Die Hummel - Eine Gattung der Biene
Die Hummel - Eine Gattung der Biene
Ein brummendes Geräusch- und schon sich eine Hummel auf die nächste gelbe Rosenblüte gesetzt. Diese besonderen Flugkünstler mit ihrem pelzartigen Aussehen haben es vielen von uns angetan. Grund genug, um ihnen ein Thema der Woche zu widmen.
Wissenswertes über Hummeln
Die Hummel (Bombus) zählt als staatenbildendes Insekt zur Überfamilie der Bienen. Wie Hornissen und Wildbienen steht sie in Deutschland und vielen weiteren Ländern unter Schutz.
Körperbau der Hummel
Merkmale des Körpers
- kräftige, ovale Körperform
- dichte, mehrfarbig gestreifte Behaarung als Kälteschutz
- Ernährung über einen Rüssel
- Länge: Königin ca. 13 mm, Arbeiterinnen ca. 12 mm, Drohnen ca. 10 mm
- paarige Fühler, Facettenaugen, transparente Flügel
- sechs gegliederte Beine
Nahrungssuche und Bestäubung
Hummeln sind äußerst robuste Insekten:
- Sie fliegen bereits ab 6 °C, da ihre Behaarung gut isoliert.
- Im Schnitt besuchen sie bis zu 1.000 Blüten in 18 Stunden.
- Ihre Nahrung besteht aus Pollen und Nektar.
Einige Pflanzen – etwa Taubnesseln – werden fast ausschließlich durch Hummeln bestäubt, da ihr langer Rüssel perfekt zur Blütenform passt.
Die Vorräte eines Hummelvolkes sind deutlich kleiner als die eines Bienenstocks. Um ihren eigenen Tagesbedarf von nur 0,1 g Nektar zu decken, muss eine Hummel etwa 500 Blüten anfliegen – das entspricht einem Sechstel ihres Eigengewichts (ca. 0,6 g).
Hummeln fliegen auch bei schlechtem Wetter und sind daher besonders in kühlen, feuchten Sommern wichtige Bestäuber von Obst- und Gemüsepflanzen.
Der Hummelstaat
Zusammensetzung des Volkes
Je nach Art leben 50 bis 600 Tiere in einem Hummelvolk:
- eine Königin
- viele Arbeiterinnen
- Drohnen (Männchen)
- junge Königinnen
Lebensdauer:
- Königin: bis zu ein Jahr
- Arbeiterinnen & Drohnen: 3–4 Wochen
Aufgabenverteilung
Königin
- legt Eier
- zieht Nachwuchs heran
- gibt Pheromone ab
- verhindert die Entwicklung weiterer Königinnen
- blockiert die Eiablage der Arbeiterinnen
Arbeiterinnen
- Nahrungssuche
- Brutpflege (vor allem die zuerst schlüpfenden Arbeiterinnen)
Drohnen
- Paarung mit einer jungen Königin
- gelegentliches Wärmen der Brut
Von der Fortpflanzung zum Nestbau
Im Frühjahr gründen die überwinterten Jungköniginnen ein neues Volk. Dazu suchen sie geeignete Plätze, etwa:
- Erdlöcher
- hohle Baumstämme
- verlassene Vogelnester
Die Königin formt aus Pollen und Nektar ein sogenanntes Bienenbrot und baut eine erste Wachszelle, in die sie Eier legt. Wachs wird – wie später auch bei Arbeiterinnen – aus dem Hinterleib abgesondert.
Für sich und ihre Brut baut sie einen kleinen Honigtopf, aus dem sie sich versorgen kann, ohne die Eier zu verlassen. Die Königin hält die Brut auf 30–33 °C, beim Brüten oft sogar auf 38 °C.
Die Larven entwickeln sich innerhalb von zehn Tagen über mehrere Stadien und ähneln zunächst kleinen Maden. Danach verpuppen sie sich und schlüpfen etwa zehn Tage später als voll entwickelte Hummeln.
Die Königin verhindert durch Pheromone bis zum Herbst, dass Arbeiterinnen Eier legen. Stirbt sie frühzeitig, geht das Volk zugrunde, da Arbeiterinnen nur unbefruchtete Eier produzieren können.
Hummelstiche
Nur Königinnen und Arbeiterinnen besitzen einen Stachel – Drohnen können nicht stechen.
Natürliche Feinde
Kuckuckshummeln
- Schmarotzer, die eigene Brut durch fremde Arbeiterinnen aufziehen lassen
Große Wollbiene
- Männchen verteidigen Reviere aggressiv
- Verletzen dabei oft Hummelflügel
Wachsmotte
- legt Eier im Hummelnest ab
- Larven fressen Waben und Eier → Volk stirbt
Bienenameisen
- legen Eier in das Nest
- fressen Brut und verpuppen sich dort
Dickkopffliege
- lebt parasitisch im Hummelkörper
- ernährt sich von inneren Organen
Milben
- saugen Blut im Inneren des Körpers
- schwächen die Hummel erheblich
Einheimische Hummelarten
Weltweit gibt es etwa 250 Hummelarten, hauptsächlich in gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel.
In Europa leben 63 Arten, davon 10 Kuckuckshummeln.
Im deutschsprachigen Raum sind 46 Arten vertreten.
Eine ausführliche Artenübersicht mit Bildern findet sich online unter
wildbienen.de/huarten.htm
Hummeln im Unterricht
Dieses Thema eignet sich hervorragend für projektorientierten, fächerübergreifenden Unterricht – bereits ab Klasse 3. Hummeln sind überall zu finden, Beobachtungen lassen sich problemlos organisieren.
Wichtige Vorüberlegungen
- Allergien der Schüler über Eltern abfragen
- Eltern vorab informieren (Elternabend oder Schreiben)
Material
- Lupen
- Klemmbretter, Papier, Bleistifte
- Bestimmungsbücher
- Kamera
- ggf. Thermometer
Fachübergreifende Ideen
Biologie
- Untersuchung von Lebensräumen
- Bestimmung der Wirtspflanzen
- genaue Artenbestimmung
Deutsch
- Steckbriefe erstellen
- Beschreibung von Pflanzen oder Hummeln
- kleine Geschichten schreiben
Geografie
- Karten erstellen (Schulhof, Ort, Umgebung)
- Länder markieren, in denen Hummelarten vorkommen
Mathematik
- Vergleiche von Körpermaßen
- Größen und Spannweiten berechnen
Geschichte
- Volksglauben und historische Vorstellungen zur Hummel
Werken / Hauswirtschaft
- Bau eines Hummelnistkastens
Kunst
- Zeichnen und Fotografieren
- Collagen erstellen
Ein anschließender Projekttag oder eine „Hummelausstellung“ im Schulhaus bietet eine schöne Präsentationsmöglichkeit – gern mit Eltern und Großeltern.
Weiterer Linktipp
- www.wissenskarten.de
- 1 http://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln
- 2 http://www.wildbienen.de/hummeln.htm
- 3 http://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln#Fortpflanzung_und_Nestbau
- 4 http://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln#Fortpflanzung_und_Nestbau
- 5 http://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln#Fortpflanzung_und_Nestbau
- 6 http://www.wildbienen.de/huarten.htm
Foto: © tagsties.com / photocase.com
Zuletzt geändert am 11.02.2026
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.