseinandersetzungen körperlich aus – und vertragen sich ebenso schnell wieder.
  • Mädchen streiten oft leiser, „zicken“ sich an und ziehen solche Konflikte manchmal ĂĽber längere Zeit.

Berufswünsche nach der Pubertät

Wenn Jugendliche ihre berufliche Zukunft planen, zeigt sich ein traditionelles Muster:

  • Mädchen orientieren sich häufig an sozialen, medizinischen oder dienstleistungsorientierten Berufen.
  • Jungen wählen eher technische Berufe – mit oder ohne Studium.

Diese Tendenzen sind typisch, aber keineswegs zwingend.


Was Eltern tun können

Vorleben statt predigen

Eltern spielen eine entscheidende Rolle. Sie können ihren Kindern zeigen, dass es viele verschiedene Lebens‑ und Rollenmodelle gibt. Offene und tolerante Haltung entsteht durch Vorbilder:

  • Aufgaben im Haushalt gemeinsam teilen – unabhängig vom Geschlecht
  • zeigen, dass sowohl Vater als auch Mutter kochen, putzen, Wäsche pflegen oder handwerkliche Dinge erledigen können
  • vermitteln, dass Interessen und Fähigkeiten nicht an Geschlechtergrenzen gebunden sind

Kinder ĂĽbernehmen, was sie sehen. Wird ihnen vorgelebt, dass Rollen flexibel sind, verinnerlichen sie diese Offenheit automatisch.

Biologie und Grenzen

Rollenbilder werden nie vollständig verschwinden – biologische Unterschiede spielen eine Rolle. Aber die Grenzen können sich verschieben, und Kinder müssen sich nicht festlegen – es sei denn, sie wollen es.

Zuletzt geändert am 11.02.2026 

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Themen:
Mädchen
Junge
Rollenklischee
Rollenverhalten
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Manon Sander

Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und auĂźerdem Autorin fĂĽr Fach- und KinderbĂĽcher.

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