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Meinem Kind fällt es schwer, sich zu konzentrieren

- Was Eltern beachten sollten

Kind mit in die Hände gestützten Kopf ist frustriert
Entwicklung und Erziehung
© fcscafeine - iStockphoto.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Pauls Eltern beobachten bei ihrem Sohn, dass er sich zwar mit all seiner Aufmerksamkeit einer Aufgabe widmet, dann wird der Neunjährige aber nach einer halben Stunde Arbeit unruhig. Ist das nicht viel zu kurz, um effektiv arbeiten zu können?

Lesedauer:
2 min

Konzentration in der Grundschule – was sie bedeutet und wie Eltern ihr Kind unterstützen können

Motivation ist wichtig – doch ohne Konzentration und Ausdauer können Grundschulkinder Aufgaben nicht zuverlässig bearbeiten. Aber wie lange können sich Kinder eigentlich konzentrieren? Und was heißt „konzentriertes Arbeiten“ überhaupt?


⏱️ Wie lange können sich Grundschulkinder konzentrieren?

Die Fähigkeit zur Konzentration wächst mit dem Alter. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte:

  • 5–7 Jahre: ca. 15 Minuten
  • 7–10 Jahre: ca. 20 Minuten
  • 10–12 Jahre: ca. 25–30 Minuten

Konzentration bedeutet, dass ein Kind:

  • sich voll und ernsthaft einer Aufgabe widmet
  • die Aufgabenstellung versteht
  • ohne Ablenkungen arbeitet
  • gedanklich bei der Sache bleibt

🏡 Wie unterstütze ich mein Kind beim konzentrierten Arbeiten?

Eine störungsfreie Arbeitsumgebung ist die wichtigste Grundlage. Achte darauf, dass der Arbeitsplatz:

✔ ruhig gelegen ist

Kein Zimmer mit laufendem Fernseher, Geschwistern, Telefonaten oder Haushaltsgeräten (Waschmaschine, Staubsauger).

✔ frei von visuellen Ablenkungen bleibt

Der Schreibtisch sollte nicht direkt am Fenster stehen – vorbeigehende Personen oder spielende Kinder lenken leicht ab.

✔ medienfrei ist

Smartphone, Tablet, Radio oder Fernseher sollten nicht in Sicht‑ oder Hörweite liegen.

✔ Ordnung und Struktur bietet

Stifte, Hefte und Materialien sollten griffbereit sein, damit keine Suchpausen entstehen.


💬 Innere Unruhe wahrnehmen

Wenn dein Kind unruhig wirkt, suche ein ruhiges Gespräch:

  • Was fühlt es gerade?
  • Wodurch wird es abgelenkt?
  • Merkt es seine eigene Unruhe?

So versteht ihr gemeinsam, wo die Ursachen liegen – und könnt gezielt gegensteuern.


🏫 Bei anhaltenden Schwierigkeiten: Austausch mit der Lehrkraft

Wenn dein Kind zu Hause dauerhaft Probleme mit der Konzentration hat, lohnt sich ein Gespräch mit der Lehrkraft.

Frag nach:

  • Wie arbeitet dein Kind in der Schule?
  • Tritt die Unruhe auch im Unterricht auf?
  • In welchen Situationen gibt es Schwierigkeiten?

Gemeinsam könnt ihr Maßnahmen überlegen, z. B.:

  • kleine Arbeitsportionen
  • regelmäßige Pausen
  • Verhaltenstipps
  • Unterstützung durch eine Beratungslehrkraft
  • Kontakt zum Schulpsychologischen Dienst

Diese Fachpersonen können die Situation professionell einschätzen und Wege zur Unterstützung entwickeln.


🩺 Wenn Zweifel bleiben: Kinderarzt und Lerntherapie

Bleiben die Konzentrationsprobleme trotz gemeinsamer Bemühungen bestehen, sollte der Kinderarzt hinzugezogen werden. Dieser kann:

  • medizinische Ursachen ausschließen
  • an Lerntherapeut*innen oder Psycholog*innen verweisen
  • individuelle Fördermöglichkeiten empfehlen

Lerntherapeutinnen und ‑therapeuten arbeiten intensiv mit dem Kind und helfen, Konzentrationsfähigkeit, Arbeitsverhalten und Selbstvertrauen zu stärken.


Fazit: Konzentration kann wachsen – mit Ruhe, Struktur und Unterstützung

Konzentrationsfähigkeit ist trainierbar. Mit einer passenden Lernumgebung, regelmäßigen Routinen, Verständnis und frühzeitigem Austausch mit Schule oder Fachpersonen können Kinder Schritt für Schritt lernen, fokussiert zu arbeiten.

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Themen:
Konzentration
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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