Warum sind gute Manieren wichtig?
Warum sind gute Manieren wichtig?
Beim Essen gerade sitzen, nicht in der Nase bohren, Bitte und Danke sagen – was für die einen zu den Basics eines guten Umgangstones gehört, halten andere für überflüssigen Schnickschnack.
Gute Manieren von Anfang an: Warum Höflichkeit wichtig ist
Ob Manieren-Fan oder Gegner – eines sollten Eltern wissen: Wenn sich bestimmte Umgangsformen einmal eingeprägt haben, lassen sie sich nur schwer wieder ändern. Kein Wunder, dass das Thema Knigge sowohl an Volkshochschulen als auch in Management-Kursen boomt.
Gutes Benehmen wird spätestens dann entscheidend, wenn Kinder ins Berufsleben eintreten. Bewerbungsgespräche sind oft der erste Test: Chefs beklagen, dass vielen Berufseinsteigern zwar Fachkenntnisse fehlen, sie sich aber auch durch ihr Verhalten selbst disqualifizieren. Schon in der Schule kann schlechtes soziales Verhalten dazu führen, dass Kinder bei Mitschülern und Lehrern weniger gut ankommen.
Gute Manieren sind jedoch nicht nur für den Berufsstart wichtig. Sie erleichtern den alltäglichen Umgang miteinander – für Eltern, Kinder und deren soziales Umfeld. Im Kern geht es dabei um respektvollen, hilfsbereiten und höflichen Umgang mit anderen Menschen.
Gute Manieren – was gehört heute dazu?
Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Oft wird Freiherr von Knigge zitiert, der 1788 das Werk „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlichte. Heute geht es vor allem darum, höflich, hilfsbereit und respektvoll zu sein.
Eltern spielen dabei eine zentrale Rolle: Kinder lernen Benehmen vor allem durch Nachahmung. Sind „Bitte“, „Danke“ und „Gern geschehen“ im Elternhaus selbstverständlich, übernehmen Kinder diese Umgangsformen fast automatisch. Verhalten die Eltern sich hingegen unhöflich, merken Kinder schnell, dass Regeln situativ gelten – und tun sich schwer, Unterschiede zu verstehen.
Erklären und Vorleben
Neben dem Vorbild der Eltern ist es hilfreich, Regeln zu erklären. Beispiele:
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Großeltern spüren Wertschätzung, wenn Kinder sich zum Geburtstag ordentlich kleiden.
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Im Restaurant stört es andere Gäste, wenn Kinder auf Stühlen turnen.
Schon Kleinkinder können lernen, andere so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten. Dazu gehört:
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Sich entschuldigen, wenn man jemanden versehentlich gestoßen hat
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Andere ausreden lassen und aufmerksam zuhören
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Schimpfwörter nur sehr begrenzt verwenden
Einfache Tischregeln für den Alltag
Beim Essen geht es nicht darum, welches Messer für welchen Gang genutzt wird. Praktische Regeln für den Alltag reichen aus:
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Vor dem Essen Hände waschen
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Besteck benutzen, nicht die Finger
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Nicht mit vollem Mund sprechen
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Nicht mit dem Stuhl kippeln
Solche Regeln können Vorschulkinder bereits verstehen und beherzigen und bilden die Grundlage für gutes Benehmen im Alltag.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.