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Referate

Schüler hält eine Präsentation vor der Klasse
Entwicklung und Erziehung
© Christian Schwier - Fotolia.de
von Dr. Birgit Ebbert

Waren Referate früher nur in den höheren Klassen oder gar in der Oberstufe üblich, so haben sie vielfach inzwischen auch Einzug in die Grundschule erhalten. Lesen Sie hier wertvolle Tipps zur Vorbereitung und Durchführung von Referaten im Unterricht.

Lesedauer:
6 min

Referate halten: Mehr als nur das Ablesen eines Internetausdrucks

Referate gehörten früher vor allem in die höheren Klassen oder in die Oberstufe. Heute sind sie jedoch längst auch in vielen Grundschulen angekommen. Diese Entwicklung ist sinnvoll, denn ein Referat trainiert zahlreiche Fähigkeiten, die Kinder und Jugendliche ihr ganzes Leben lang brauchen.

Schon bei der Vorbereitung lernen Schülerinnen und Schüler, ein Thema einzugrenzen, Informationen zu recherchieren, diese zu sortieren und verständlich aufzubereiten. Am Ende müssen sie ihre Ergebnisse präsentieren und sich auch mit Rückmeldungen auseinandersetzen. Genau darin liegt ein wichtiger Lernprozess.

Gleichzeitig bedeuten Referate aber auch Aufwand – sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrkräfte.


Warum Referate eine wichtige Lernform sind

Ein Referat ist weit mehr als ein kurzer Vortrag. Es hilft Kindern dabei,

  • selbstständig zu arbeiten,

  • Inhalte zu strukturieren,

  • sich vor Gruppen auszudrĂĽcken,

  • und Verantwortung fĂĽr eine Aufgabe zu ĂĽbernehmen.

Besonders wertvoll ist dabei, dass nicht nur Wissen wiedergegeben wird, sondern auch das eigene Denken geschult wird. Mit zunehmendem Alter sollen SchĂĽlerinnen und

mit fettungen und alles

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Referate – mehr als nur das Ablesen eines Internetausdrucks

Referate gehörten früher vor allem in die höheren Klassen oder in die Oberstufe. Heute haben sie jedoch längst auch in vielen Grundschulen Einzug gehalten. Das ist eine sinnvolle Entwicklung, denn Referate fördern wichtige Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler ihr ganzes Leben lang brauchen.

Schon bei der Vorbereitung lernen Kinder und Jugendliche, ein Thema einzugrenzen, Informationen zu recherchieren und Inhalte verständlich aufzubereiten. Am Ende gehört auch dazu, sich der Rückmeldung anderer zu stellen und daraus zu lernen.

Ein Referat ist deshalb mehr als ein Vortrag – es ist eine wertvolle Übung für Selbstständigkeit, Sprache und Präsentationsfähigkeit.


Referate bedeuten Arbeit – für Schüler und Lehrkräfte

Ein Referat erfordert Zeit und Organisation. Schülerinnen und Schüler müssen sich zunächst auf ein Thema festlegen und dann selbstständig nach passenden Informationen suchen. Diese müssen anschließend sortiert, gegliedert und zu einem sinnvollen Ablauf zusammengefügt werden.

Danach folgt die nächste Herausforderung: das Vortragen vor der Klasse. Viele Kinder erleben dabei zum ersten Mal, wie es ist, im Mittelpunkt zu stehen und frei zu sprechen.

Auch Lehrkräfte haben einen hohen Aufwand, denn statt einer Klassenarbeit müssen sie oft 20 bis 30 verschiedene Themen beurteilen, Ausarbeitungen lesen und Präsentationen bewerten.


Vom Informationsberg zur gegliederten Ausarbeitung

Am Anfang jedes Referates steht ein Thema – und genau das ist oft schwieriger, als es klingt. Denn das Thema muss zur Klassenstufe passen.

In der Grundschule kann schon ein Referat über ein Haustier, ein Buch oder den letzten Urlaub eine große Aufgabe sein. In höheren Klassen steigt der Anspruch: Die Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend selbst recherchieren und Informationen kritisch auswählen.

Wichtig ist dabei, dass sie nicht einfach Papierberge sammeln, sondern lernen:

Informationen gezielt zu suchen, zu bewerten und sinnvoll zu ordnen.

Hilfreich ist es, wenn Lehrkräfte zunächst eine Gliederung einfordern, bevor die Ausarbeitung geschrieben wird. So wird deutlich, dass ein Referat immer aus drei Teilen besteht:

  • Einleitung (Worum geht es?)

  • Hauptteil (Die wichtigsten Inhalte)

  • Schluss (Zusammenfassung oder Fazit)

So endet ein Referat nicht abrupt, sondern wirkt rund und vollständig.


Erfolgreich vortragen – mit Karteikarten statt Ablesen

Viele Schülerinnen und Schüler arbeiten gerne an den Inhalten. Doch beim Vortragen werden sie nervös. Das ist verständlich: Vor der Klasse zu sprechen bedeutet, Fehler könnten sichtbar werden.

Deshalb ist eine entspannte Atmosphäre besonders wichtig. Gerade beim ersten Referat sollten Kinder vor allem ermutigt werden. Kritik sollte behutsam erfolgen – am besten im Nachgespräch.

Ein guter Vortrag gelingt besonders dann, wenn Kinder nicht einfach ablesen, sondern mit Stichwortkarten arbeiten. Das gibt Sicherheit und sorgt dafür, dass die Präsentation lebendiger wirkt.

Auch Vorbilder helfen: Schülerinnen und Schüler müssen erleben, wie ein gutes Referat klingt. Lehrkräfte können selbst ein kurzes Beispielreferat halten oder ältere Schüler als Gastreferenten einladen.


Plakate statt PowerPoint in den unteren Klassen

Digitale Präsentationen sollten erst eingeführt werden, wenn alle Kinder die gleichen Voraussetzungen haben. In frühen Klassen führen PowerPoint-Folien oft zu Ungleichheit, weil manche Eltern professionelle Hilfe leisten können, andere nicht.

Besser geeignet sind deshalb:

Lernplakate, Bilder, Modelle oder einfache Handouts.

Diese Methoden kann jedes Kind umsetzen und sie fördern kreatives Arbeiten.


Wie bewertet man ein Referat fair?

Ein Referat ist eine komplexe Leistung. Deshalb ist die Bewertung nicht immer einfach: Zählt der Inhalt mehr oder der Vortrag? Spielen Rechtschreibung oder Gestaltung eine Rolle?

Wichtig ist: Das erste Referat sollte zwar besprochen, aber möglichst noch nicht streng benotet werden. Kinder brauchen zunächst Sicherheit und Übung.

Grundsätzlich sollte immer das bewertet werden, was im Unterricht zuvor auch gelernt wurde.

Typische Bewertungskriterien sind zum Beispiel:

Inhaltliche Qualität
Eine klare Gliederung, richtige Fakten und verständliche Beispiele.

Vortragsweise
Freies Sprechen, Blickkontakt, verständliche Sprache und der Einsatz von Plakaten oder Karten.


Literaturtipps

Monika Bornemann u. a.: Referate, Vorträge, Facharbeiten (Mannheim 2006)
Johannes Greving: Referate vorbereiten und halten (Berlin 2005)
Susanne Jarausch / Ilse Stangl: Voll fit fĂĽr Referate (Wien 2008)
Maren Konrad: Lernfuchs Referate halten (MĂĽnchen 2009)

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Themen:
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Birgit Ebbert

Dr. Birgit Ebbert ist freie Autorin und als Diplom-Pädagogin seit vielen Jahren in der Elternarbeit und Lehrerfortbildung tätig. Neben Kinderbüchern und Krimis schreibt sie Elternratgeber, Lernhilfen, Vorlesegeschichten und Bücher über kreatives Arbeiten mit Papier.

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