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Sherlock Holmes - der Meister des Scharfsinns wird 125 Jahre

Sherlock Holmes-Silhouette vor dem britischen Barlament
Entwicklung und Erziehung
© emiliano85 - Fotolia.de
von Dr. Birgit Ebbert

Sherlock Holmes ist eine Kunstfigur, auch wenn die Vielzahl der Filme und Schriften mit und über ihn gelegentlich etwas anderes vermuten lässt. Sir Arthur Conan Doyle erfand Sherlock Holmes, nachdem er sich darüber geärgert hatte, dass in den Detektivgeschichten, die er leidenschaftlich gerne las, die Fälle nur durch Zufall gelöst wurden oder gar nicht klar war, wie der Ermittler auf die Lösung gekommen war.

Lesedauer:
4 min

Sherlock Holmes – vom literarischen Detektiv zum Kulturphänomen

Sherlock Holmes ist eine literarische Kunstfigur, auch wenn die Fülle an Filmen, Serien und Romanen gelegentlich anderes vermuten lässt. Erfunden wurde er von Sir Arthur Conan Doyle, der sich darüber ärgerte, dass viele Detektivgeschichten seiner Zeit rein zufällig gelöst wurden – oder dass nie erklärt wurde, wie der Ermittler eigentlich zum Ergebnis kam. Doyle wollte einen Detektiv schaffen, der:

  • genau beobachtet
  • wissenschaftlich arbeitet
  • logisch folgert

So entstand Sherlock Holmes – der ursprünglich Sherrinford Holmes heißen sollte – und an seiner Seite Dr. Watson, der in frühen Entwürfen „Ormond Sacker“ hieß. Von Anfang an festgelegt war jedoch die legendäre Adresse: Baker Street 221b, eine Adresse, die es damals noch nicht gab.

Heute existieren nicht nur Doyles 56 Kurzgeschichten und 4 Romane, sondern unzählige weitere Werke anderer Autorinnen und Autoren – sowie eine beeindruckende Zahl an Adaptionen.


Vom mäßigen Start zum Welterfolg

Der erste Holmes‑Roman „A Study in Scarlet“ (Eine Studie in Scharlachrot) erschien 1887 – und floppte zunächst. Auch der zweite Roman „The Sign of Four“ (Das Zeichen der Vier) fand kaum Beachtung.

Erst mit der Kurzgeschichte „A Scandal in Bohemia“ (Ein Skandal in Böhmen) gelang der Durchbruch.

Doch kurz darauf hätte Doyle die Figur fast wieder verschwinden lassen:
1893 ließ er Holmes im Kampf mit Professor Moriarty sterben.
Die Leserschaft protestierte so vehement, dass Doyle die Figur 1902 wiederbelebte und bis 1927 weitere Geschichten veröffentlichte.

Heute ist Sherlock Holmes einer der bekanntesten literarischen Charaktere der Welt.


Sherlock Holmes im Unterricht

Kriminalliteratur ist längst ein etabliertes Unterrichtsgenre – besonders im Englischunterricht, aber auch im Fach Deutsch.

Warum Holmes sich gut als Schullektüre eignet:

  • spannende, aber gut verständliche Geschichten
  • Einblicke in das London des 19. Jahrhunderts
  • Analyse von Erzähltechniken und Stilmitteln
  • Beobachtungs- und Denkstrategien der Figur als Lernanlass
  • abwechslungsreiche Alternative zu reinen Sachtexten

Holmes eignet sich auch hervorragend für Projektarbeit:

  • Hörspielproduktionen
  • Vergleich von Text und Film
  • Zeitreisen ins London von 1890
  • Rollenspiele / Ermittlerwerkstätten
  • Medienvergleiche (Roman – Film – Videospiel)
    z. B. Das Testament von Sherlock Holmes:
    http://www.sherlockholmes-thegame.com/

Ganz gleich, ob klassische Lektüre oder kreatives Projekt – Sherlock Holmes motiviert viele Lernende.


Sherlock Holmes erleben – Ausflüge, Projekte, Inspiration

Sherlock Holmes lebt nicht nur in Büchern weiter – er ist auch in Ausstellungen, Museen und Spielen präsent.

Möglichkeiten für Projekttage oder Klassenfahrten:

  • Sherlock Holmes Museum London
    https://www.sherlock-holmes.co.uk/
    → authentische Baker Street‑Atmosphäre, Hörbeispiele, Videos

  • Sherlock Holmes in Berlin (Krimi von Wolfgang Schüler)
    → ideal, um auf Berlintour Spuren im Stadtbild zu entdecken
    https://www.lazyliterature.de/sherlock-holmes-in-berlin-wolfgang-schuler-band-02/

  • Sherlock Holmes Criminal Cabinet (Detektiv‑Spielbuch aus den 80ern)
    → 10 Fälle zum Miträtseln, heute meist nur noch antiquarisch erhältlich

  • Kriminalhaus in Hillesheim
    → Archiv mit Holmes‑Materialien, Treffen der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft
    → spannende Anlaufstelle für Sherlock‑Fans

Solche Angebote machen Holmes für Schülerinnen und Schüler auf besondere Weise erlebbar.

Links & Literatur

Links

Literatur

  • Reinhard Wilczek:
    Von Sherlock Holmes bis Kemal Kayankaya.
    Kriminalromane im Deutschunterricht.
    Kallmeyer 2007
  • E. J. Wagner/Anna Schleitzer:
    Die Wissenschaft bei Sherlock Holmes:
    und die Anfänge der Gerichtsmedizin.
    Wiley-VCH Verlag 2008
  • Christian Somnitz, Sidney Paget, Arthur C. Doyle
    und Christian Effenberger:

    Materialien & Kopiervorlagen zu Sir Arthur Conan Doyle,
    Der Hund von Baskerville.
    Hase und Igel 2009
  • Wolfgang Schüler:
    Sherlock Holmes in Berlin.
    KBV-Verlag 2012
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Birgit Ebbert

Dr. Birgit Ebbert ist freie Autorin und als Diplom-Pädagogin seit vielen Jahren in der Elternarbeit und Lehrerfortbildung tätig. Neben Kinderbüchern und Krimis schreibt sie Elternratgeber, Lernhilfen, Vorlesegeschichten und Bücher über kreatives Arbeiten mit Papier.

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