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Die Hummel - Eine Gattung der Biene

Foto einer Hummel
Wissen und Bildung
© tagstiles.com - Photocase.com
von Jörg Sauer

Ein brummendes Geräusch- und schon sich eine Hummel auf die nächste gelbe Rosenblüte gesetzt. Diese besonderen Flugkünstler mit ihrem pelzartigen Aussehen haben es vielen von uns angetan. Grund genug, um ihnen ein Thema der Woche zu widmen.

Lesedauer:
4 min

Wissenswertes über Hummeln

Die Hummel (Bombus) zählt als staatenbildendes Insekt zur Überfamilie der Bienen. Wie Hornissen und Wildbienen steht sie in Deutschland und vielen weiteren Ländern unter Schutz.


Körperbau der Hummel

Merkmale des Körpers

  • kräftige, ovale Körperform
  • dichte, mehrfarbig gestreifte Behaarung als Kälteschutz
  • Ernährung über einen Rüssel
    • Länge: Königin ca. 13 mm, Arbeiterinnen ca. 12 mm, Drohnen ca. 10 mm
  • paarige Fühler, Facettenaugen, transparente Flügel
  • sechs gegliederte Beine

Nahrungssuche und Bestäubung

Hummeln sind äußerst robuste Insekten:

  • Sie fliegen bereits ab 6 °C, da ihre Behaarung gut isoliert.
  • Im Schnitt besuchen sie bis zu 1.000 Blüten in 18 Stunden.
  • Ihre Nahrung besteht aus Pollen und Nektar.

Einige Pflanzen – etwa Taubnesseln – werden fast ausschließlich durch Hummeln bestäubt, da ihr langer Rüssel perfekt zur Blütenform passt.

Die Vorräte eines Hummelvolkes sind deutlich kleiner als die eines Bienenstocks. Um ihren eigenen Tagesbedarf von nur 0,1 g Nektar zu decken, muss eine Hummel etwa 500 Blüten anfliegen – das entspricht einem Sechstel ihres Eigengewichts (ca. 0,6 g).

Hummeln fliegen auch bei schlechtem Wetter und sind daher besonders in kühlen, feuchten Sommern wichtige Bestäuber von Obst- und Gemüsepflanzen.


Der Hummelstaat

Zusammensetzung des Volkes

Je nach Art leben 50 bis 600 Tiere in einem Hummelvolk:

  • eine Königin
  • viele Arbeiterinnen
  • Drohnen (Männchen)
  • junge Königinnen

Lebensdauer:

  • Königin: bis zu ein Jahr
  • Arbeiterinnen & Drohnen: 3–4 Wochen

Aufgabenverteilung

Königin

  • legt Eier
  • zieht Nachwuchs heran
  • gibt Pheromone ab
    • verhindert die Entwicklung weiterer Königinnen
    • blockiert die Eiablage der Arbeiterinnen

Arbeiterinnen

  • Nahrungssuche
  • Brutpflege (vor allem die zuerst schlüpfenden Arbeiterinnen)

Drohnen

  • Paarung mit einer jungen Königin
  • gelegentliches Wärmen der Brut

Von der Fortpflanzung zum Nestbau

Im Frühjahr gründen die überwinterten Jungköniginnen ein neues Volk. Dazu suchen sie geeignete Plätze, etwa:

  • Erdlöcher
  • hohle Baumstämme
  • verlassene Vogelnester

Die Königin formt aus Pollen und Nektar ein sogenanntes Bienenbrot und baut eine erste Wachszelle, in die sie Eier legt. Wachs wird – wie später auch bei Arbeiterinnen – aus dem Hinterleib abgesondert.

Für sich und ihre Brut baut sie einen kleinen Honigtopf, aus dem sie sich versorgen kann, ohne die Eier zu verlassen. Die Königin hält die Brut auf 30–33 °C, beim Brüten oft sogar auf 38 °C.

Die Larven entwickeln sich innerhalb von zehn Tagen über mehrere Stadien und ähneln zunächst kleinen Maden. Danach verpuppen sie sich und schlüpfen etwa zehn Tage später als voll entwickelte Hummeln.

Die Königin verhindert durch Pheromone bis zum Herbst, dass Arbeiterinnen Eier legen. Stirbt sie frühzeitig, geht das Volk zugrunde, da Arbeiterinnen nur unbefruchtete Eier produzieren können.


Hummelstiche

Nur Königinnen und Arbeiterinnen besitzen einen Stachel – Drohnen können nicht stechen.


Natürliche Feinde

Kuckuckshummeln

  • Schmarotzer, die eigene Brut durch fremde Arbeiterinnen aufziehen lassen

Große Wollbiene

  • Männchen verteidigen Reviere aggressiv
  • Verletzen dabei oft Hummelflügel

Wachsmotte

  • legt Eier im Hummelnest ab
  • Larven fressen Waben und Eier → Volk stirbt

Bienenameisen

  • legen Eier in das Nest
  • fressen Brut und verpuppen sich dort

Dickkopffliege

  • lebt parasitisch im Hummelkörper
  • ernährt sich von inneren Organen

Milben

  • saugen Blut im Inneren des Körpers
  • schwächen die Hummel erheblich

Einheimische Hummelarten

Weltweit gibt es etwa 250 Hummelarten, hauptsächlich in gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel.
In Europa leben 63 Arten, davon 10 Kuckuckshummeln.
Im deutschsprachigen Raum sind 46 Arten vertreten.

Eine ausführliche Artenübersicht mit Bildern findet sich online unter
wildbienen.de/huarten.htm


Hummeln im Unterricht

Dieses Thema eignet sich hervorragend für projektorientierten, fächerübergreifenden Unterricht – bereits ab Klasse 3. Hummeln sind überall zu finden, Beobachtungen lassen sich problemlos organisieren.

Wichtige Vorüberlegungen

  • Allergien der Schüler über Eltern abfragen
  • Eltern vorab informieren (Elternabend oder Schreiben)

Material

  • Lupen
  • Klemmbretter, Papier, Bleistifte
  • Bestimmungsbücher
  • Kamera
  • ggf. Thermometer

Fachübergreifende Ideen

Biologie

  • Untersuchung von Lebensräumen
  • Bestimmung der Wirtspflanzen
  • genaue Artenbestimmung

Deutsch

  • Steckbriefe erstellen
  • Beschreibung von Pflanzen oder Hummeln
  • kleine Geschichten schreiben

Geografie

  • Karten erstellen (Schulhof, Ort, Umgebung)
  • Länder markieren, in denen Hummelarten vorkommen

Mathematik

  • Vergleiche von Körpermaßen
  • Größen und Spannweiten berechnen

Geschichte

  • Volksglauben und historische Vorstellungen zur Hummel

Werken / Hauswirtschaft

  • Bau eines Hummelnistkastens

Kunst

  • Zeichnen und Fotografieren
  • Collagen erstellen

Ein anschließender Projekttag oder eine „Hummelausstellung“ im Schulhaus bietet eine schöne Präsentationsmöglichkeit – gern mit Eltern und Großeltern.

Weiterer Linktipp

Foto: © tagsties.com / photocase.com

Zuletzt geändert am 11.02.2026

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Themen:
Insekten
Natur
Garten
Tiere
Bienen
Wespen
Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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