Verbraucherkompetenzen entwickeln
Verbraucherkompetenzen entwickeln
Handy, Markenkleidung, Elektronik, dazu „Sale“-Schilder in allen Schaufenstern, „Ich bin doch nicht blöd“-Botschaften und Werbung en masse via Fernsehen, Radio, Internet und Zeitung: Alles verführt zum Kaufen und Konsum ist allenthalben greifbar. Auch für Kinder und Jugendliche.
Verbraucherkompetenz – warum sie heute unverzichtbar ist
Handys, Markenkleidung, elektronische Geräte, überall „Sale“-Schilder, Werbebotschaften an jeder Ecke – Kinder und Jugendliche wachsen in einer überkomplexen Konsumwelt auf. Fernsehen, Radio, Internet und soziale Medien bombardieren sie täglich mit Kaufanreizen und möglichen Gefahren für ihre Daten und ihr Geld.
Verbraucherkompetenz ist deshalb längst mehr als der kluge Umgang mit Geld.
Sie umfasst:
- verantwortungsvollen Konsum
- Schutz persönlicher Daten
- kritische Mediennutzung
- ökonomisches Grundwissen
- digitale Selbstbestimmung
Plattformen wie Google, Instagram, TikTok oder Facebook stellen Kinder und Jugendliche vor immer neue Herausforderungen – oft ohne dass sie die Folgen ihres Handelns überblicken.
Vermittlung von Verbraucherkompetenzen
1. Forderungen der Verbraucherzentralen (Positionspapier 2008)
Die Verbraucherzentralen forderten bereits 2008 folgende MaĂźnahmen:
- Verankerung der Verbraucherbildung im Pflichtunterricht aller Schulformen
- länderübergreifende Mindeststandards für Verbraucherbildung und deren Integration in Lehrpläne
- Aufnahme von Verbraucherbildung in AbschlussprĂĽfungen der 10. Klasse
- Fortbildung von Lehrkräften in fachlichen und didaktischen Fragen
- stärkere Berücksichtigung des Themas in Schulbüchern und durch Bildungsbehörden
2. Bildungsinitiative Verbraucherkompetenz
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen unterstützt mit Hilfe der Initiative Schulen und Lehrkräfte – unter anderem durch:
- Unterrichtsmaterialien
- Online-Plattformen
- Schulbesuche
- Lehrerfortbildungen
- einen „Online-Kompass“ (Start: Spätsommer 2011)
Die Initiative wird vom Bundesverbraucherministerium (BMELV) finanziert.
3. BMELV-Wettbewerb „Fürs Leben lehren“
Seit Mai 2011 ermutigt das BMELV Lehramtsstudierende und Referendar:innen, Innovationen in der Verbraucherbildung zu entwickeln:
- praxisnahe Konzepte
- nachhaltige Unterrichtsideen
- kreative Methoden zur Vermittlung von Konsumkompetenz
4. Bildungsinitiative „Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken“
Diese umfassende Initiative des BMELV (Start 2010) will:
- das Thema sichtbarer in der öffentlichen Wahrnehmung machen
- ein länderübergreifendes Netzwerk für schulische Konsumbildung schaffen
- den Austausch unter Lehrkräften fördern
Die Förderung des Projektes „Bildungsinitiative Verbraucherkompetenz“ ist Teil dieser Strategie.
WeiterfĂĽhrende Informationen
https://www.verbraucherbildung.de
Zuletzt geändert am 13.02.2026
Dr. Lisa Mundzeck ist promovierte Historikerin und arbeitet als freie Online-Journalistin, wissenschaftliche Autorin und Archivarin in Hannover.