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Büchereibesuche mit Vor- und Grundschulkindern

Foto einer Kindergruppe in einer Bücherei
Entwicklung und Erziehung
© Troels Graugaard - iStockphoto.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Hanna und Maximilian freuen sich. Dienstags ist immer der Büchereitag für die beiden Sprösslinge der Familie Möller. Dann gehen Kinder und Mutter in die ortsansässige Bücherei und stöbern dort nach Herzenslust. Warum Eltern die Möglichkeiten dieser Einrichtungen frühzeitig und möglichst regelmäßig nutzen sollten, erläutert der folgende Beitrag.

Lesedauer:
4 min

Wecken der Lesefreude

Die Grundlagen für eine lebenslange Freude am Lesen werden bereits in der frühen Kindheit gelegt. Das gemeinsame Eintauchen in die Welt von Bilderbüchern, beliebten Figuren wie Kokosnuss oder Pippi Langstrumpf schafft wertvolle Momente, die den Zugang zu Geschichten, Sprache und Fantasie früh eröffnen. Durch das Betrachten von Bildern, abwechselndes Vorlesen und Gespräche über Sachbücher oder Hörbücher entwickelt Ihr Kind grundlegende Pre-Literacy-Skills – Fähigkeiten also, die später den Schriftspracherwerb unterstützen und im schulischen Alltag, etwa beim Aufsatzschreiben, eine bedeutende Rolle spielen.

Leserin oder Leser in der Bibliothek

Viele öffentliche Bibliotheken bieten einen kostenfreien Zugang zu Kinderbüchern und Medien. In speziellen Kinder- und Jugendbereichen finden sich zahlreiche Bilderbücher, klassische und aktuelle Kinderliteratur, Sachbücher, Comics sowie Hörbücher, DVDs und Lernspiele. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, da Kinder hier früh erleben, wie vielfältig die Welt der Geschichten ist.
Erkundigen Sie sich nach Veranstaltungen wie einem Tag der offenen Tür oder nach Lesungen, die Ihrem Kind einen ersten, spielerischen Zugang zur Bücherei ermöglichen. Manche Einrichtungen bieten zudem Führungen an, die Kindern helfen, sich selbstständig zurechtzufinden.

Ein Büchereibesuch als Ritual

Ein regelmäßiger Büchereibesuch – wöchentlich oder im Zweiwochenrhythmus – kann zu einem festen Familienritual werden. Besprechen Sie gemeinsam, welche Bücher oder Medien ausgeliehen werden sollen, und geben Sie Ihrem Kind möglichst viel Freiheit bei der Auswahl. Bei Filmen oder Lernspielen ist es sinnvoll, gemeinsam auf Altersempfehlungen zu achten.

Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen direkt an das Büchereiteam zu stellen:
Welche Buchvorschläge gibt es? Ist der ausgewählte Titel geeignet? Welche Neuerscheinungen sind verfügbar?
Solche Gespräche fördern Selbstständigkeit und stärken das Vertrauen Ihres Kindes in seine eigenen Entscheidungen.

Mit dem eigenen Ausweis leiht Ihr Kind schließlich die Medien selbstständig aus. Wichtig ist, vorher zu klären, wer bei Mahngebühren oder einem verlorenen Buch verantwortlich ist – so lernt Ihr Kind, wie man sorgsam mit ausgeliehenen Dingen umgeht.

Teilnahme am Büchereileben

Viele Bibliotheken bieten abwechslungsreiche Veranstaltungen an – etwa Bilderbuchkinos, Lesenächte, Büchereirallyes oder Autorenlesungen. Solche Angebote erweitern den Blick Ihres Kindes auf die Welt der Bücher und machen die Bücherei zu einem spannenden Erlebnisort. Besprechen Sie gemeinsam, welche Veranstaltungen es interessieren könnten.

Ein regelmäßiger Büchereibesuch fördert nicht nur die Freude am Lesen, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und kulturelle Teilhabe. Kinder lernen, ausgeliehene Medien pfleglich zu behandeln und Termine im Blick zu behalten. Schritt für Schritt entsteht so eine eigene, begeisterte Lesebiografie, die weit über die Grundschule hinauswirkt.

Auf die Bücher, fertig, los!

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
Bücherei
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Ausleihe
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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