Schülerkompetenz: Präsentieren mit PowerPoint
Schülerkompetenz: Präsentieren mit PowerPoint
Immer häufiger erleben Lehrerinnen und Lehrer es, dass schon Grundschulkinder ihre Referate mit kleinen PowerPoint-Präsentationen unterlegen (möchten).
PowerPoint in der Schule – Chance und Herausforderung
Immer häufiger möchten schon Grundschulkinder ihre Referate mit PowerPoint‑Präsentationen unterstützen. Durch die weite Verbreitung von Computern und Office‑Programmen ist das kaum überraschend.
Dabei streben die Kinder nach einem Lernziel, das eigentlich erst für die 10. Klasse vorgesehen ist: die sichere Anwendung von Präsentationstechniken und PC‑Programmen. Weiterführende Schulen greifen dies längst auf – doch entscheidend ist nicht die Technik allein.
Eine gute Präsentation ist immer Teil eines ganzen Prozesses, wie die folgenden Abschnitte zeigen.
Kein Ziel ohne Weg – eine Präsentation beginnt mit dem Inhalt
Auch wenn die fertigen Folien am Ende beeindrucken:
Der Weg ist das Ziel.
1. Thema festlegen & erste Struktur schaffen
Bevor PowerPoint geöffnet wird, braucht es:
- ein klar eingegrenztes Thema
- eine einfache Gliederung
- ggf. erste Titel‑ oder Strukturfolien
Das kann direkt in PowerPoint entstehen – oder klassisch mit Papier und Stift.
2. Recherche – der wichtigste Teil
PowerPoint ersetzt keine Recherche.
Die wesentliche Arbeit findet statt:
- in BĂĽchern
- im Internet
- durch Gespräche mit Experten
- durch Notizen und Quellenarbeit
SchĂĽler lernen dabei: Folien sind das Ergebnis, nicht die Grundlage.
3. Auswertung & Zuordnung
Gefundene Informationen werden sortiert, gekĂĽrzt und den Gliederungspunkten zugeordnet.
GeĂĽbte Nutzer arbeiten dafĂĽr schon in PowerPoint, andere nutzen besser Notizen auf Papier.
4. Erstellen der PowerPoint-Folien
Erst jetzt beginnt die eigentliche Gestaltung – und zwar nach den bewährten Regeln für gute Präsentationen.
5. Präsentieren & Feedback
Ob in der Kleingruppe oder vor der gesamten Klasse:
Der Vortrag ist Teil des Lernprozesses.
Wichtig ist ein Feedback, das sich auf Inhalt, Vortrag oder Foliengestaltung bezieht.
Grundregeln für eine gute PowerPoint-Präsentation
PowerPoint bietet viele Funktionen – aber nicht alles davon ist sinnvoll.
1. Weniger ist mehr
Folien sind Merker, keine TextbĂĽcher.
- kurze Stichworte statt langer Sätze
- 18–36 Punkt, gut lesbare Schrift (z. B. Arial)
- max. 8 Zeilen pro Folie
- starke Kontraste zum Hintergrund
Längere Sätze sind nur als Zitate oder Highlights erlaubt.
2. Bilder sagen mehr als Worte
Bilder bleiben im Gedächtnis und erzeugen Aufmerksamkeit.
Denkbar sind:
- Fotos
- Grafiken
- Diagramme
- Mindmaps
3. Ruhiges, einheitliches Layout
- Hintergrund bleibt gleich
- Schrift immer an derselben Stelle
- neutrale Farben, die nicht ablenken
- Design passend zum Thema
(Keine Partygrafik bei „Armut“, keine Blümchen bei „Gothics“)
4. Präsentation auf Entfernung prüfen
Kleinen Text erkennt man am Beamer oft nicht.
Schüler sollten ihre Folien einmal aus dem hinteren Klassenraum anschauen – erst dann zeigt sich, ob alles lesbar ist.
5. Einsatz von Medien: mit Bedacht
PowerPoint ermöglicht:
- Videos
- Hyperlinks
- Sounds
- Animationen
Aber:
Nicht jede Folie braucht Effekte.
Medienelemente sollen helfen, nicht stören.
Fazit
Eine gute PowerPoint‑Präsentation entsteht aus Recherche, Struktur, klaren Aussagen und sinnvoll eingesetzten Medien.
Kinder lernen damit nicht nur Technik, sondern auch Arbeitsorganisation, Informationsbewertung und Präsentationskompetenz.
Zuletzt geändert am 13.02.2026
Dr. Birgit Ebbert ist freie Autorin und als Diplom-Pädagogin seit vielen Jahren in der Elternarbeit und Lehrerfortbildung tätig. Neben Kinderbüchern und Krimis schreibt sie Elternratgeber, Lernhilfen, Vorlesegeschichten und Bücher über kreatives Arbeiten mit Papier.