Diese 7 Unverträglichkeiten sollten Sie kennen!
Diese 7 Unverträglichkeiten sollten Sie kennen!
Immer mehr Kinder sind von Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien betroffen. Wer die Symptome frühzeitig erkennt, kann seinem Kind viele Unannehmlichkeiten ersparen.
„Nein, das möchte ich nicht“ – manche Kinder spüren instinktiv, dass ein bestimmtes Lebensmittel ihrem Körper nicht guttut. Andere essen alles mit Appetit und reagieren später mit Bauchschmerzen, Hautausschlag oder Unwohlsein.
Nach Angaben des European Food Information Council (EUFIC) liegt die Häufigkeit von Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten bei Kindern bei 3 bis 7 Prozent. Eltern sollten daher aufmerksam beobachten, wie ihr Kind auf neue Lebensmittel reagiert.
Häufige Lebensmittel und typische Beschwerden
| Lebensmittel | Symptome / Hinweise | Besonderheiten & Tipps |
|---|---|---|
| Fructose | Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen | Übermaß in Obst, Säften, Limonade und Süßigkeiten; echte Intoleranz sehr selten (1 von 20.000 Kindern). Tipp: Beobachten, wie viel Obst Ihr Kind verträgt, vor allem Trauben, Äpfel oder Trockenfrüchte. |
| Laktose | Blähungen, Durchfall, Bauchkrämpfe | 15 % der Deutschen betroffen; Milchzucker muss durch das Enzym Laktase gespalten werden. Milchzucker steckt oft auch in Wurst, Fertigsoßen und Süßigkeiten. Tipp: Laktosefreie Produkte testen und kleine Mengen einführen. |
| Gluten | Durchfall, Magenschmerzen, Krämpfe | Zöliakie: Dünndarmschleimhaut reagiert empfindlich auf Gluten. Häufigkeit ca. 1 von 500 Menschen. Kann zu Nährstoffmangel führen. Gluten steckt in Weizen, Roggen, Gerste. Tipp: Bei Verdacht Arzt aufsuchen, keine Selbstdiagnose. |
| Soja | Brennen/Kribbeln in Mund und Hals, Übelkeit, Durchfall, Nesselsucht, Gelenkschmerzen | Soja ist in vielen Fertigprodukten enthalten (Sojalecithin, Sojaöl, Sojamehl). Tipp: Zutatenliste prüfen, Allergietest kann helfen. |
| Nüsse | Leichtes Brennen im Hals bis zu schweren Reaktionen mit Atemnot, Kreislaufproblemen | Häufig Hasel- und Walnüsse in Deutschland, weltweit Erdnuss Nr.1. Tipp: Nüsse in Speisen kennzeichnen, im Fall einer bekannten Allergie immer Notfallmedikamente bereithalten. |
| Histamin | Hautrötungen, Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen | Abbau-Störung im Magen-Darm-Trakt, oft angeboren. Steckt in Wurst, Bananen, Tomaten, Spinat, einigen Käsesorten. Tipp: Symptome genau beobachten, besonders bei kombinierten Lebensmitteln. |
| Glutamat | Mundtrockenheit, Brennen, Hitzegefühl, Herzklopfen, Übelkeit | Geschmacksverstärker in Fertigprodukten („Chinarestaurantsyndrom“). Tipp: Auf Fertigprodukte achten, selbst frisch kochen kann Beschwerden vermeiden. |
Warum Kinder unterschiedlich reagieren
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Individuelle Verträglichkeit: Nicht jedes Kind reagiert gleich auf ein Lebensmittel. Manche können kleine Mengen problemlos essen, andere nicht.
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Kombinationen von Lebensmitteln: Mehrere problematische Stoffe zusammen können die Beschwerden verstärken.
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Alter: Babys und Kleinkinder zeigen häufig empfindlichere Reaktionen als ältere Kinder.
Praktische Tipps für Eltern
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Beobachten und dokumentieren: Führen Sie ein kleines Ernährungstagebuch, in dem Symptome und gegessene Lebensmittel notiert werden.
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Neue Lebensmittel langsam einführen: Immer nur kleine Mengen testen, besonders bei bekannten Allergieauslösern.
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Zutatenlisten prüfen: Viele Allergene verstecken sich in Fertigprodukten als Zusatzstoffe.
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Arztbesuch bei starken Reaktionen: Bei Atemnot, starken Hautausschlägen oder Kreislaufproblemen sofort ärztliche Hilfe rufen.
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Kinder einbeziehen: Erklären Sie altersgerecht, warum manche Lebensmittel problematisch sein können. Das hilft, eigene Körperreaktionen wahrzunehmen.
Fazit
Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien sind bei Kindern nicht selten, aber gut beherrschbar, wenn Eltern aufmerksam sind und die Signale ernst nehmen. Kleine Anpassungen im Alltag, gezielte Beobachtung und im Zweifel ärztliche Unterstützung helfen, dass Kinder sich gesund entwickeln und dabei trotzdem Freude am Essen haben.
Bettina Levecke ist freie Journalistin aus der Nähe von Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Familie und Nachhaltigkeit.