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Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag

eine rote Schleife in der HIV / AIDS steht
Entwicklung und Erziehung
© designer491 - Fotolia.de

Am 1. Dezember wird weltweit der Welt-Aids-Tag begangen. Er soll rund um den Globus daran erinnern, dass die Krankheit Aids nach wie vor ein Thema für Bevölkerung und Regierungen ist. Allein in Deutschland waren Ende 2010 mehr als 70.000 Menschen infiziert, weltweit sind es Millionen....

Lesedauer:
3 min

Welt-Aids-Tag – gemeinsam informieren und Vorurteile abbauen

Jedes Jahr am 1. Dezember findet der Welt-Aids-Tag statt. Weltweit machen Organisationen, Initiativen und engagierte Menschen auf HIV und Aids aufmerksam. Sie setzen sich für eine gute medizinische Versorgung, wirksame Prävention und weitere Forschung ein. Gleichzeitig erinnert der Aktionstag an die Menschen, die an den Folgen von Aids verstorben sind, und ruft dazu auf, Menschen mit HIV ohne Vorurteile und Ausgrenzung zu begegnen.

Der erste Welt-Aids-Tag fand am 1. Dezember 1988 statt. Seitdem steht er jedes Jahr unter einem besonderen Thema, das aktuelle Herausforderungen im Umgang mit HIV aufgreift. Die Rote Schleife ist heute weltweit das Symbol für Solidarität mit Menschen, die mit HIV leben.

HIV und Aids – was ist der Unterschied?

HIV und Aids werden häufig gleichgesetzt, bezeichnen aber nicht dasselbe. HIV ist die Abkürzung für das Humane Immundefizienz-Virus. Ohne Behandlung kann das Virus das Immunsystem über viele Jahre so stark schwächen, dass die Erkrankung Aids entsteht.

Heute kann eine HIV-Infektion sehr gut behandelt werden. Moderne Medikamente verhindern, dass sich das Virus im Körper weiter vermehrt. Menschen mit HIV können bei erfolgreicher Therapie eine weitgehend normale Lebenserwartung haben. Eine HIV-Infektion ist derzeit jedoch nicht heilbar.

Eine besonders wichtige Erkenntnis der vergangenen Jahre lautet: Wird HIV erfolgreich behandelt und ist das Virus dauerhaft nicht mehr im Blut nachweisbar, kann HIV beim Sex nicht übertragen werden. Dieser Zusammenhang wird häufig mit „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ zusammengefasst.

Warum Aufklärung weiterhin wichtig ist

Durch die großen Fortschritte in der Behandlung ist HIV heute weniger sichtbar als früher. Das ist eine positive Entwicklung, kann aber auch dazu führen, dass das Thema als erledigt wahrgenommen wird.

Der Welt-Aids-Tag erinnert deshalb daran, dass HIV weiterhin existiert und Prävention, Tests und ein früher Behandlungsbeginn wichtig bleiben. Gleichzeitig geht es heute sehr viel stärker darum, Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV abzubauen. Weltweit erleben Betroffene noch immer Diskriminierung und Stigmatisierung.

Auch wichtig zu wissen: Im normalen Alltag besteht keine Gefahr einer HIV-Übertragung. Umarmen, Küssen, gemeinsames Essen, gemeinsam benutztes Geschirr oder Toiletten übertragen HIV nicht.

Mit Jugendlichen über HIV sprechen

Gerade wenn Kinder älter werden und sich zunehmend mit Liebe, Beziehungen und Sexualität beschäftigen, können Eltern dazu beitragen, dass sie verlässliche Informationen erhalten.

Das Thema muss dabei nicht mit Warnungen oder Angst verbunden sein. Sachliche Gespräche helfen Jugendlichen vielmehr dabei, Risiken realistisch einzuschätzen und Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen.

Dabei können Eltern einige grundlegende Punkte vermitteln:

  • HIV ist heute gut behandelbar, aber noch nicht heilbar.
  • Kondome können vor einer HIV-Infektion und vor verschiedenen anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen.
  • Mit der PrEP gibt es zusätzlich eine medikamentöse Möglichkeit, sich bei erhöhtem Risiko vor HIV zu schützen.
  • Nach einer möglichen Risikosituation kann ein HIV-Test Klarheit schaffen.
  • Menschen mit HIV können heute ein weitgehend normales Leben führen und stellen im alltäglichen Zusammenleben keine Gefahr dar.

Gemeinsam gegen Vorurteile

Der Welt-Aids-Tag bietet einen guten Anlass, auch innerhalb der Familie über HIV, Gesundheit und einen respektvollen Umgang miteinander zu sprechen.

Mit älteren Kindern und Jugendlichen können Eltern beispielsweise gemeinsam recherchieren, was die Rote Schleife bedeutet, wie HIV übertragen wird oder welche Fortschritte es bei der Behandlung gegeben hat. Dabei lässt sich auch darüber sprechen, warum Menschen mit HIV noch immer Vorurteilen begegnen und wie man selbst auf diskriminierende Aussagen reagieren kann.

Gerade die Botschaft des Welt-Aids-Tages ist dabei einfach: Informiert sein schützt – und Wissen hilft dabei, Vorurteile abzubauen.

Weitere Informationen

Aktuelle und verlässliche Informationen für Jugendliche und Erwachsene bieten unter anderem LIEBESLEBEN, das Informationsangebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, sowie die offizielle deutsche Seite zum Welt-Aids-Tag.

Linktipps

www.gib-aids-keine-chance.de

www.welt-aids-tag.de

Anmerkung der Redaktion:
Bei der BZgA können kostenfrei Aktionsplakate und Aufkleber bestellt oder heruntergeladen werden.

Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de