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Ein Netz für Kids

Foto zweier Mädchen am Laptop
Wissen und Bildung
© AVAVA - Fotolia.de
von Jörg Sauer

Schnell Informationen zu bekommen oder diese zu erhalten ist heute fast selbstverständlich geworden. Der Umgang mit der großen Menge an Informationen verlangt einige grundlegende Verhaltensweisen, auf die in diesem Beitrag eingegangen wird.

Lesedauer:
5 min

Die Zeiten ändern sich

Noch vor wenigen Jahrzehnten wartete man tagelang auf einen Brief – oft mit klopfendem Herzen. Heute reichen wenige Klicks, und Nachrichten erreichen innerhalb von Sekunden ihr Ziel, selbst über große Entfernungen hinweg. Diese schnelle Form der Kommunikation hat nahezu alle Lebensbereiche erfasst, ob beruflich oder privat. Besonders prägend ist dabei der Umgang mit dem Computer und den Möglichkeiten des Internets. So lässt sich der Wandel treffend mit dem Begriff „von der Wissens‑ zur Informationsgesellschaft“ beschreiben.

Die Informationsgesellschaft und ihr Einfluss

Täglich strömen enorme Mengen an Informationen auf uns ein: über klassische Medien wie Zeitung, Radio oder Fernsehen ebenso wie über digitale Angebote. Vor allem für Kinder und Jugendliche spielen neue Medien eine immer größere Rolle. Nachrichten erreichen uns per Mail, Messenger oder über verschiedenste Webseiten.

Trotz aller digitalen Vielfalt bleibt auch das Buch ein wichtiger Begleiter. Entscheidend ist, dass Kinder früh einen inneren Orientierungskompass entwickeln: Welche Information ist wichtig, welche eher nicht? Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen können hier entscheidend unterstützen.

Bereits 2009 zeigte die Kids‑Verbraucheranalyse:
Fast 60 % der Sechs‑ bis Dreizehnjährigen hatten bereits Interneterfahrung; ab dem zehnten Lebensjahr nutzten über 85 % das Netz regelmäßig. Kinder probieren dort vieles aus – vom Recherchieren für Vorträge über virtuelle Spiele bis hin zum Musikhören oder Chatten.

Umgang mit dem Netz

Ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis in der Familie ist die Grundlage. Zusätzlich braucht es technische Sicherheit: Schutzprogramme und Firewalls sollten selbstverständlich sein. Manchmal ist es sinnvoll, Kindern einen Computer mit geringerer Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stellen – so wird etwa das Herunterladen großer Dateien erschwert. Auch Webcams sind für Kinder nicht geeignet, da sie zu leicht zu unerwünschten Aufnahmen verleiten können.

Eltern sollten wissen, „was läuft“: Trends beobachten, sich erklären lassen, was Kinder online tun, und gemeinsam über Risiken sprechen.

Hilfreiche Informationen bieten u. a. kindgerechte Webseiten sowie die Broschüre „Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko“ des Familienministeriums. Sie enthält viele Anregungen und Vorschläge für familiäre Netz‑Regeln.

Ein guter Grundsatz – angelehnt an Immanuel Kant – lautet:
„Tu nur das, was du auch von anderen verlangst.“

Da nicht alle im Netz verantwortungsvoll handeln, sind klare Regeln notwendig, etwa:

  • keine persönlichen Daten angeben
  • neutrale, fantasievolle Benutzernamen wählen
  • sichere Kennwörter nutzen und niemals weitergeben
  • keine Fotos oder Videos von sich hochladen
  • keine Treffen mit Online‑Bekanntschaften vereinbaren
  • zweifelhafte E‑Mails ignorieren
  • Profile sparsam ausfüllen

Beitrag der Schulen

Viele Lehrpläne verlangen die altersgemäße Einbindung digitaler Medien. Die technische Ausstattung ist jedoch nicht überall ausreichend, und auch Lehrkräfte müssen sich ständig weiterbilden.

Computer und Internet können vielfältig genutzt werden, etwa für:

  • das Erlernen sicherer Kennwörter
  • erste Erfahrungen mit E‑Mails im geschützten Schulnetz
  • fächerübergreifendes Arbeiten (z. B. Themen wie Wald, Heimat, Sagen)
  • die Gestaltung von Klassen‑ oder Schülerzeitungen
  • differenzierte Mathematikaufgaben
  • Nachschlagewerke und Internetrecherche bei Vorträgen
  • Motivation durch die schulische Website

Ein regelmäßiger Überblick über den Wissensstand der Kinder ermöglicht es, Trends zu erkennen und früh gegenzusteuern.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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